St.Gallens Physiochef muss gehen

KNALL ⋅ Der FC St.Gallen kommt trotz Sommerpause nicht zur Ruhe. Nach Sportchef Christian Stübi, der vor etwas mehr als einer Woche zurückgetreten ist, trennt sich der FC St.Gallen überraschend von einem nächsten leitenden Angestellten: Simon Storm, Leiter der medizinischen Abteilung, muss gehen. Trainer Giorgio Contini hat der Mannschaft am Freitagvormittag diesen Entscheid mitgeteilt.
30. Juni 2017, 15:47
Patricia Loher
Die Hintergründe der Trennung sind nach wie vor unklar. Simon Storms Entlassung könnte allerdings ein weiteres Indiz dafür sein, dass im Klub noch immer ein unerbitterlicher Machtkampf tobt, der nach Christian Stübi nun ein nächstes Opfer fordert.

FCSG-Präsident Stefan Hernandez sagt zum Personalentscheid auf Nachfrage: "Wir haben mit Simon Storm in den vergangenen Tagen Gespräche geführt und sind zu dem Entschluss gekommen, eine Veränderung auf seiner Position vorzunehmen. Die Inhalte dieser Gespräche gehören wie sämtliche Internas nicht an die Öffentlichkeit und von daher werden wir uns auch nicht zu Details äussern." 
 

Acht Jahre im Dienst der Espen

Der Vorarlberger Storm war während acht Jahren für die Ostschweizer als Physiotherapeut tätig und dabei zuständig für die Professionalisierung der medizinischen Abteilung. Allerdings war nicht der FC St.Gallen Storms Arbeitgeber sondern die Hirslanden Klinik Am Rosenberg. Im Sinne eines Sponsoringbeitrags trug die Klinik die Personalkosten von Storm. Der Fall könnte sich für die St.Galler noch als komplex erweisen, allerdings äussert sich die Klinik-Mediensprecherin Claudia Bärtsch zurückhaltend. "Wir bedauern sehr, dass es so weit gekommen ist", sagt sie. Man sei mit Storm im Gespräch um zu klären, wie es weitergehe. Storm sei jedenfalls ein top-ausgebildeter Physiotherapeut. Der Österreicher selber wollte keine Stellung nehmen.
 

Hervorragender Ruf

Storm arbeitete seit 2009 für die Hirslanden-Klinik und damit für den FC St.Gallen. Sein Team hat sich immer wieder verändert, auch Trainer wie Uli Forte, Jeff Saibene oder Joe Zinnbauer kamen und gingen. Trotzdem haben es Storm und sein Physiotherapeuten-Team in den vergangenen Jahren mit einem neuen, auf Prävention ausgerichteten Konzept geschafft, dass muskuläre Verletzungen weniger wurden. Im vergangenen Jahr hatte der FC St.Gallen keine schwerwiegende Verletzung zu beklagen. Fachlich genoss Storm einen hervorragenden Ruf. Und als Physiotherapeut war er für einen Grossteil der Spieler die Vertrauensperson im Verein. "Die Tätigkeit beim FC St.Gallen ist für mich ein Privileg. Mein Traum war es immer, für eine Profi-Fussballmannschaft zu arbeiten", sagte der 34-jährige Familienvater einst. Wer Storms Nachfolger wird, ist noch nicht entschieden.

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