Wer übernimmt die FCSG-Aktien von Dölf Früh?

DAS GROSSE RÄTSELRATEN ⋅ Dölf Früh, Ex-Präsident und Hauptaktionär des FC St.Gallen, hat angekündigt, seine Aktien abzutreten. Aber an wen? Potenzielle Interessenten beziehen Stellung.
07. September 2017, 19:46
Daniel Walt/Adrian Lemmenmeier
Dölf Früh hat bekannt gegeben, baldmöglichst sämtliche Aktien des FC St.Gallen abzugeben. Nun schiessen die Gerüchte ins Kraut: Wer wird Anteilscheine aus Frühs Paket übernehmen? Noch ist der Ex-Präsident mit 48,86 Prozent Hauptaktionär des Clubs.

Als mögliche Abnehmer kursieren verschiedene Namen. Unter anderem jener des St.Galler Küchenbau-Unternehmers Rolf Schubiger. Vor rund 15 Jahren hatte Schubiger mit seinen Kindern erstmals ein Fussballspiel des FC St.Gallen besucht - damals noch im Espenmoos. Seither fühlt er sich dem Club verbunden. Schubiger hält bereits 4,8 Prozent der Aktien der FC St.Gallen Event AG. Aufstocken will er seine Beteiligung nicht, wie er auf Anfrage erklärt: "Die Anteile sollen möglichst breit auf sieben, acht Personen verteilt sein, denen der FC St.Gallen am Herzen liegt."
 

Neue Aktionäre vorgeschlagen

Rolf Schubiger bestätigt allerdings, dass er Dölf Früh vor einiger Zeit mehrere Abnehmer für dessen Aktien vorgeschlagen hat. Dies nach Frühs Aufforderung im vergangenen Mai, neue Aktionäre zu bringen. Dabei handelt es sich laut Schubiger um Immobilien-Unternehmer Patrick Thoma sowie die ebenfalls im Immobilien-Bereich tätigen Gebrüder Jérôme und Patric Müller. Früh werde nun bis zur ordentlichen Generalversammlung im Herbst entscheiden, wer seine Aktien erhalte, sagt Schubiger. Er würde es befürworten, wenn Früh einen kleinen Teil seiner Papiere behalten würde – "er hat viel Gutes für den FC St.Gallen geleistet", so Schubiger, der hofft, dass bald wieder Ruhe rund um den Club einkehrt.

Die Gebrüder Jérôme und Patric Müller wollten sich zu möglichen Absichten, Aktien des Klubs zu erwerben, nicht äussern. Patrick Thoma von der Thoma Immobilien Treuhand AG war nicht erreichbar. 
 

An einem kleinen Teil des Pakets interessiert

Laut Informationen, die "Tagblatt Online" vorliegen, könnte unter den Abnehmern von Frühs Aktienpaket auch der Romanshorner Unternehmer Roland Gutjahr sein. Er ist Verwaltungsratspräsident der Ernst Fischer AG – jener Firma, welche 2008 die Stahlkonstruktion für das neue St.Galler Fussballstadion gefertigt hat. Auf Anfrage erklärt Gutjahr, er habe Früh im Frühling signalisiert, dass er an einer Übernahme eines kleines Teils der Aktien interessiert wäre, wenn es zu einer breiten Streuung in der Öffentlichkeit käme. "Der FC St.Gallen ist ein Kulturgut, das es zu erhalten gilt", begründet Gutjahr. Ein Einstieg im grösseren Stil sei für ihn aber nie ein Thema gewesen. "Zudem kenne ich jene Investoren, die jetzt in den Medien gehandelt werden, gar nicht."

Zum Kreis der möglichen Aktienkäufer wird auch der ehemalige Wegelin-Bankier Steffen Tolle gezählt. Er besitzt bereits gut 10 Prozent der Anteilscheine der FC St.Gallen Event AG. Gerüchte, er würde gegebenenfalls weitere Aktien aus Frühs Paket übernehmen, will Tolle nicht kommentieren. 

Missverstanden fühlt sich Jürg Spiess von der Gustav Spiess AG in Berneck. "Wir haben aus der Zeitung erfahren, dass wir angeblich Interesse daran haben, Aktien von Dölf Früh zu übernehmen", sagt Spiess. Das Unternehmen liefert als Partner und Sponsor dem FC St.Gallen seit vielen Jahren Wurstwaren für die Verpflegung der Matchbesucher an den Heimspielen. "Und das ist unsere Hauptaufgabe", so Spiess. Bezüglich einer Übernahme von Aktien habe es bis anhin nie Kontakte gegeben, und er wisse auch nichts Genaues über die Interna beim FC St.Gallen. "Deshalb wollen wir diese auch nicht weiter kommentieren", sagt Spiess. 
 

Leserkommentare

Anzeige: