Was das Startspiel über die Saison aussagt

FCSG ⋅ Kein Sieg, keine Niederlage. Kein brillanter Auftritt, aber auch kein Abschiffer. Aus dem 3:3 in Lausanne lassen sich beim FC St. Gallen noch wenig Schlüsse ziehen – einige Erkenntnisse gibt es dennoch.
24. Juli 2017, 14:15
Ralf Streule

Ralf Streule

Eines von 36 Saisonspielen ist absolviert. Und der FC St.Gallen, der erstmals seit 2010 mit einem Auswärtsspiel in die Super-League-Saison gestartet ist, hat den ersten Punkt auf dem Konto. Das 3:3 in Lausanne ist ein erster Richtwert – einer, der die Ostschweizer nicht jubeln, aber auch nicht Trübsal blasen lässt. Trainer Giorgio Contini sagte am Ende: «Es wäre ja verrückt, wenn schon alles geklappt hätte.» Eine Startbilanz in sechs Punkten:

Die Saisonstart-Statistik

Mit einem Punkt zum Saisonstart liegt St.Gallen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. In dieser Zeit gewann es das Startspiel zweimal (2:0 gegen Lugano 2016 und 2:0 gegen Basel 2009), verlor dreimal und rang zweimal den Young Boys ein Unentschieden ab. Mit einem Augenzwinkern lässt sich aus Ostschweizer Sicht jubeln: Erstmals seit knapp fünf Jahren steht St.Gallen in der Tabelle wieder vor dem FC Basel.

Die mentale Verfassung

Eine frühe Druckphase von Lausanne und ein Gegentor in der siebten Minute hat Continis Team nicht aus der Ruhe gebracht. Damit zeigte es eine Qualität, die sich schon Ende vergangener Saison angedeutet hatte. Es wartete geduldig auf Chancen, die Roman Buess und Marco Aratore in der ersten Hälfte effizient abschlossen. Die Gegentore aber fielen nach Unkonzentriertheiten. «Anfang Saison ist es oft so, dass man die Konzentration nicht hoch halten kann», so Contini.

  • Nach insgesamt sechs Treffern teilen sich die beiden Teams die Punkte: St.Galler Nassim Ben Khalifa und Andreas Wittwer sowie Waadtländer Valeri Bozhinov sind enttäuscht.
  • Weder die Espen noch die Waadtländer sind nach je drei Treffern mit dem Unentschieden zufrieden: Enttäuschung bei den St.Gallern Nassim Ben Khalifa und Andreas Wittwer sowie beim Waadtländer Valeri Bozhinov nach dem Spiel.
  • Jubel beim Torschützen zum 1:1: Nach dem Ausgleichstreffer von Roman Buess in der 28. Minute haben die Espen eine 3:1-Führung aufgebaut. Danach haben die Waadtländer bereits bis zur 62. Minute wieder ausgeglichen.

Der FC St.Gallen startet zumindest in der Offensive mit einer guten Leistung in die neue Saison und teilt sich trotz drei Treffern die Punkte mit den Waadtländern nach dem 3:3 im Auswärtsspiel. Für die Espen haben Buess, Aratore und Aleksic getroffen, für die Waadtländer Campo, Geissmann und Zaraté. (Bilder: Freshfocus)

Die Offensive

Es überraschte, dass Contini nicht den ehemaligen Lausanner Nassim Ben Khalifa von Beginn weg stürmen liess. Für ihn spielte Buess – er dankte es mit einer starken Leistung. Auffallend, wie gut er sich mit Aratore und Yannis Tafer verstand. Contini: «Wir wollten Läufe in die Tiefe, Schüsse aufs Tor, Präsenz im Strafraum. Das gelang.»

Die Defensive

Sie war am Samstag die Schwachstelle der St.Galler. Lausanne war mit steilen Zuspielen zu oft erfolgreich, die Zuteilung und Staffelung der Viererkette schien nicht immer zu stimmen. Contini nahm die hinterste Reihe in Schutz: «Zwei Toren gingen ärgerliche Ballverluste voran, da machten wir im Aufbau Fehler.»

Die Neuen

Von den Neuzugängen stach der Österreicher Peter Tschernegg im defensiven Mittelfeld heraus – mit physischer Präsenz und viel Ruhe am Ball. Neben ihm zeigte Stjepan Kukuruzovic einen engagierten Auftritt, konnte das Spiel aber kaum prägen. Dass Philippe Koch mehr kann, zeigte er beim FC Zürich. Sein Einstand für St.Gallen war durchzogen – er wurde vom Lausanner Pressing mehrmals überrascht. Ben Khalifa und Gjelbrim Taipi wirkten bei ihnen Kurzeinsätzen agil und engagiert, aber noch ohne grossen Einfluss aufs Spiel.

Die Jungen

Da Silvan Hefti verletzt ausfiel, war kein St.Galler Nachwuchsspieler auf dem Platz. Auf der Bank warteten Boris Babic, Silvan Gönitzer und Tim Staubli. Contini erklärte nach dem Spiel: «Ich hätte die Jungen ohne Bedenken einsetzen können. Von der Organisation her waren heute aber nur zwei Wechsel sinnvoll – die Mannschaft stand zum Schluss wieder stabil.»

  • Daniel Lopar: Note 4. Der Captain hat bei den Gegentoren wenig auszurichten – und steht sonst selten im Fokus.
  • Philippe Koch: Note 3. Deutet Stärken an, ist unter Druck aber fehlerhaft – und noch ohne Einfluss nach vorne.
  • Karim Haggui: Note 3,5. Dirigierte die Abwehr auch schon souveräner – im Kopfballspiel aber meist solid.

Unsere Sportredaktion bewertet nach jedem Spiel die Leistung der eingesetzten Spieler. Die Noten reichen von 1 - Totalausfall, 2 - Schwachpunkt, 3 - Mitläufer, 4 - Normalform, 5 – Leistungsträger bis 6 - Matchwinner. (Bilder: pd)


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