Sie brachten dem FCSG Millionen ein

FCSG UND DAS GELD ⋅ Wechselt Albian Ajeti zu St.Gallens heutigem Gegner Basel, könnte dies den Ostschweizern möglicherweise bis zu drei Millionen Franken einbringen. St.Gallens Rekordmann bleibt Charles Amoah.
02. Juni 2017, 08:39
Patricia Loher

Patricia Loher

Im Fussball sind Verträge nur so viel wert wie das Papier, auf dem sie geschrieben sind. Aus sportlicher Sicht trifft diese Binsenwahrheit nun auch auf den FC St. Gallen und Albian Ajeti zu. Der talentierte Stürmer dürfte für die Ostschweizer heute sein letztes Spiel bestreiten. Gegen seinen künftigen Arbeitgeber. Und trotz eines Vertrages bis 2021. Dass einer wie er kaum vier Jahre lang zu halten sein wird, war man sich in St. Gallen bewusst. Doch ein bisschen länger hätte es doch sein dürfen, finden die Anhänger.

Aus finanzieller Sicht hingegen ist Ajetis langfristiger Kontrakt für den FC St. Gallen ein Segen. Im Januar 2016 überwies der FC Augsburg für Ajeti rund eine halbe Million Euro nach Basel. Vor zwei Monaten gelang es St. Gallens Sportchef Christian Stübi, den Stürmer für weniger als eine Million Franken definitiv zu verpflichten. Dem Vernehmen nach wird sich der Doublegewinner eine Rückkehr Ajetis eine einstellige mittlere Millionensumme kosten lassen. Auch wenn der FC Augsburg daran partizipieren wird, steigt der erst 20-jährige Ajeti in der Liste von St. Gallens Toptransfers in einen illustren Kreis auf.

 

  • Marco Zwyssig (rechts) verliess den FC St.Gallen im Sommer 2001 in Richtung FC Tirol Innsbruck (heute FC Wacker Innsbruck) . Die Österreicher liessen sich den Innenverteidiger 220'000 Franken kosten.
  • David Marazzi wechselte nach dem Abstieg im Sommer 2008 zum FC Aarau. Der linke Mittelfeldspieler verbrachte zuvor 5 Saisons in der Ostschweiz. Kostenpunkt: 220'000 Franken.
  • Seifedin Chabbi wurde im Sommer 2016 vom FC St.Gallen aus Lustenau geholt und bereits im Winter 2017 wieder verkauft. Seither spielt er wieder in Österreich. Sein aktueller Arbeitgeber Sturm Graz überwies 220'000 Franken in die Ostschweiz.

Wechselt Albian Ajeti tatsächlich zum FC Basel, bringt dies dem FC St.Gallen Millionen ein. Wer bis anhin der teuerste Abgang der Espen ist, zeigt unsere Bildergalerie. (Quelle: www.transfermarkt.ch)

Charles Amoahs teurer Wechsel nach Graz

Die Summe, welche die Ostschweizer für ihn erhalten, dürfte sich gegen drei Millionen Franken bewegen – ähnlich viel Geld haben die St. Galler vor vier Jahren für Oscar Scarione kassiert, der die Schweiz als bester Torschütze der Super League in Richtung Türkei zu Kasimpasa verliess. Der Argentinier, der nun für Maccabi Tel Aviv spielt, ist laut dem Onlineportal Transfermarkt.ch bis heute der drittteuerste Abgang in St. Gallens Vereinsgeschichte. Sein Marktwert wird im Moment auf 4,5 Millionen Franken geschätzt.

St. Gallens Rekordmann ist aber noch immer Charles Amoah. Der Ghanaer, der die Ostschweizer 1999/2000 mit seiner Treffsicherheit zum Meistertitel führte, verliess den Club wenige Monate später in Richtung Graz. Sturm Graz warf damals gegen sechs Millionen Franken für den Stürmer auf – so viel wie noch nie zuvor für einen Spieler. Der heute 42-Jährige setzte sich in Österreich aber nicht durch.

Platz zwei in der ewigen St. Galler Clubrangliste belegt Ivan Zamorano. Der Chilene, der im Espenmoos einst eine Weltkarriere startete, brachte dem FC St. Gallen 3,3 Millionen Franken ein. Zamorano wechselte im Jahr 1990 zum FC Sevilla, ehe Real Madrid für den Südamerikaner fünf Millionen Dollar zahlte.

Der letzte und bislang einzige einheimische Junior, der dem Club über eine Million Franken in die Kasse spülte, war Moreno Costanzo. Dank der 1,1 Millionen Franken, welche die Young Boys vor sieben Jahren nach St. Gallen überwiesen, belegt der gebürtige Toggenburger hinter Amoah, Zamorano und Scarione Rang vier. Costanzo schaffte bei den Bernern den Sprung in die Nationalmannschaft, ehe er über Aarau beim FC Vaduz landete. Zuletzt stieg der Mittelfeldspieler mit den Liechtensteinern in die Challenge League ab. Das Gerücht hält sich, dass der 29-Jährige mit einer Rückkehr nach St. Gallen liebäugelt. Sein aktueller Marktwert beträgt 800000 Franken.


3 Leserkommentare

Anzeige: