Espen-Fans drohen mit Streik

FC ST.GALLEN ⋅ Nach der 0:2-Heimpleite gegen Lugano brodelt es bei den Anhängern des FC St.Gallen. Einige wollen mit einem Boykott ein Zeichen setzen. Andere halten dagegen.

13. September 2016, 12:10
"Saisonkarte ruht": Das schreibt ein Anhänger im Fanforum des FC St.Gallen. Er kündigt an, dem nächsten Heimspiel gegen den FC Basel am Samstag in eineinhalb Wochen fernzubleiben. Er wolle "bis zum grossen Aufräumen" pausieren – gemeint sein dürfte damit die Trennung von Trainer Joe Zinnbauer. Mit seinem Posting hat der User eine rege Diskussion über Sinn und Zweck eines Fanboykotts im Forum angestossen.

Eine schwierige Ehe
Ist ein Boykott der richtige Weg, um auf die schlechten Leistungen des FC St.Gallen zu reagieren? "Boykott? Niemals. Das machen doch nur die sogenannten Modefans – oder?", findet ein Espenfan im Forum. Er wolle positiv bleiben und wann immer es gehe im Stadion sein. Ein weiterer Anhänger doppelt nach: "Boykott gibt es bei mir auch nicht. Dies ist wie in einer guten Ehe" - man stehe zum Partner in guten wie in schlechten Zeiten.

Protest-Choreo statt Boykott?
Wäre ein Fanboykott in St.Gallen überhaupt realisierbar? Ein Anhänger, welcher der Idee eines 45-minütigen Boykotts gegen Basel grundsätzlich positiv gegenübersteht, hat seine Zweifel: Solange nach einem Spiel wie gegen Lugano noch drei Viertel der Kurve klatschten, frage er sich, ob ein 45-minütiger Boykott jemals klappen werde, schreibt er. In der Folge bringt er eine andere Variante ins Spiel: eine Choreographie, mit der Spielern und Betreuern unmissverständlich klar gemacht wird, was der Anhang von ihnen erwartet. Ein Fanstreik könne je nachdem im nachfolgenden Heimspiel immer noch folgen, findet er.

Wer soll gestraft werden?
Die Idee, mit einer speziellen Choreographie auf die schlechten Leistungen der Mannschaft zu reagieren, geniesst im Forum einige Sympathien. Es geistern auch schon konkrete Ideen durchs Netz: "Eine Choreo, simpel, schwarz auf weiss: ‘Ihr habt keine Choreo verdient!’", schlägt beispielsweise ein User vor. Und er wirft gleich noch eine Idee in den Raum: Die ganze Fankurve solle in pinke statt grünweisse Farbe getaucht werden – dazu sei ein Transparent mit folgender Botschaft an die Spieler hochzuhalten: "Euch sind unsere Farben ja auch nichts mehr wert."

Ein weiterer Anhänger schreibt zum Thema, wenn man die Spieler strafen wolle, dann machten Choreographien, Spruchbänder und dergleichen durchaus Sinn. Aber: "Wollt Ihr ein Zeichen gegen die Führung setzen, dann geht es wirklich nur mit Boykott. Denn Früh (Anm. d. Red.: Verwaltungsratspräsident Dölf Früh) ist es sehr wichtig, dass die Kasse stimmt", schreibt er. Ein User hält allerdings auch hier dagegen: "Auch ein Boykott befreit den FCSG nicht vor Joe. Da müsste das Stadion schon über Monate leer bleiben. Und wohl nicht mal dann wird Früh handeln – die Saisonkarten sind ja bezahlt." (red.)
 

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