Dölf Früh tritt als FCSG-Präsident zurück

FCSG ⋅ Dölf Früh, Verwaltungsratspräsident des FC St.Gallen, wird aus gesundheitlichen Gründen sein Amt vorzeitig niederlegen. Dies schreibt der FCSG in einer Medienmitteilung.
10. April 2017, 07:03
Tim Naef
"Aufgrund des Rücktritts von Dölf Früh wird es im Mai eine ausserordentliche Generalversammlung geben", schreibt der FCSG in einer Medienmitteilung. Wann genau diese stattfindet, will der Club noch mitteilen. Genaue Details über den gesundheitlichen Zustand wollen Früh und der FC St.Gallen keine nennen. Der Blick will erfahren haben, dass sich Früh einer zwölfwöchigen Therapie unterziehen muss. 

  • Dölf Früh mit Tranquillo Barnetta.

Dölf Früh leitet seit 2010 die Geschicke des FC St.Gallen. Mit ihm als Präsident stiegen die Espen ab, stiegen auf und spielten in der Europa League. (Bilder: asdf)



Wie es mit dem Club weiter geht, ist noch offen: "Bis zu dieser ausserordentlichen Generalversammlung wird Dölf Früh noch als Präsident walten", sagt Daniel Last, Mediensprecher des FC St.Gallen. In welchem Umfang sei aber noch unklar. Berichte, wonach Michael Hüppi als Interimspräsident einspringen wird, kann Last nicht bestätigen: "Das ist rein von den Statuten her sicherlich ein mögliches Szenario, da Michael Hüppi als Vizepräsident amtet. Es kann aber natürlich auch sein, dass bis zur GV ein anderer Kandidat für die Nachfolge gefunden wird."

Unklar ist zudem, ob Dölf Früh Miteigentümer des Klubs bleibt. Dies wird sich erst an der Generalversammlung definitiv zeigen. Vieles deutet aber darauf hin, dass Früh dem FCSG als Grossaktionär erhalten bleibt.


Turbulente Zeiten

Dölf Früh hat Ende 2010 die Leitung des FCSG als Präsident übernommen. Mit anderen Investoren rettete der 65-Jährige die Espen vor dem Ruin. Nur wenige Monate später stieg der FC St.Gallen dennoch aus der Super League ab. Früh gelang es in der Folge, eine Mannschaft zu formen, die zwei Jahre später in der Europa League Schlagzeilen machte.

Seither hat es Früh geschafft, den FC St.Gallen auf eine solide finanzielle Basis zu stellen. Er betonte immer wieder, wie wichtig ihm das ist: "Ich sage das nun zum hundertsten Mal, aber eigentlich interessiert es niemanden: Zuerst muss eine Basis vorhanden sein, erst dann kann der Club sportlich erfolgreicher werden. Doch dann liegen manchmal halt Steine auf dem Weg. Aber die Basis haben wir geschaffen. Und das war ein hartes Stück Arbeit. Wir sind kein Bettelclub mehr. Viele Leute honorieren unsere Arbeit. Aber sicher nicht die Mehrheit. Die Mehrheit will ins Stadion gehen, fantastischen Fussball und Siege sehen. Was auch verständlich ist", sagte Früh im diesjährigen Trainingslager.

In den Fokus der Öffentlichkeit rückte Früh wieder im Herbst 2016 als es sportlich düster aussah und der FCSG zwischenzeitlich auf dem letzten Tabellenrang zu finden war. Als - gefühlt - die gesamte Ostschweiz den Rauswurf Joe Zinnbauers forderte, blieb der Präsident ruhig und stärkte dem Trainer den Rücken. Mittlerweile hat sich der Club sportlich wieder gefangen und weilt zurzeit im Tabellenmittelfeld.

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