Mit Ajetis Abgang bleibt der FCSG weiter Mittelmass

KOMMENTAR ⋅ Der Transfer von Albian Ajeti steht den sportlichen Ambitionen des FC St.Gallen diametral entgegen. Das angestrebte Ziel, in der Super League mehr als nur ein Mitläufer zu sein, rückt so in die Ferne, schreibt Sportredaktor Christian Brägger.
02. Oktober 2017, 17:19
Was zu befürchten war, ist Tatsache: Albian Ajeti verlässt den FC St.Gallen. Es ist ein herber Rückschlag, einer, der den sportlichen Ambitionen des Clubs diametral entgegenwirkt. Weil der Stürmer trotz eines persönlich mässigen Saisonstarts als Lebensversicherung galt. Ajeti ist ein Rohdiamant, der schon im Sommer hoffte, in Basel den nächsten, besseren Schliff zu erhalten. Der 20-Jährige wollte unbedingt zum Serienmeister. Doch Stefan Hernandez, der neue St. Gallen-Präsident, verwehrte es ihm.

Er sah am Spieler ein höheres Preisschild – und will sportlich mehr sein als eine graue Maus. Ajeti ist heute teurer als vor Monaten, den grossen Reibach macht der FC St. Gallen aber nicht: zu viele Parteien partizipieren am Transfer. Und erst im internationalen Geschäft wird ein Fussballer so richtig teuer.
 
Überdies musste man zuletzt bei den St.Gallern zwischen den Zeilen lesen: Da war mit Albian Ajeti ein Talent, das nicht mehr so glücklich schien; da ist mit Adonis sein schon lange verletzter Zwillingsbruder, den man am liebsten abgäbe; da war ein Trainer, der Mühe hatte mit der Defensivarbeit seines Topstürmers – und damit wohl auch mit dessen Einstellung.

Im Grunde sagt Ajetis Weggang vor allem aber dies: Es ist ein harter, beschwerlicher Weg für den FC St. Gallen, in der Super League mehr zu sein als bloss ein Mitläufer.

Christian Brägger

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