Neustart für traditionsreiches Bad

MINERALHEILBAD ST. MARGRETHEN ⋅ Erholung und Entspannung für Körper und Geist – das bietet das Mineralheilbad im Rheintal seit über 300 Jahren. Mit dem Neubau, der letzten Oktober seine Pforten öffnete, wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen.
24. März 2017, 06:00

TOBIAS SÖLDI

Seit der Neueröffnung des Mineralheilbades St. Margrethen letzten Herbst ist Geschäftsführer Lorenz Kindle ständig unter Strom. Es waren anstrengende Monate für ihn und das 25-köpfige Team. «Ich bin tatsächlich nicht zu besonders viel Schlaf gekommen», erinnert er sich. Und von den erholsamen Qualitäten seines Arbeitsortes konnte er während der Einführungszeit wenig Gebrauch machen. «Ich rechne aber damit, dass ich das Bad in Zukunft vermehrt nutzen kann», sagt der Liechtensteiner lachend.
In schönem, gemütlichem Ambiente entspannen, das 36 Grad warme Wasser geniessen, in der Sauna schwitzen, in der Dampfgrotte durchatmen, im Liegestuhl herunterfahren: Das alles wäre um ein Haar nicht mehr möglich gewesen. Im März 2013 musste das Mineralheilbad St. Margrethen seinen Betrieb einstellen. Nicht nur das Rheintal, die ganze Ostschweiz hätte damit eine wichtige Freizeitattraktion verloren. Das Unglück konnte im letzten Moment abgewendet werden. Kurz vor der Schliessung fand sich ein Käufer: Die ITW-Gruppe aus dem Fürstentum Liechtenstein, die seit über 40 Jahren Immobilienprojekte plant und realisiert. Sie ist jetzt auch Betreiberin des Mineralheilbades.
 
Erfolgreiche erste Monate
«Ursprünglich war angedacht, das Mineralheilbad bloss zu sanieren. Aber das alte Bad war in einem so schlechten Zustand, dass es von Grund auf erneuert werden musste», erinnert sich Kindle. Auch die Technik war längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die ITW-Gruppe investierte 30 Millionen Franken in das Mineralheilbad und das dazugehörige Parkhaus, und nach zweijähriger Bauzeit konnte das Bad am 28. Oktober 2016 eröffnet werden. Entstanden ist eine moderne Wellnessoase mit verschiedenen Becken im Innen- und Aussenbereich, einer vielseitigen Saunawelt und einem Bistro. Fast alles ist neu: das ganze Gebäude, die Infrastruktur, das Konzept, welches Sauna und Bad unter einem Dach vereint. Geblieben dagegen sind nur die beliebte Dampfgrotte im Aussenbereich, die Zisterne, mit der das Wasser hochgepumpt wird, und die bewährte Beckenstruktur.
Kindle kann auf erfolgreiche erste Monate zurückblicken. Das Team ist eingespielt, die Technik hat man im Griff, Kinderkrankheiten konnten ausgemerzt werden. Kurz: «Alles läuft rund.» Jetzt gelte es, eine Kundschaft aufzubauen, die das Angebot schätzt und regelmässig nutzt. Bei den Kapazitäten gibt es noch Luft nach oben. «Pro Tag können wir bis maximal 1500 Gäste begrüssen», sagt Kindle.
Mit seinem Fortbestehen schreibt das Mineralheilbad eine lange Geschichte weiter. Vor 337 Jahren, im Jahr 1680, wurde das Bad erstmals namentlich erwähnt. Schon damals konnten sich die Gäste in hölzernen Badezubern entspannen. Das kleine Holzhaus, das zu einem Hotel und Restaurant gehörte, zog bereits Touristen an. Im Laufe der Zeit wurde das Mineralheilbad mehrfach erneuert und erweitert. 1902 wurde es erstmals modernisiert, 16 Gussbadewannen und Therapieräume wurden gebaut – eine luxuriöse Ausstattung für damalige Verhältnisse. Während das Bad im Laufe der Jahrzehnte äusserlich vielen Veränderungen unterworfen war, stellt das Wasser die Konstante in der Geschichte des Mineralheilbades dar. Es entspringt seit Hunderten von Jahren einer Quelle im Appenzeller Vorland. Über mehrere Jahre sickert es unterirdisch ins Tal und löst auf dem Weg mehr als 30 Mineralstoffe aus der Erde, bevor es in St. Margrethen für den Badebetrieb aufgeheizt wird. «Die spezielle Mischung des Wassers wirkt sehr beruhigend und ist ein ideales Mittel gegen den Alltagsstress», sagt Kindle. Erholung steht deshalb im Zentrum eines Besuchs im Mineralheilbad. «Wir sind kein Spassbad, sondern möchten vor allem Entspannung und die Möglichkeit herunterzufahren bieten. Unser Bad ist nicht speziell auf Heilnutzen ausgerichtet, aber natürlich hat Entspannung eine positive Auswirkung auf den Körper», erklärt Kindle.
 
Pläne für ein weiteres Gebäude
Im Sommer stehen während einer Woche Ende Juni einige Revisionsarbeiten an. «Es sind kleine, unwesentliche Baumängel, die wir aber nicht während des täglichen Betriebs beseitigen können», erklärt Kindle. Auch für die längerfristige Zukunft gibt es bereits Pläne: «Wir haben das Mineralheilbad mit dem Gedanken an weitere Bauten darum herum gebaut», sagt Kindle. So ist für die nächsten Jahre ein Gebäude geplant, das über eine Passerelle mit dem Hauptgebäude verbunden ist. «Wir möchten dort verschiedene Dienstleistungen anbieten können, zum Beispiel Physiotherapie, medizinische Angebote, einen Beauty-Salon und vielleicht sogar Gästezimmer», sagt Kindle. Die Hauptsaison, die von November bis etwa in den Mai dauert, neigt sich langsam dem Ende zu. Und vielleicht ist Lorenz Kindle jetzt auch einmal in seinem Lieblingsort anzutreffen, den er ohne Zögern mit der Saunalounge angibt. «Hier kann man zusammensitzen, sich austauschen und einen Tee oder eine kühle Erfrischung zu sich nehmen», schwärmt er.
 

Mehr als nur Bad und Saunen

Das Mineralheilbad St. Margre­then ­organisiert regelmässig spezielle Ver­anstaltungen. So wird beispiels­weise am 27. April der Rheintaler Schlagzeuger ­Enrico Lenzin das Bad bespielen, und an besonderen Tagen wie dem ­Muttertag am 14. Mai oder der Sonnwende am 23. Juni gibt es ­spezielle ­Angebote und Aktivitäten. Ausserdem bieten die ­Saunameister ­erlebnisreiche Aufguss­zeremonien an, um den Effekt des ­Saunagangs zu ­verstärken. «Events gehören heutzutage einfach dazu. Sie stellen eine Motivation für die Besu­cherinnen und Besucher dar, wiederholt unser Bad aufzusuchen», sagt ­Lorenz Kindle. Weitere ­Informationen zum Programm gibt es unter www.mineralheilbad.ch/events. (tos/pd)  

 

Fakten

Adresse

Mineralheilbad St. Margrethen, Walzenhauserstrasse 2, 9430 St. Margrethen, Telefon 071 747 40 00, info@mineralheil bad.ch, www.mineralheilbad.ch, Facebook

Angebot

Badewelt mit verschiedenen Becken im Innen- und Aussenbereich, Massage­düsen, Sprudelliegen, Fliessbad, Schwallbrausen, Ruheräume, Atrium; Saunawelt mit Dampfbädern, Biosaunen, finnischen Saunen, Erlebnisduschen, Fussbädern, Tauchbecken, Eisraum; Bistro Ad Rhenum

Öffnungszeiten

Badewelt täglich von 8 bis 22 Uhr, Freitags bis 23 Uhr, Saunawelt täglich von 10 bis 22 Uhr, Freitags bis 23 Uhr

Geschäftsführer

Lorenz Kindle

Mitarbeitende

25

Eröffnung

29. Oktober 2016

Einzugsgebiet

Ostschweiz, Vorarlberg, Süddeutschland, Liechtenstein, Graubünden

 

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Impressum:

Eine Sonderseite in Zusammenarbeit mit der Mineralheilbad St. Margrethen Betriebs AG. Redaktion: Verlagsredaktion St. Galler Tagblatt AG, sonderseiten.redaktion@tagblatt.ch, Telefon 071 272 73 52. Werbemarkt: NZZ Media Solutions AG, sonderseiten.inserate@tagblatt.ch, Telefon 071 272 77 77


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