Daniel Lopars Zeit als FCSG-Stammgoalie in fünf Schlüsselmomenten

ABGELÖST ⋅ Daniel Lopar hat seinen Stammplatz im Tor des FC St.Gallen an Dejan Stojanovic verloren. Wir blicken zurück auf die Zeit des Romanshorners bei den Espen: Von den Pfiffen bei der Aufstiegsfeier über den gehaltenen Penalty gegen Valencia bis hin zu einer wunderbaren Fanchoreo für Lopar.
29. Januar 2018, 09:44
Daniel Walt/Tim Naef

Die neue Nummer 1: Lopar löst Razzetti ab

Es ist eine mutige Entscheidung, die Trainer Krassimir Balakov Anfang 2008 fällt. Für die zweite Saisonhälfte setzt er zwischen den Pfosten nicht mehr auf Publikumsliebling Stefano Razzetti, sondern auf den 22-jährigen Daniel Lopar.

Wachablösung im Tor des FC St.Gallen: Daniel Lopar (links) spielte ab Anfang 2008 für Stefano Razzetti.

Wachablösung im Tor des FC St.Gallen: Daniel Lopar (links) spielte ab Anfang 2008 für Stefano Razzetti.

Der Romanshorner Daniel Lopar – er hat 2004 mit dem FC Wil den Cupfinal gegen GC gewonnen – gilt zwar als talentiert. Viele Fans fragen sich aber, ob Lopar der nervlichen Belastung im Abstiegskampf gewachsen sein wird. Er ist es – die Espen steigen im Mai in der Barrage gegen Bellinzona im letzten Spiel im Espenmoos zwar ab, das liegt aber keinesfalls an Lopar. Deshalb setzt auch der neue Trainer Uli Forte vorerst auf ihn. Razzetti seinerseits beendet nach dem Abstieg seine Karriere. Und wird später beim FC St.Gallen pikanterweise Lopars Goalietrainer.


Pfiffe bei der Aufstiegsfeier

Es müsssen bittere Momente für Daniel Lopar gewesen sein: Im Mai 2012 stieg der FC St.Gallen nach einem Jahr direkt wieder in die Super League auf. Und an der Aufstiegsfeier unmittelbar nach der 1:2-Heimniederlage gegen Aarau wurden der Goalie und noch viel stärker Trainer Jeff Saibene mit Pfiffen eingedeckt. Der Romanshorner Lopar hatte sich im teaminternen Torhüterduell gegen Publikumsliebling Germano Vailati durchgesetzt, der daraufhin beschloss, die St.Galler per Ende Saison in Richtung Basel zu verlassen. Viele Fans verstanden den Entscheid von Trainer Jeff Saibene, auf Lopar zu setzen, nicht und machten ihrem Unmut darüber bei der Aufstiegsfeier Luft.

Lopar nahm nach dem Spiel im Gegensatz zu Saibene nicht zu den Pfiffen Stellung – und eroberte sich die Anerkennung der Anhänger in der Folge mit vielen Glanzparaden und beständigen Leistungen zurück.


Der gehaltene Penalty gegen Valencia

Gut ein Jahr später sah die Geschichte schon ganz anders aus: Eine magische Stimmung herrschte Anfang November 2013 in der Arena, als der FC St.Gallen in der Europa League das grosse Valencia empfing. 1:1 stand es zwischen den Espen und dem Favoriten aus Spanien, als der Schiedrichter nach knapp einer Stunde nach einem Foul von Philippe Montandon auf Penalty für Valencia und Rot für den St.Galler Verteidiger entschied. Daniel Lopar konnte unter dem Jubel der grossen Mehrheit der fast 17'000 Zuschauer den Elfmeter entschärfen.

Nur wenige Minuten später zog Stürmer Goran Karanovic von der Mittellinie auf und davon und traf zur zwischenzeitlichen Führung für die Espen. Die Partie ging schliesslich zwar mit 2:3 verloren – nie war die Stimmung im neuen St.Galler Stadion aber magischer als bei der Topaktion von Penaltykiller Daniel Lopar und dem kaltblütige erzielten Treffer Karanovics.

 

Danke, Daniel Lopar!

2006 war der 32-jährige Romanshorner zum FCSG gekommen. Und auch zehn Jahre später stand Daniel Lopar bei den Espen immer noch zwischen den Pfosten. So dankten ihm die Fans Ende 2016 vor dem Heimspiel gegen den FC Sion für sein langjähriges Engagement mit einer denkwürdigen Choreographie. 



Nebst aller Kritik hielt Daniel Lopar immer wieder die Punkte für den FC St.Gallen fest und zeigte teils unglaubliche Paraden. 

(Youtube)

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(F)lopar – ein Goalie spaltet die FCSG-Fangemeinschaft

Die Entscheidung von FCSG-Trainer Giorgio Contini, Daniel Lopar als Stammgoalie abzusetzen, dürfte auch mit der Leistung des Romanshorners in der Vorrunde zusammenhängen. Nach zwei groben Patzern in zwei aufeinanderfolgenden Spielen stand Lopar heftig in der Kritik. In einer Online-Umfrage hielten damals aber noch über 60 Prozent der Tagblatt-Online-Leser an Daniel Lopar fest. Contini machte aber explizit die Tatsache für den Wechsel verantwortlich, dass Stojanovic die Zukunft gehöre und dieser im Gegensatz zu Lopar für den Verein noch Kapital abwerfe.

FCSG-Goalie Daniel Lopar patzte zwei Mal in zwei Spielen – gegen GC und gegen Luzern. (Youtube)

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