FC St.Gallen kann Cup-Debakel gegen Amateurteam knapp verhindern

IM GLÜCK ⋅ Der FC St. Gallen hinterlässt im Cup-Sechzehntelfinal keinen guten Eindruck. In 120 Minuten erreichen die Gäste beim FC Linth aus der 2. Liga interregional nur ein 1:1 und setzen sich erst im Penaltyschiessen durch.
Aktualisiert: 
17.09.2017, 21:00
17. September 2017, 18:30
Patricia Loher/red.
Der FC St. Gallen hat in Näfels über weite Strecken enttäuscht. Am Ende mussten die Ostschweizer sogar froh sein, beim vier Klassen tiefer spielenden Linth überhaupt noch das Penaltyschiessen zu erreichen. Kurz vor dem Ende der Verlängerung hatte Filip Brezina die Möglichkeit auf dem Fuss, das Super-League-Team aus dem Cup zu kippen und ins Elend zu stossen. Allerdings entschärfte St. Gallens Goalie Dejan Stojanovic den platzierten Flachschuss. Der 24-jährige Torhüter, in der Meisterschaft hinter Daniel Lopar die Nummer zwei, zeichnete sich dann auch im Elfmeterschiessen aus, als er zwei Versuche parierte. Stojanovic verhinderte das grösste St. Galler Cup-Debakel seit dem Out bei Küssnacht am Rigi im Jahr 2005. 

St. Gallen hatte dem Amateurteam des FC Linth die Überraschung auf dem Silbertablett serviert. Vor allem nach der Pause war der Auftritt der Gäste gegen solidarisch kämpfende Glarner ein empfindlicher Rückschlag. Nachdem Yves Sanchez in der 49. Minute nach einem Ablenker Silvan Heftis das 1:1 erzielt hatte, waren St. Gallens Ideenlosigkeit im Aufbau und die 
enorm hohe Fehlpassquote erschreckend. Natürlich war die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini mehr im Ballbesitz. Doch meistens hatte die Abwehr des Teams aus der 2. Liga interregional alles im Griff. Das allein sagt viel über die Leistung der St. Galler an diesem herbstlich trüben Nachmittag aus. Die Ostschweizer waren selbst für ein Amateurteam leicht auszurechnen. «Zum ersten Mal, seit ich in St. Gallen Trainer bin, hat die Mentalität nicht gestimmt», sagte Trainer Giorgio Contini.

Ärgerliche Schlaufe vor dem Spiel gegen Basel
Trotz der schwachen Leistung während der zweiten 45 Minuten hätten die Gäste die vor dem Meisterschaftsspiel am Mittwoch gegen Basel ärgerliche Zusatzschlaufe vermeiden können, wären sie effizienter aufgetreten. Aber Albian Ajeti scheiterte in der 64. Minute mit einem Kopfball am glänzend aufgelegten Linth-Goalie Danko Savanovic, ehe eine Viertelstunde später Marco Aratore das leere Tor nicht traf. 

In der Verlängerung konnten die Gäste den Schalter nicht mehr umlegen, zudem verloren sie in der 99. Minute nach einem Hands Stjepan Kukuruzovic mit der gelb-roten Karte. Der Mittelfeldspieler hatte sich bereits vor der Pause eine Verwarnung eingehandelt. St. Gallens bester Mann neben Stojanovic war Hefti, dem in der Abwehr fast keine Fehler unterliefen und der sich mangels Alternativen auch dann und wann in die Offensive einschaltete.  

Während der ersten 45 Minuten war St. Gallens Auftritt noch in Ordnung gewesen. Die Ostschweizer agierten variabel, waren überlegen und kamen zu fünf guten Chancen. Den St.Gallern stand dabei aber oft der starke Linth-Torhüter im Weg, der das Spiel seines Lebens ablieferte und die Profis an den Rand der Verzweiflung brachte. Trotz Goalie Savanovic hätten die Gäste aber 3:0 führen können, wären sie zielstrebiger und hartnäckiger gewesen. Das 1:0 nach einem wunderbaren Weitschuss von Danijel Aleksic aus der 14. Minute war zur Pause ein zu knapper Vorsprung, um sich in Sicherheit zu wiegen. Immerhin entwickelte sich nach dem Ausgleich eine unterhaltsame, gegen Ende gar spektakuläre Cup-Partie – zum Ärger von Contini: «Nach dem 1:0 haben wir unseren Job nicht mehr gemacht.»
 

Jetzt in Delémont - Wil ausgeschieden

Wie die Auslosung ergab, spielen die St.Galler im Achtelfinal nun auswärts bei Delémont aus der 1. Liga. Zu einem Traumlos kam der FC Rapperswil-Jona aus der Challenge League - er spielt im Achtelfinal daheim gegen den grossen FC Basel.

In einem zweiten Cup-Sechzehntelfinal mit Ostschweizer Beteiligung setzte sich der favorisierte FC Thun beim FC Wil aus der Challenge League klar mit 3:0 durch.

Auslosung der Achtelfinals:
Stade Nyonnais - Thun; Rapperswil-Jona - Basel; Stade Lausanne-Ouchy - FC Zürich; Lausanne-Sport - GC; Delémont - St.Gallen; Echallens - Luzern; Schötz - Lugano; Münsingen - Young Boys.

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