«Nicht das, was wir uns vornahmen»

NACHGEFRAGT ⋅ Auch Tranquillo Barnetta ist bei der ersten Rückrunden-Niederlage der St.Galler nicht auf Touren gekommen. Er spricht über die fehlende Aggressivität – und seinen Ärger bei der Auswechslung nach 69 Minuten.
26. Februar 2017, 20:12
Ralf Streule
Tranquillo Barnetta, bei der Auswechslung wirkten Sie ziemlich wirsch. Sie erwiderten den Handschlag von Joe Zinnbauer nicht.
Das habt ihr falsch gesehen. Wir haben uns abgeklatscht – das ist überhaupt kein Thema.

Dennoch: Die Auswechslung machte Sie offensichtlich ziemlich wütend.
Ich war ganz einfach unzufrieden über die Leistung der Mannschaft. Das war nicht, was wir uns vorgenommen haben. Nach einem solchen Spiel ist man natürlich nicht erfreut.

Als Mittelfeldspieler war’s heute schwierig: Es wurde oft mit hohen Bällen agiert.
Das ist richtig. Und wenn wir dann lange Bälle spielen, müssen wir auf die Abpraller gehen – das ist Lugano besser gelungen als uns. Immerhin hatten wir drei ganz gute Chancen – zu Hause muss St.Gallen aber sicher anders auftreten. Wir liefen immer etwas hinterher und hatten nicht den Ballbesitz, den wir gerne anstreben.
 
Zu viele lange Bälle: Das Thema kommt bei St. Gallen immer mal wieder auf. Was muss man ändern?
Wenn man wie heute nicht richtig ins Spiel kommt, will man hinten kein Risiko eingehen und behilft sich halt mit langen Bällen – anstatt zwischen die Linien zu spielen. Das machten wir zuletzt besser. Es passte heute halt nicht.
  • Daniel Lopar: Note 4. St.Gallens Torhüter streckt sich bei Armando Sadikus Prachtstreffer vergebens – ihn trifft beim entscheidenden Goal aber keine Schuld. Er pariert die weiteren Versuche der Luganesi, zweimal aber lässt er einen Schuss nach vorne abprallen. Bei Rückpässen lässt er sich schnell unter Druck bringen: Seine weiten Abschläge landen fast ohne Ausnahme in den Füssen der Tessiner.
  • Karim Haggui: Note 4. Der Innenverteidiger orchestriert die Abwehr lange Zeit ruhig und mit Übersicht. Er hat beim sehenswerten Pfostentreffer kurz vor Schluss die grösste Chance der Ostschweizer auf dem Kopf. In der zweiten Halbzeit bei Standards der Luganesi aber nicht immer sattelfest.
  • Silvan Hefti: Note 4. In einigen Situationen zeigt der junge Ostschweizer sein Potenzial. Spielt wiederum mutig, ist aber im Zweikampf gegen die aggressiven Luganesi fehlerhafter als zuletzt.

Unsere Sportredaktion bewertet nach jedem Spiel die Leistung der eingesetzten Spieler. Die Noten reichen von 1 - Totalausfall, 2 - Schwachpunkt, 3 - Mitläufer, 4 - Normalform, 5 – Leistungsträger bis 6 - Matchwinner. (Bilder: pd)


 

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