Marc Zellweger ist offiziell eine Legende

FUSSBALLLEGENDEN ⋅ In einer Online-Abstimmung haben Fans Marc Zellweger zur FCSG-Legende gewählt. Der frühere Verteidiger setzte sich deutlich gegenüber Ivan Zamorano und Charles Amoah durch. "Das ist eine schöne Anerkennung", sagt der heute 43-Jährige.

23. November 2016, 06:35
ALEXANDRA PAVLOVIC
Marc Zellweger war nie einer, der sich in den Mittelpunkt gedrängt hat. Er tut es auch nicht, als er per Voting zur FCSG-Legende gekührt wird. Erklären kann der heute 43-Jährige diese Auszeichnung nicht: "Schwierige Frage. Vielleicht wegen meiner vielen Spielen für den FC St.Gallen und weil meine Art des Fussballspielens zu St.Gallen passt?" Denn Zellweger war nie ein Filigrantechniker - vielmehr war der Verteidiger ein Fussballarbeiter.

Seine unermüdliche Arbeit hat sich ausbezahlt: Mit dem FCSG drang er 1998 in den Cupfinal vor, wurde 2000 Meister, spielte im Uefa-Cup, schaffte den Wiederaufstieg in die Super League und zog vom Espenmoos in die neue Arena. Ausserdem spielte er in der Saison 2001/02 in der Bundesliga für Köln.

In seinen über 500 Spielen für St.Gallen brachte der Verteidiger mit der Rückennummer 17 manchen Gegner zum Verzweifeln. Einmal sogar als Penaltykiller. Unvergessen bleibt Zellwegers gehaltener Elfmeter gegen  Gürkan Sermeter von den Young Boys. Auf diese eine Szene wird er heute aber nicht mehr oft angesprochen. "Die Leute reduzieren mich nicht nur auf den Penalty." Hin und wieder falle aber doch der Spruch: "Da schau, das ist der Penaltykiller."

Auch in die linke Ecke springen
Im TV-Interview nach dem gehaltenen Penalty im Februar 2004 sagte Zellweger dem Reporter, er könne halt nur in die rechte Ecke springen. Heute sagt er: "Ich habe nach dem gehaltenen Penalty fleissig trainiert, um auch links die Bälle abwehren zu können." Dies sei ihm teilweise ganz gut gelungen. "Meine Sprungqualitäten sind aber nicht so stilsicher."

Mit dem gehaltenen Penalty zementierte Zellweger seinen Ruf als St.Galler Fussballgott. Nun wurde er auch noch zur FCSG-Legende gewählt. Zellweger erhielt 48 Prozent der Stimmen und setzte sich gegenüber Charles Amoah (27%) sowie Ivan Zamorano (25%) deutlich durch. Ab Dezember wird daher sein Konterfei ein Fan-Shirt zieren. "Das ist eine schöne Anerkennung", so Zellweger. Er fühle sich deswegen aber nicht als etwas Besseres. "Zamorano hat eine Weltkarriere gemacht. Dagegen komme ich kaum an."
  • Einer der Gründe, warum Marc Zellweger unsterblich ist: Er hält den Penalty gegen Gürkan Sermeter.
  • So, wie wir ihn kennen: Marc Zellweger gewinnt den Zweikampf gegen seinen Kontrahenten.
  • Ein Marc Zellweger aus früheren Jahren.

Mit seinem Einsatz und seiner Loyalität ist Marc Zellweger zur Identifikationsfigur des FC St.Gallen geworden. Bilder aus seiner Karriere. (Bilder: Keystone)

Zellweger - er beendete seine Karriere 2012 beim SC Brühl - war "überrascht" über die Wahl, weil er im Vorfeld nichts davon wusste. Er sagt: "Die Idee ist super. Das Legendenshirt werde ich aber wohl kaum anziehen." Von keinen mehr angezogen wird auch das FCSG-Trikot mit der Nummer 17 - diese wird seit Zellwegers Rücktritt nicht mehr vergeben. Das gehört sich so für das Leibchen einer Legende.
 

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