Land unter in der Sonnenstube – Wolkenbruch rettet St. Gallen

ABBRUCH ⋅ Der FC St.Gallen zeigt in Lugano wenig bis nichts und liegt zur Pause 0:1 zurück, ehe sintflutartiger Regenfall die Fortsetzung der Partie verunmöglicht. Für Gesprächsstoff sorgt aber auch die schwächste Halbzeit der Ostschweizer unter Trainer Giorgio Contini.
30. Juli 2017, 11:29
Christian Brägger, Lugano

Christian Brägger, Lugano

«Lago mio!» So in etwa könnte die Gefühlswelt des St.Galler Anhangs ausgesehen haben in der Pause. Tiefer Seufzer inklusive. Einerseits, weil das Gebotene seiner Mannschaft so überhaupt nicht dem entsprach, was man sich erhofft hatte. Und man von Glück reden musste, dass der FC St.Gallen in Lugano nach dem Treffer von Dragan Mihajlovic lediglich 0:1 zurücklag. Andererseits war da das Wetter, das Kapriolen machte und einem ein «Lago mio!» entriss.

Die schwarze Wand hatte schon vor dem Anpfiff gelauert, und mit Fortdauer der Partie schlich sie sich immer näher ans Cornaredo heran, bis sie sich nach einer halben Stunde Spielzeit zu entleeren begann. Und wie. An ein Weiterspielen war da bereits kaum mehr zu ­denken, wobei die St.Galler ja auch davor nicht richtig mit­gespielt hatten. Es bildeten sich erste Pfützen, alsbald kleine Seen, dazu kam noch diese 0:1-Hypothek aus der 33. Minute, bei dem sich die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini gar allzu leicht hatte ausspielen ­lassen. Ja, für einmal fühlte es sich so richtig furchtbar an im Tessin.

  • Man könnte meinen, dass das Bild eine Szene aus einer neuen Wassersportart darstellt: Goalie Daniel Lopar lenkt den Ball ab.
  • Das heftige Gewitter in Lugano sorgt nach der ersten Halbzeit für einen Spielabbruch.
  • Sie blieben vom starken Regen verschont: Martin Angha, Tranquillo Barnetta, Nassim Ben Khalifa (v.l.n.r.) auf der Ersatzbank.

Der FCSG kann wegen starken Regens die Partie gegen den FC Lugano nicht zu Ende spielen. Schiedsrichter Sascha Amhof hat das Terrain nach der zweiten Halbzeit inspiziert und entschieden, dass die Partie abgebrochen wird. (Bilder: Freshfocus)

In der Pause versuchten die heimischen Rasenpfleger noch zu retten, was zu retten war: Die Weiterführung der Partie zu sichern und damit die drei Punkte ins Trockene zu bringen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Doch alle Mittel – zwei Walzen standen für die Herausarbeitung des Wassers zur Verfügung – reichten nicht, Schiedsrichter Sascha Amhof brach die Partie richtigerweise ab.

Doch hätte man es kaum für möglich gehalten, dass der FC St.Gallen hier mit Punkten heimgekehrt wäre, und so stand Petrus für einmal auf seiner Seite. Und dennoch war Contini überhaupt nicht froh, dass das Spiel nicht fortgeführt wurde. «Ich hätte gerne gesehen, ob mein Team auf meine in der ­Pause geäusserte Kritik reagieren kann. Das wissen wir nun nicht.» Zwar hatten die Ostschweizer mit der gleichen Formation wie in Lausanne begonnen. Doch ausser Goalie Daniel Lopar musste man Gründe suchen, die diesen Umstand rechtfertigten.

Erinnerungen an Sitten 2015

Ähnliches war im Februar 2015 in Sitten passiert, ebenfalls mit dem FC St. Gallen. Damals verunmöglichte starker Schneefall in der 67. Minute ein Weiter­spielen, die Neuansetzung verloren die Ostschweizer 0:3. Im Tessin kann es bei einer Wiederholung nur besser werden als ges­tern.


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