«Ich würde Zinnbauer nochmals einstellen»

NACHGEFRAGT ⋅ Für FCSG-Sportchef Christian Stübi war Giorgio Contini der Wunschkandidat als ­neuer Trainer des FC St. Gallen. Weil dieser den Verein, das Umfeld und den Fussball in der Schweiz perfekt kenne – und immer beste Arbeit geleistet habe.
05. Mai 2017, 07:31

Es heisst, die St. Galler Clubführung habe sich auch mit Pierluigi Tami getroffen. Stimmt es, dass der frühere Coach der Grasshoppers unverhofft abgesagt hat?

Wir haben uns natürlich mit anderen Kandidaten getroffen. Doch zu einzelnen Namen äussere ich mich nicht. Nur so viel: Es gab keinen Favoriten vor den ersten Gesprächen mit den vier Kandidaten, die wir evaluiert hatten. Mit Contini haben wir uns nun einfach für die beste Lösung entschieden.

Contini gilt als Vertrauter von Marco Otero, dem Technischen Leiter von Future Champs Ostschweiz. Hatte das einen Einfluss?

Ich kann es nur betonen: Es gibt keinen Otero-Clan im FC St. Gallen. Sicher gibt es zwischen einigen Leuten eine Verbindung. Doch das sind ganz normale Vorgänge in einem Club.

  • Giorgio Contini wechselte 1996 vom FC Baden zu St.Gallen. Hier eine Aufnahme von 1997.
  • In 145 Spielen erzielte der Stürmer insgesamt 30 Tore.
  • Aufnahme aus dem Jahr 1998.

Giorgio Contini hatte in seiner Karriere als Spieler und Trainer bereits viele Berühungspunkte mit dem FC St.Gallen. Als Stürmer war er in der Meistermannschaft 2000 dabei, es folgten Engagemenets als Trainer der U21, als Assistenztrainer der ersten Mannschaft sowie Interimstrainer im März 2011. Als Cheftrainer des FC Vaduz wusste er seinen früheren Club regelmässig zu blamieren. Nun ist er zum FC St.Gallen zurückgekehrt. (Bilder: Keystone)

Folgt nun die grosse Kader­bereinigung für die nächste Saison?

Contini hat nun die Qual der Wahl, aus den 23 Kaderspielern eine Mannschaft zusammenzustellen. Das ist auch die Chance für jene Akteure, die zuletzt wenig Einsatzzeit erhielten. Alles wird neu beginnen. Nicht der neue Trainer, sondern wir und die Spieler stehen jetzt in der Verantwortung, noch mehr zu tun.

War die Niederlage gegen die Young Boys wirklich jenes Spiel, das das Fass zum Überlaufen brachte?

Wir haben noch sechs entscheidende Partien vor uns. Anhand des Fakts, dass wir uns erneut in der Talsohle befinden, sahen wir uns zum Handeln gezwungen. Dabei ging es neben den wirtschaftlichen Faktoren auch um die Kaderplanung für die nächste Saison. Und darum, ob das Team wieder aus dem Tief findet. Wir haben alle Punkte am Montag analysiert und kamen zum Entschluss, den Schnitt jetzt zu machen. Auch dass Präsident Dölf Früh bald sein Amt abgibt, hat keinen Einfluss gehabt.

Sie sind das sportliche Gewissen des Clubs. Wie sehen Sie Ihre Rolle?

Meine Aufgabe ist es, dem Präsidenten die Gesamtsituation aufzuzeigen, vor allem muss ich auf die Gefahren hinweisen. Bei den Gesprächen mit den Kan­didaten war Früh dann teilweise dabei. Das ist insofern wichtig, weil man weiss, dass Früh beim FC St. Gallen den Trainer bis zum Gehtnichtmehr stützt.

Würden Sie Zinnbauer im Nachhinein nochmals einstellen?

Ja. (cbr)

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