SCB und ZSC wollen Viertelfinal-Hürde nehmen

CHAMPIONS HOCKEY LEAGUE ⋅ Im vergangenen Jahr scheiterten der SC Bern und die ZSC Lions in der Champions Hockey League in den Viertelfinals. Diesmal wollen sie es besser machen.
05. Dezember 2017, 06:08

Bern empfängt am Dienstag im Hinspiel die Växjö Lakers, die Lions treten zunächst in Liberec an.

Zwischen Bern und den Schweden von Växjö gibt es Parallelen. Beide Teams führen die heimische Liga an, beiden lief es zuletzt aber nicht wunschgemäss. Der SCB verlor in der zweiten Saison unter Trainer Kari Jalonen erstmals drei Partien in Folge, Växjö erlitt zwei Niederlagen hintereinander. Die Berner gaben in den Heimspielen gegen die SCL Tigers (3:5) und Biel (4:5 nach Penaltyschiessen) jeweils ein 3:0 preis, Växjö unterlag Lulea vor heimischen Publikum nach einer 3:1-Führung mit 3:5.

Die negative Serie bereitet Jalonen keine Sorgen. Auch weil sein Team am Sonntag gegen die ZSC Lions trotz der Niederlage (2:3 n.P.) eine Reaktion zeigte. Die Mannschaft weiss um ihre Stärken und will diese gegen Växjö ausspielen. Wie wichtig dem SCB die Champions Hockey League ist, zeigt die Verpflichtung des amerikanischen Scharfschützen Jeremy Morin. Dieser erhielt einen zum 3. Januar laufenden Vertrag, weil der Finne Mika Pyörälä drei bis vier Wochen pausieren muss. Damit werden die Berner im Heimspiel am Dienstag wohl mit fünf Ausländern antreten, in Växjö fehlt Maxim Noreau wegen eines Aufgebot des kanadischen Verbands.

Die Skandinavier legten in der Champions Hockey League eine überzeugende Vorrunde hin, bezwangen auch zweimal den HC Davos (3:0 und 5:3). Im Achtelfinal gegen Salzburg bekundeten die Lakers dann allerdings einige Mühe - den entscheidenden Treffer zum Gesamtskore von 6:5 schossen sie in der 57. Minute. Die Berner tun gegen Växjö gut daran, wenig Strafen zu nehmen. In der Königsklasse weisen die Schweden im Powerplay eine imponierende Erfolgsquote von 29,95 Prozent aus.

Löwen gegen Tiger

Dass die in der Meisterschaft unkonstanten ZSC Lions in den Viertelfinals auf Bili Tigry Liberec treffen, hatte nicht unbedingt erwartet werden können. Die Tschechen bezwangen in der Runde zuvor trotz einer 2:3-Heimniederlage Frölunda Göteborg (Gesamtskore 8:7 nach Verlängerung), den Sieger der letzten beiden Austragungen der Champions Hockey League. Die Osteuropäer gehören in diesem Wettbewerb erstmals zu den besten acht Equipen. In der heimischen Liga ist Liberec lediglich im 10. Rang klassiert, es hat jedoch sieben der letzten zehn Partien gewonnen.

Wie ist diese Diskrepanz zu erklären? Einerseits musste sich die Mannschaft nach einigen Veränderungen zunächst finden, andererseits kommt ihr die Spielweise im Europacup gemäss dem 34-jährigen Stürmer Petr Jelinek mehr entgegen, da dort offener gespielt werde. Die Extraliga ist für ihn zu defensiv. Ausserdem geniesst die Champions Hockey League bei Trainer Filip Pesan einen hohen Stellenwert. Der erst 39-Jährige gilt in der Extraliga als innovativster Coach, betreut auch das tschechische U20-Nationalteam. Der Star im Team ist Verteidiger Ladislav Smid, der 583 Spiele für Edmonton und Calgary in der NHL absolviert hat.

Mit Liberec und dem ZSC spielen zwei Teams gegeneinander, die in der laufenden Kampagne in der Offensive überzeugten. Liberec hat mit 32 Treffern in acht Partien von sämtlichen Viertelfinalisten am meisten Tore erzielt, die Lions sind in dieser Statistik mit 30 Treffern nur unwesentlich schlechter. In der Skorerliste ist ZSC-Stürmer Fredrik Pettersson die Nummer 1 (9 Tore, 6 Assists) und Liberec-Stürmer Martin Bakos (9/4) die Nummer 3. Die zwei Duelle versprechen also attraktiv zu werden.

Die Viertelfinal-Hinspiele in der Übersicht:

Ocelari Trinec (CZE) - Brynäs Gävle (SWE) (17.00 Uhr). JYP Jyväskylä (FIN) - Kometa Brno (CZE) (18.00 Uhr). Bili Tigry Liberec (CZE) - ZSC Lions (19.15 Uhr). SC Bern - Växjö Lakers (SWE) (20.00 Uhr). (sda)


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