Wil-Spieler wurden dem FC St.Gallen angeboten

BIGGER MUSS SPAREN ⋅ Dem FC Wil fehlen seit dem Abgang der türkischen Investoren Millionen. Der Verein setzt unter anderem darauf, dass teure Spieler den Verein verlassen. Auf den FC St.Gallen als Abnehmer hoffen können die Wiler nicht - die Espen winken ab.

Aktualisiert: 
09.02.2017, 11:00
09. Februar 2017, 11:07
Tim Naef
In Wil sind die türkischen Investoren weg und damit auch das Geld. Um überhaupt noch einen Spielbetrieb sicherstellen zu können, müssen die Ausgaben drastisch gesenkt werden. Die Verantwortlichen des Clubs sprechen von einer Reduzierung des Halbjahresbudgets von fünf Millionen Franken auf zwei bis 2,5 Millionen Franken. "Das Ganze kann nur funktionieren, wenn die Angestellten mitziehen", sagte der alte und neue Wil-Präsident Roger Bigger an der Krisen-Medienkonferenz am Mittwoch.

Da das nationale Transferfenster noch bis zum 28. Februar offen ist, wäre der Verkauf von Spielern ein logischer und schneller Weg, um Kosten einzusparen. Zudem geistert eine Zahl durch die Medien, wonach einzelne Spieler auf bis zu 80 Prozent des Lohns verzichten müssten.

FCSG will keine Transfers mehr tätigen
Ein Verein, der als Abnehmer für Wiler Spieler in Frage kommt, ist der FC St.Gallen. Schon viele Spieler wechselten in der Vergangenheit aus der Äbtestadt zu den Espen - einige Beispiele: Jairo, Fabinho, Bruno Sutter, Philipp Muntwiler oder Dzengis Cavusevic. Auf Anfrage bestätigt Daniel Last, Mediensprecher des FCSG, denn auch: "Einzelne Spielerberater haben bereits mit uns Kontakt aufgenommen." Was eine mögliche Verpflichtung von Wiler Spielern angeht, winkt Last aber ab: "Sicherlich hat der FC Wil einige interessante Spieler unter Vertrag. Für uns kommen aber keine Transfers mehr in Frage."

Luganos Interesse an Bottani - Vonlanthen will bleiben
Einer der reizvollsten Spieler dürfte sicherlich Mattia Bottani sein. Erst im letzten Sommer war der 25-Jährige von Lugano nach Wil gewechselt. Damit stellt sich aber ein Problem: Da er in der aktuellen Spielzeit bereits für Lugano und Wil gespielt hat, darf er in dieser Saison für kein weiteres Team mehr auflaufen. Einzig zu Lugano könnte er zurückkehren. Im Tessin würde er mit offenen Armen empfangen werden. "Bottani hat Lugano im Herzen. Wenn er zurückkehren möchte, würde ich ihn sofort nehmen", lässt sich Lugano-Chef Angelo Renzetti im "Blick" zitieren.

Auf einen Teil des Lohns würde hingegen der ehemalige Schweizer Nati-Stürmer Johan Vonlanthen verzichten. Er sei bereit gewisse Lohneinbussen hinzunehmen, sagt Vonlanthen gegenüber "Blick". Dies aber nur unter der Bedingung: Es muss eine berechtigte Hoffnung auf eine Sanierung beim FC Wil bestehen.

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