"Der FC St.Gallen - zu Tode transferiert"

VOR FCSG - VADUZ ⋅ In der "Soccer Lounge" war vor dem Angstduell des FC St.Gallen gegen Vaduz Ex-Espe Philipp Muntwiler zu Gast. Er sprach über gelbe Karten, lernte den Begriff "Mostindien" kennen - und ein Fussball-Experte übte scharfe Kritik am FC St.Gallen sowie an Trainer Joe Zinnbauer.

12. Oktober 2016, 11:57
FUSSBALL. Am Sonntag um 13.45 Uhr nimmt der FC St.Gallen den mittlerweile neunten Anlauf in Folge, endlich seinen Angstgegner aus dem Fürstentum Liechtenstein wieder einmal zu bezwingen. Beim FC Vaduz auf dem Platz stehen werden mehrere Ex-Espen - unter ihnen Philipp Muntwiler, der in der jüngsten Ausgabe der "Soccer Lounge" von Sportal HD zu Gast war. Muntwiler hatte mit einem kurzen Unterbruch von 2004 bis 2012 für den FCSG gespielt.

Wo liegt Mostindien?
"In St.Gallen haben wir immer gute Spiele gemacht", sagte Philipp Muntwiler, der auf eine Fortsetzung der Vaduzer Erfolgsserie gegen die Espen hofft. Im Talk sagte der 29-Jährige, er sei ruhiger geworden, deshalb kassiere er auch nicht mehr so viele gelbe Karten wie früher. Zudem bezeichnete sich Muntwiler als stolzen Ostschweizer - dem der Begriff "Mostindien" allerdings neu ist: "Das kenne ich gar nicht!", sagte Muntwiler, der in Rickenbach bei Wil aufgewachsen ist, dazu. Noch unwissender zeigte sich allerdings der Moderator, der den Begriff mit dem Toggenburg verband.

Ansonsten präsentierte sich der frühere Captain des FC St.Gallen allerdings witzig und schlagfertig. Auf die Bemerkung von Marcel Rohr, Sportchef bei der "Basler Zeitung", er kenne die Vaduzer Innenverteidiger nicht mal mit Namen, entgegnete Muntwiler: "Ich kenne die Spieler!" Zudem erfuhren die Zuschauerinnen und Zuschauer, dass Muntwiler erfolgreich mit Aktien handelt - "man versucht halt auch neben dem Fussball etwas Geld zu verdienen", schmunzelte der Mittelfeldspieler. Zudem sagte Muntwiler, er sei offen für alles nach Ablauf seines Vertrags in Vaduz im kommenden Sommer.

"Zu viele 0815-Spieler"
In der Folge diskutierte die Runde auch über den bisher unbefriedigenden Saisonstart des FC St.Gallen. "Wir machen zu wenig Tore", analysierte St.Gallen-Experte Manuel Nagel. Der Sieg gegen Thun und das Remis gegen YB hätten den Verantwortlichen nun allerdings etwas Luft verschafft. Hart ins Gericht mit dem FC St.Gallen ging derweil BaZ-Journalist Marcel Rohr: "In St.Gallen liegen die Probleme tiefer", sagte er. Früher sei das Espenmoos noch eine Hochburg gewesen - die Gegner hätten Angst vor dem Gang nach St.Gallen gehabt. "Die jetzige Mannschaft löst doch keinen Respekt mehr aus! Sie wurde zu Tode transferiert", sagte Rohr. Im Team seien zu viele 0815-Spieler, die beliebig austauschbar seien - und auch die Ausländer überzeugten nicht.

"... wenn der Trainer gut ist"
Auch Trainer Joe Zinnbauer verschonte Marcel Rohr nicht von seiner Kritik. "Er kennt die Super League nicht. Das merkt man daran, wie er sich äussert, sowie an taktischen Dingen", sagte Marcel Rohr. Zinnbauer wolle zudem nur Deutsch sprechen und deshalb keine Spieler, welche dieser Sprache nicht mächtig seien. Für Präsident Dölf Früh hatte Rohr zwar lobende Worte übrig: Er versuche sich den Mechanismen des Fusballgeschäfts zu widersetzen. "Das ist aller Ehren wert - wenn der Trainer gut ist". Bei Joe Zinnbauer allerdings sehe er keine Linie. (dwa)

2 Leserkommentare

Anzeige: