St.Gallens kurzer Flirt mit Christian Constantin

GLOSSE ⋅ Sions hoch umstrittener Präsident Christian Constantin soll vor einiger Zeit gefragt worden sein, ob er den FC St.Gallen übernehmen wolle. Was, wenn er "Oui" gesagt hätte? Eine Glosse von Sportredaktor Christian Brägger.
28. September 2017, 10:55

«In St.Gallen will Dölf Früh den Club verkaufen, man hört etwas von 20 Millionen Franken.» Es ist zehn Monate her, da liess Christian Constantin in der «Sonntagszeitung» diesen Satz fallen. Später schilderte der Sion-Präsident am Telefon in aller Freundlichkeit, wie er zu dieser Aussage gekommen war. Ein gewisser Philippe Huber habe ihn vor einiger Zeit angefragt, ob er an Frühs Aktien des FC St.Gallen interessiert sei. Huber war einst der starke Mann der Kentaro AG. Jenem Spielevermarkter, der in Konkurs ging. Auch Früh hatte in die Firma investiert – und viel Geld verloren.

Angenommen, der Flirt mit Constantin hat tatsächlich stattgefunden. Und angenommen, der Walliser hätte auf die Avance mit «oui» geantwortet. Dann würde manches im Verein anders laufen. Er hätte Geld in Hülle und Fülle. Er hätte jedes Jahr zweimal einen neuen Mann an der Seitenlinie. Er könnte zu Beginn jeder Saison mit einer rundum erneuerten Mannschaft auflaufen. Und er hätte einen schlagkräftigen Präsidenten an der Spitze, der sogar in Boxer- und Kung-Fu-Kreisen hohes Ansehen geniesst. Erledigt wäre auch die leidige Suche nach einem unabhängigen Sportchef. Constantin-Sohn Barthélémy würde das gratis machen – auf Lebzeit. Es sei denn, er wäre gerade wegen Drohungen gegen Leib und Leben gesperrt. Dann könnte Papa einspringen – sofern er nicht gerade auch gesperrt ist. Aber eben: CC hat «non» gesagt. Die Enttäuschung hält sich in Grenzen.

Christian Brägger
christian.braegger@tagblatt.ch


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