"... the Champions": Hymnenklau vor der Fast-Blamage des FC St.Gallen

CUP-KRIMI IN NÄFELS ⋅ Trotz des bitteren Ausscheidens sind die Verantwortlichen des FC Linth stolz auf den Cup-Auftritt gegen den FC St.Gallen. Präsident Erich Fischli äussert Verständnis für pyrozündende St.Galler Fans und erklärt, weshalb vor der Partie die Champions-League-Hymne abgespielt wurde.
18. September 2017, 13:53
Daniel Walt
Nein, Champions-League-würdig war es definitiv nicht, was die 3050 Zuschauer am Sonntagnachmittag in der Lintharena in Näfels vorgesetzt bekamen. Der vor der Partie übermächtig scheinende FC St.Gallen mühte sich im Cup-Sechzehntelfinal über 120 Minuten gegen die Feierabend-Fussballer des FC Linth ab – erst im Penaltyschiessen konnte der Super-League-Vertreter eine Blamage gerade noch verhindern. Über sich hinaus wuchs dafür der FC Linth. Auf dem Rasen verlangte er dem grossen Favoriten alles ab. Und abseits davon sorgte er für Gänsehaut bei vielen Matchbesuchern: Beim Einlaufen der Mannschaften ertönte die offizielle Champions-League-Hymne (siehe auch Zweittext).
 

Reagiert die Uefa?

«Nein, ich habe niemanden um Erlaubnis gefragt», lacht Erich Fischli, Präsident des FC Linth, als er auf die Champions-League-Hymne angesprochen wird. Als der FC Linth im Jahr 2009 - ebenfalls in einem Cup-Sechzehntelfinal - gegen den FC Luzern spielte, wünschten die Gäste laut Fischli, dass vor dem Spiel die Nationalhymne ertönte. Dieses Jahr habe man etwas anderes machen wollen, sagt er. Ein OK-Mitglied kam in der Folge auf die Idee, die Champions-League-Hymne abzuspielen, um der Partie einen feierlichen Touch zu verleihen. Er warte jetzt einfach einmal ab, ob er einen Brief vom Europäischen Fussballverband (Uefa) erhalte, sagt Fischli.
 

Viel Lob für die Espen-Fans

Trotz des bitteren Ausscheidens in letzter Minute gegen den grossen Favoriten aus der Super League: Die Verantwortlichen beim FC Linth sind stolz auf den Auftritt ihres Teams im Cupfight vom Sonntag. «Wir sind zufrieden, dass wir dem FC St.Gallen über so lange Zeit haben Paroli bieten können», sagt Erich Fischli. Die 3050 Fans, welche der Partie beiwohnten, entsprechen laut dem Präsidenten den Erwartungen der Verantwortlichen. «Wir hatten die Organisation auf diese Anzahl Besucherinnen und Besucher angelegt.» Die Tore zur Lintharena geschlossen hätten die Verantwortlichen bei 3400 Zuschauern.

Für die Fans des FC St.Gallen hat Erich Fischli viel Lob übrig. Er habe es noch nie erlebt, dass in der Lintharena eine so grosse Fangruppe ihr Team von der ersten bis zur letzten Minute unterstützt habe – «wir sind dankbar für die tolle Stimmung, welche die St.Galler Anhänger hingezaubert haben.» Für die Pyroaktionen der Espen-Anhänger zeigt Fischli Verständnis – das gehöre doch einfach dazu, sagt er. Von Schäden durch St.Galler Fans sei ihm ausser einer herausgeschlagenen Werbebande bisher nichts bekannt, erklärt er weiter. Der Linth-Präsident fügt aber an, das hätte sich durchaus auch anders entwickeln können, wenn die St.Galler als Verlierer vom Platz gegangen wären.
 

Verband soll mitbezahlen

Erich Fischli rechnet damit, dass dem FC Linth nach dem Cupspiel gegen St.Gallen ein kleiner Gewinn in der Kasse verbleiben wird. Er gibt aber unverhohlen zu: Wie schon der FC Baden, Gegner des FC St.Gallen eine Runde zuvor, erwog auch der FC Linth, sein Heimrecht an die St.Galler abzutreten. Darauf verzichtet habe man schliesslich, um den einheimischen Fans das Cup-Erlebnis gegen den Oberklassigen zu ermöglichen. Forderungen, wonach der Fussballverband den kleinen Vereinen in Sachen Sicherheitskosten unter die Arme greifen sollte, begrüsst Fischli – «genug Geld hat der Verband ja».
 

Die Hymne der Champions

Im Jahr 1992 komponierte der Brite Tony Britten die Hymne für die Champions League. Sie basiert auf Georg Friedrich Händels «Zadok The Priest» aus den «Coronation Anthems». Die Hymne, deren Refrain vor jedem Spiel der Königsklasse abgespielt wird, ist in den Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch gehalten. Der Text in der Vollversion lautet:

Ce sont les meilleures équipes, Sie sind die allerbesten Mannschaften, The main event, Die Meister, Die Besten, Les grandes équipes, The champions.

Une grande réunion, Eine grosse sportliche Veranstaltung, The main event, Ils sont les meilleurs, Sie sind die Besten, These are the champions, Die Meister, Die Besten, Les grandes équipes, The champions.

Die Meister, Die Besten, Les grandes équipes, The champions. (dwa)


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