St.Gallens nächster Anlauf

SCHWEIZER CUP ⋅ Der FC St.Gallen trifft morgen um 16 Uhr in der ersten Hauptrunde auf das 1.-Liga-Team Baden. Die Ostschweizer hoffen, im Cup wieder einmal eine wichtige Rolle zu spielen. Zuletzt scheiterten sie zweimal früh.
12. August 2017, 05:17
Patricia Loher

Patricia Loher

Mit Giorgio Contini an der Seitenlinie hat St.Gallen unterdessen neun Spiele bestritten. Saisonübergreifend entschieden die Ostschweizer unter dem 43-Jährigen vier Partien für sich, zweimal gab es ein Unentschieden, drei Begegnungen gingen verloren. Die kleine Zwischenbilanz nach dreimonatiger Arbeit ist also positiv-ausgeglichen, nur die Partie am vergangenen Mittwoch war dann doch ein Rückschlag: Zum ersten Mal überhaupt unter Contini gelang St.Gallen kein Tor. Nach dem überzeugenden 2:0 gegen Sion verloren die Ostschweizer gegen Luzern mit 0:2.

Im Nachgang wurde der wenig mutige, uninspirierte Auftritt kritisiert. Contini ist keiner, der sich nicht hinterfragt. «Rückblickend hätte ich nach dem Sion-Spiel wohl besser die eine oder andere Veränderung an der Startformation vorgenommen.» Drei Tage nach der Partie gegen die Walliser hätten Frische und Spritzigkeit gefehlt. Contini sagt, seine Mannschaft habe gegen die Zentralschweizer taktisch genau gleich gespielt wie gegen Sion, «nicht offensiver und nicht defensiver». Nur seien die Spieler weniger aggressiv gewesen: «So war es uns nicht möglich, den Gegner zu Fehlern zu zwingen.»

Contini: «Eine Frage der Mentalität»

Bevor St.Gallen den Fehltritt in der Meisterschaft am nächsten Mittwoch im Nachtragsspiel in Lugano korrigieren kann, absolviert es morgen die erste Cup-Hauptrunde. Gegner ist die 1.-Liga-Mannschaft des FC Baden, die ihr erstes Meisterschaftsspiel gegen die Black Stars aus Basel gewonnen hat. Cup-Partien gegen Unterklassige haben oft ihre Tücken, obwohl die St.Galler seit langem nicht mehr an einem Amateurteam gescheitert sind. «Solche Spiele sind eine Frage der Mentalität. Nur wenn wir demütig bleiben, Respekt haben und seriös auftreten, kann uns nichts passieren», sagt Contini. «Ich will sehen, dass wir den Gegner unter Druck setzen und den Abschluss suchen», so der 43-Jährige, der mit Vaduz viermal den liechtensteinischen Cup gewonnen hat. Der Trainer weiss, wie sehr man auch in der Ostschweiz darauf hofft, im Cup endlich wieder einmal eine Rolle zu spielen: Zuletzt schied St.Gallen zweimal in Folge in den Achtelfinals aus: «Der Cup ist der direkteste Weg in einen internationalen Wettbewerb. Wir wollen weit kommen – auch, weil der Cup immer mit grossen Emotionen verbunden ist.»

St.Gallens Trainer muss morgen auf Alain Wiss verzichten, der aufgrund zweier gelber Karten im Cupwettbewerb der vergangenen Saison eine Spielsperre absitzt. Gut möglich, dass den Platz von Wiss in der Innenverteidigung Silvan Hefti einnimmt. Es wäre für den 19-jährigen Hefti der erste Einsatz in dieser Saison, nachdem er sich in der Vorbereitung in einem Testspiel am Innenband des Sprunggelenks verletzt hatte. Contini tönt an, sich über weitere Veränderungen Gedanken zu machen. Möglich sei auch, dass der eine oder andere junge Spieler zu einem Einsatz komme. Bis gestern noch nicht eingetroffen ist die Spielbewilligung für den gabunischen Neuzugang Yrondu Musavu-King. Verletzt sind Toko und Adonis Ajeti.

Beim FC Baden spielt mit dem 18-jährigen Robin Bieli der Sohn von Rainer Bieli. Der Stürmer Rainer Bieli erzielte einst 132 Meisterschaftstore im Schweizer Profifussball und war ab Sommer 2001 auch für 14 Monate beim FC St.Gallen unter Vertrag. Die letzte Begegnung mit den Aargauern geht für die Ostschweizer auf den 23. August 2014 zurück. Die damals von Jeff Saibene trainierte Mannschaft setzte sich ebenfalls in der ersten Cup-Hauptrunde dank Toren von Goran Karanovic, Marco Aratore und Albert Bunjaku mit 3:0 durch.


Leserkommentare

Anzeige: