Die Luxusbank des FCSG

SUPER LEAGUE ⋅ Vor dem Spiel in Thun heute um 13.45 Uhr schwärmt St. Gallens Trainer von seinen Ersatzspielern. «Sie machen kein Theater, sondern nutzen ihre Chance, wenn sie sie bekommen», sagt Joe Zinnbauer.

19. März 2017, 08:36
Matthias Hafen

Matthias Hafen

Thun gegen St. Gallen ist die Begegnung zweier Teams, die sich in der Super League wieder gefangen haben. Die Berner Oberländer, zwei Ränge und vier Punkte hinter den fünftplatzierten Ostschweizern, zählen vor allem auf eine erstarkte Offensive um die beiden Stürmer Christian Fassnacht und Dejan Sorgic sowie Passgeber Matteo Tosetti. Alle drei haben in dieser Saison persönliche Bestwerte erreicht. Bei St. Gallen ist ein eigentlicher Trumpf schwierig auszumachen. Und wenn ihn Trainer Joe Zinnbauer findet, dann beim Blick über die Schulter.

«Wir haben im Moment das Glück, dass die Leute von der Ersatzbank ihre Chance nutzen, wenn ich sie einwechsle», sagt Zinnbauer. Der Deutsche nennt Martin Angha als Beispiel, der in der Defensive Kofi Schulz ersetzte. Oder Yannis Tafer, der in den vergangenen zwei Partien drei Tore erzielte. «Wenn es so weitergeht, dass die Eingewechselten immer Topleistungen bringen, dann haben wir alles richtig gemacht», sagt St. Gallens Trainer.

Ersatzspieler drängen sich für einen Einsatz auf

Zinnbauer windet seinen Ersatzleuten ein Kränzchen, unabhängig davon, wie sie heissen. «Wir können derzeit den Zugriff auf unsere Bank voll nutzen», sagt er. «Das macht mich ebenso glücklich wie die Tatsache, dass wir aktuell keine Verletzten zu beklagen haben.» Heute gegen Thun fehlt auch keiner seiner Spieler wegen einer Sperre. Fraglich sind lediglich Angha, der in dieser Woche kleinere Probleme mit dem Knie bekundete, und Roman Buess, der am Donnerstag im Training unglücklich eingeknickt ist mit dem Fuss. Sorgen macht sich Trainer Zinnbauer deswegen keine. Wieso soll er auch? Die Leute, die als Ersatz vorgesehen sind oder waren, geben sich alle topmotiviert. «Sie machen kein Theater, sondern nutzen ihre Chance, wenn sie sie bekommen. Ja, sie drängen sich richtiggehend für einen Einsatz auf.» Genau so habe er das immer gewollt. Dass mit Gianluca Gaudino und Sejad Salihovic zwei Kaderspieler trotzdem wenig zum Einsatz kommen, erklärt Zinnbauer so: «Gaudino ist noch jung und braucht etwas Geduld, bis seine Zeit kommt.» Man sehe deutlich, wie er sich im Training bemühe. «Er ist drauf und dran, wieder in Schwung zu kommen.»

Dem langjährigen Bundesliga-Regisseur Salihovic bescheinigt Zinnbauer hohe Leaderqualitäten und sagt, dass diese auch auf der Ersatzbank sehr wichtig seien. «Ich weiss, dass er uns etwas bringt, wenn ich ihn einsetze.» Für den 32-jährigen Bosnier, der zuletzt in Chinas Meisterschaft tätig gewesen war, sei es derzeit schwierig, seinen Platz in einem funktionierenden Kollektiv zu finden.

Zinnbauer will 35 Punkte, bevor Europa Thema wird

Heute gegen Thun können die St. Galler ihrem Zwischenziel einen grossen Schritt näher kommen. Dann, wenn sie gewinnen und ihr Punktekonto auf 33 Zählen erhöhen. Denn «35, 36 Punkte sind nötig, um definitiv nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben», ist Zinnbauer überzeugt. Und solange diese Marke nicht geknackt sei, rede er auch nicht über irgendwelche Europacup-Träume, so St. Gallens Trainer. «Wenn es denn soweit ist, dann können wir darüber reden.» Die Situation im Mittelfeld der Super League ist aktuell tatsächlich so, dass eine Mannschaft gleichzeitig um einen Platz in der Europa League buhlen kann, während sie sich im erweiterten Abstiegskampf befindet. Eine Lage, aus der sich der FC St. Gallen heute Nachmittag mit einem Vollerfolg in der Stockhorn-Arena bugsieren könnte.


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