Tauscht der FCSG Ajeti gegen Sporar?

TRANSFERGEFLÜSTER ⋅ Der Wechsel von St.Gallens Albian Ajeti zum FC Basel stockt. Offenbar prüft der Serienmeister mit seinem Stürmer Andraz Sporar ein Gegengeschäft. Die Ostschweizer wirken nicht abgeneigt.
13. Juni 2017, 07:28
Christian Brägger

Eigentlich schien alles beschlossen. Doch die Vollzugsmeldung der Rückkehr Albian Ajetis zum FC Basel lässt auf sich warten, was auch damit zu tun hat, dass der Serienmeister weniger bezahlen will, als es dem FC St. Gallen lieb ist. Über Zahlen kann nur spekuliert werden, doch der neue Basler Sportchef Marco Streller sieht statt einer hohen Transfersumme offenbar lieber seinen Spieler Andraz Sporar für ein Jahr in der Ostschweiz parkiert. Stürmer für Stürmer also. Heisst konkret: Basel bezahlt für die Übernahme Ajetis, der in St. Gallen einen Vertrag bis 2021 hat, weniger Ablöse. Dafür erhält das Team von Giorgio Contini leihweise Zuwachs mit dem 23-jährigen Slowenen, der als talentiert gilt, sich in Basel aber nicht etablierte. Hinzu kommt eine höhere Transferbeteiligung, falls Ajeti irgendwann weiterverkauft wird.

Käme es tatsächlich zum Tauschgeschäft, entbehrte dies nicht einer gewissen Ironie, wenn man es nicht gar Laune des Schicksals nennen möchte. Denn der heute 20-jährige Ajeti war einst, als Basel im Januar 2016 Sporar von Olimpija Ljubljana verpflichtete, auch aus Protest dieses Zuzugs nur Tage später zu Augsburg «geflüchtet».

 

  • Marco Zwyssig (rechts) verliess den FC St.Gallen im Sommer 2001 in Richtung FC Tirol Innsbruck (heute FC Wacker Innsbruck) . Die Österreicher liessen sich den Innenverteidiger 220'000 Franken kosten.
  • David Marazzi wechselte nach dem Abstieg im Sommer 2008 zum FC Aarau. Der linke Mittelfeldspieler verbrachte zuvor 5 Saisons in der Ostschweiz. Kostenpunkt: 220'000 Franken.
  • Seifedin Chabbi wurde im Sommer 2016 vom FC St.Gallen aus Lustenau geholt und bereits im Winter 2017 wieder verkauft. Seither spielt er wieder in Österreich. Sein aktueller Arbeitgeber Sturm Graz überwies 220'000 Franken in die Ostschweiz.

Wechselt Albian Ajeti tatsächlich zum FC Basel, bringt dies dem FC St.Gallen Millionen ein. Wer bis anhin der teuerste Abgang der Espen ist, zeigt unsere Bildergalerie. (Quelle: www.transfermarkt.ch)

Das ewige Lied vom fehlenden Geld

Selbstredend läuft auch neben dem 10-Tore-Mann Ajeti die Kaderplanung des FC St. Gallen auf Hochtouren. Dabei dürfte Sejad Salihovic kein Thema mehr sein, der ablösefreie Mittelfeldspieler ist begehrt. Längst unter Dach und Fach müsste Martin Anghas Übertritt zum FC Zürich sein. Dass dem nicht so ist, muss als schlechtes Signal gedeutet werden. Überdies dürfte Servettes Stürmer Jean-Pierre Nsamé wohl zu den Young Boys wechseln, und auch Luganos Armando Sadiku ist für den FC St. Gallen eher zu teuer geworden. Da hätte es der 19-jährige Alessandro Kräuchi einfacher: Der Mittelfeldspieler stand gegen Ende der Meisterschaft zweimal im Aufgebot – er kommt vom eigenen Nachwuchs.

 

Christian Brägger


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