Albian Ajeti: "Ich fühle mich wohl in St.Gallen"

FC ST.GALLEN ⋅ Nach seiner Einwechslung gegen Sion hat Albian Ajeti gezeigt, dass wieder mit ihm zu rechnen ist. Auf das Angebot aus Italien gehen die St.Galler nicht ein.
08. August 2017, 07:50
Patricia Loher

Patricia Loher

Bloss gut eine Viertelstunde benötigte Albian Ajeti, um sich zurückzumelden. Nach einem Steilpass von Tranquillo Barnetta und dem Zuspiel von Marco Aratore erzielte der eingewechselte Stürmer in der 86. Minute das entscheidende 2:0. Als Ajeti den Platz betrat, waren noch keine Tore gefallen. Seine Kollegen hatten sich am Bollwerk des Gegners aus dem Wallis die Zähne ausgebissen, ehe in der 76. Minute der überragende Aratore per Kopf das 1:0 erzielte. «Ich bin glücklich über unseren Auftritt. Es war ein verdienter Sieg», sagte Ajeti.

Der Basler, der vor einem Jahr von Augsburg nach St.Gallen kam, war in der vergangenen Saison bester Torschütze der Ostschweizer. In 29 Partien hatte er 10 Mal getroffen. Aber eine Entzündung im Knie beeinträchtigte die ganze Vorbereitung. Nach vielen individuellen Einheiten ist der 20-Jährige, dessen Zwillingsbruder Adonis weiterhin verletzt ist, erst seit zwei Wochen wieder voll im Mannschaftstraining. Gegen Sion kam der Stürmer zum ersten Einsatz in dieser Saison. «Ein bisschen hat mir noch die Luft gefehlt», sagte er hinterher. Auf Instagram postete er ein Bild mit der Unterschrift: «Good to be back» – «Gut, zurück zu sein».

Es gab nie eine Grundlage, um zu verhandeln

Selbstverständlich ist es nicht, dass Ajeti noch immer in St.Gallen ist. Basel hatte heftig um ihn gebuhlt, und natürlich war für den Schweizer Nachwuchsinternationalen eine Rückkehr zum Ligakrösus reizvoll. Doch die Parteien fanden sich nicht, ein Transfer scheiterte. Zuletzt lag erneut ein Angebot für den talentierten jungen Spieler auf dem Tisch. Der Serie-A-Aufsteiger SPAL Ferrara, ein Club aus der Emilia-Romagna, wollte sich die Dienste Ajetis sichern. Der «Blick» schrieb von einem Angebot von 3,5 Millionen Franken, was der FC St.Gallen aber dementierte. Es habe nie eine realistische Grundlage gegeben, um zu verhandeln, so die Verantwortlichen. Ajeti sagt, er habe um das Angebot gewusst. Zu weiteren Ausführungen war er nicht bereit. Nur so viel: «Ich fühle mich wohl in St.Gallen. Ich gehe davon aus, weiterhin hier zu spielen.» Das internationale Transferfenster schliesst Ende August.

So ist also der Konkurrenzkampf bei den St.Gallern im Sturm in vollem Gang. Nachdem Trainer Giorgio Contini beim 3:3 in Lausanne und im zur Pause abgebrochenen Spiel in Lugano auf Roman Buess gesetzt hatte, kam am Sonntag Neuzugang Nassim Ben Khalifa erstmals von Beginn weg zum Einsatz. Sowohl Buess als auch Ben Khalifa machten ihre Sache gut, nun gesellt sich auch Ajeti wieder zu ihnen.

Der Trainer hat die Qual der Wahl, was ihn wegen der intensiven nächsten Tage kaum belasten dürfte. Schon morgen um 20 Uhr empfängt St.Gallen Luzern, ehe es am Sonntag in der ersten Cup- runde zum 1.-Liga-Club Baden geht. Nach dem Nachholspiel gegen Lugano am Mittwoch, 16. August, gastieren die St.Galler bei den Grasshoppers.


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