Roy Gelmi verlässt wohl den FC St.Gallen

ABGANG ⋅ Roy Gelmi war einer der wenigen Spieler aus dem St. Galler Nachwuchs, die in den vergangenen Jahren regelmässig für die erste Mannschaft zum Einsatz kamen. Nun verlässt der Bassersdorfer den Club wohl in Richtung Thun.
08. Juli 2017, 21:05
Ralf Streule
Mit 15 Jahren wechselte Roy Gelmi von der Zürcher Nachwuchsabteilung in diejenige der St. Galler. Im Mai 2015 stand der heute 22-Jährige zum ersten Mal für die erste Mannschaft der Ostschweizer auf dem Platz. Dort erlebte er ein Wechselbad der Gefühle. Unter Jeff Saibene schaffte er es schnell zum Stammspieler in der Innenverteidigung, zwischenzeitlich zum Captain, bevor er 2016 unter Joe Zinnbauer oft auf der Bank platznehmen musste. Zuletzt gab es wieder bessere Zeiten: Im defensiven Mittelfeld schien er neu aufzublühen.

Nun aber deutet einiges darauf hin, dass Gelmi nicht länger beim FC St. Gallen bleiben wird. Eine Meldung auf «Blick.ch» wird von Trainer Giorgio Contini zumindest nicht als falsch taxiert. «Der FC Thun ist interessiert.» Zwischen den Zeilen ist zu hören: Gelmi wird den Club verlassen.
 

Gelmi hatte auf seiner Position viel Konkurrenz

Ist Gelmi das Auf und Ab in St. Gallen zu unsicher geworden? Bevorzugt er einen Vertrag beim FC Thun, weil er dort bessere Chancen hat, Stammspieler zu bleiben? Oder spürte er, dass er unter Contini keine Chance bekommen würde? Der Trainer betont, dass er gerne weiter mit dem Schweizer U-Nationalspieler gearbeitet hätte. Fakt ist: In St. Gallen erhielt Gelmi auf der Sechser-Position mit den Neuzuzügen Gjelbrim Taipi und Stjepan Kukuruzovic neue Konkurrenz, und in der Innenverteidigung dürften Karim Haggui und Silvan Hefti gesetzt sein. Dazu kommt Alain Wiss, der auf beiden Positionen eingesetzt werden kann.

Sollte der Abgang offiziell werden, dürfte der FC St. Gallen im defensiven Mittelfeld zu dünn besetzt sein, zumal sich Toko verletzt hat und bis im Oktober ausfallen dürfte. Dass sich der Club nach Ersatz umsehen müsste, ist auch Contini bewusst.
 

Thun müsste Ablöse bezahlen

Verabschiedet sich Gelmi, wäre Silvan Hefti noch der einzige Spieler aus dem St. Galler Nachwuchs, der im aktuellen Kader Stammplatz-Format hat. Dies kann als Dämpfer aus Sicht der Talentschmiede gesehen werden, zumal Gelmi nicht zu einem höher dotierten Club wechselt.

Da Gelmi in St. Gallen bis 2018 unter Vertrag ist, müssten die Berner Oberländer Ablöse bezahlen. Wie hoch diese wäre, kann Contini nicht sagen. «Es wäre sicher eine schöne Summe.» Gelmis aktueller Marktwert wird vom Onlineportal «Transfermarkt» auf eine Million Franken geschätzt. Ein Betrag, den der knapp budgetierende FC Thun aber wohl nicht zu zahlen bereit wäre. 

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