Rabenschwarzer Abend für den FC St.Gallen

ST. GALLEN - BASEL 1:3 ⋅ Der FC Basel setzt sein Solo in der Super League fort. Auch nach dem 9. Spiel, jenem in St. Gallen, weist der Meister das Punktemaximum vor. Das vorentscheidende Tor beim 3:1 fällt nach 75 Minuten.

Aktualisiert: 
24.09.2016, 22:00
24. September 2016, 21:51

Der FCB gewann wie am Mittwoch in Lausanne (2:1) auch in St. Gallen (3:1) nach 0:1-Rückstand. Damit ist klar, dass der Liga-Dominator das zweite Meisterschaftsviertel mit mindestens elf Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz in Angriff nehmen wird.

Vollends überzeugend war der Basler Auftritt wieder nicht. Das war vor dem zweiten Champions-League-Spiel am kommenden Mittwoch in London gegen Arsenal aber auch nicht das primäre Ziel. Trainer Urs Fischer beliess zu Beginn mehrere Stammkräfte (u.a. Doumbia, Bjarnason, Steffen) auf der Bank. Die Wende führte Basel herbei, als das genannte Trio im Verlauf der letzten 25 Minuten ins Spiel kam.

  • Der St.Galler Gianluca Gaudino gegen den Basler Alexander Fransson.
  • Enttäuschte St.Galler nach der Niederlage.
  • Joe Zinnbauer

Nach dem Sieg gegen Thun waren die Hoffnungen gross, dass der FC St.Gallen auch gegen Basel wieder erfolgreich spielt. Doch diese Hoffnung zerschlug sich bald. (Bilder: Banjamin Maser)

Zu diskutieren gab, wie der entscheidende Treffer zum neunten Basler Sieg im neunten Spiel zustande kam. Nach einem schnell ausgeführten Freistoss führte ein Querpass zum Eigentor durch Roy Gelmi. Der Linienrichter hatte aber die Fahne gehoben, weil er der Meinung war, dass Seydou Doumbia den Ball als Letzter berührt hatte. Referee Stephan Klossner überstimmte seinen Assistenten und anerkannte eine Viertelstunde vor Schluss das 2:1.

Fischer, der im Vergleich mit der Partie in Lausanne auf insgesamt fünf Positionen und wieder auf die bewährte Viererabwehr umgestellt hatte, sah sein Team für den grossen Aufwand belohnt. "St. Gallen wurde erst nach dem 2:1 mutiger." Die Courage des Heimteams machte sich nicht bezahlt. Gelmi verschuldete in der 90. Minute gegen Renato Steffen den Foulpenalty, den Doumbia zum Schlussresultat verwertete.

St. Gallen hatte es während einer guten Stunde nicht schlecht verstanden, den dominanten FCB vom eigenen Tor fernzuhalten. "Wir haben an unserem Plan festgehalten", sagte Trainer Joe Zinnbauer, der das 0:7 im letzten Kräftemessen mit Basel noch in schlechter Erinnerung hatte. Durch den ehemaligen FCB-Spieler Marco Aratore war St. Gallen nach 14 Minuten in Führung gegangen. Das 1:0 hatte allerdings nicht lange Bestand. Captain Matias Delgado schloss den ersten sehenswerten Basler Spielzug (25.) überlegt ab.

Die Basler Überlegenheit nimmt krasse Züge an. Die Liga-Bilanz nach neun Spielen ist makellos, nach acht Siegen in Fischers erstem Jahr startete der FCB diesmal noch besser. Und nach dem ersten Meisterschaftsviertel war die Differenz zur Konkurrenz noch nie so gross wie heuer. Einen Rekord hat der FCB noch im Visier: Die 13 Erfolge hintereinander aus dem ersten Super-League-Jahr 2003/04 unter Christian Gross.

Telegramm:

St. Gallen - Basel 1:3 (1:1). - 14'257 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 14. Aratore (Buess) 1:0. 25. Delgado (Sporar) 1:1. 75. Gelmi (Eigentor) 1:2. 90. Doumbia (Foulpenalty/Gelmi an Steffen) 1:3.

St. Gallen: Lopar; Hefti, Haggui, Gelmi, Wittwer (83. Gouaida); Aratore, Gaudino, Toko, Tafer (62. Ajeti); Bunjaku; Buess (83. Aleksic).

Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Balanta, Traoré; Xhaka, Fransson; Callà (79. Bjarnason), Delgado (66. Steffen), Elyounoussi; Sporar (74. Doumbia).

Bemerkungen: St. Gallen ohne Albrecht, Herzog (beide verletzt) und Schulz (gesperrt), Basel ohne Akanji und Janko (beide verletzt). 14. Lupfer von Buess an die Latte, Aratore verwertet den Abpraller per Kopf. Verwarnungen: 1. (0:20) Toko (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 33. Traoré (Foul). 56. Callà (Foul). 77. Haggui (Reklamieren). 89. Gelmi (Foul).

Luzern - Lausanne-Sport 1:3 (1:1).

Rangliste: 1. Basel 9/27. 2. Lausanne-Sport 9/14. 3. Young Boys 8/13. 4. Lugano 8/13. 5. Luzern 9/13. 6. Sion 8/10. 7. Grasshoppers 8/9. 8. St. Gallen 9/9. 9. Vaduz 8/8. 10. Thun 8/5. (sda)


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