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Entspannte Üppigkeit

Endlich wird wieder dick aufgetragen im Wohnbereich. Vorbei die Zeiten, in denen alles karg, reduziert und skandinavisch nüchtern eingerichtet wurde. In diesem Herbst wird es üppig, dunkel und sinnlich das aber auf ganz entspannte Art.

20. Oktober 2016, 09:00
MARIANNE KOHLER NIZAMUDDIN

Wir dürfen wieder aus dem Vollen schöpfen, denn die neuen Wohntrends sind alles andere als reduziert. Das bedeutet aber nicht, dass nun alles barock und dramatisch gestylt wird. Ganz im Gegenteil. Die neue Üppigkeit zeigt sich modern und zwanglos. Eben ganz so, wie wir gerne zu Hause sind. Das Zuhause und mit ihm die Einrichtung sind lebendig geworden. Wohnen ist keine steife, unverrückbare Angelegenheit mehr, sondern individuell und eher nach innen als nach aus sen gerichtet. Viel stärker als früher reflektiert eine Wohnung die Persönlichkeit der Bewohner. So ist sie auch Spielplatz für Kreativität und eine grosse Gefühlsangelegenheit.
Die Tage sind kürzer, das Licht gedämpfter und die Sehnsucht nach Geborgenheit wird grösser. Am besten doppelt man da gleich nach. Trends und Tendenzen gehen immer mit der Natur und dem Istzustand einher. So fühlt man sich denn im Herbst und Winter in hellen, lichtdurchfluteten Räumen nicht besonders wohl. Sie stehen in zu starkem Kontrast zur Aussenwelt. Das ist ein Grund, dass dunkle, sinnliche Farben jetzt beliebt und begehrt sind. Dunkle Wände sind momentan einer der grössten und wichtigsten neuen Wohntrends. Viele haben Angst davor und denken, dass das bedrückend wirken kann. Dem ist aber nicht so. Dunkle Wände schaffen Tiefe, kleiden die Räume ein und schaffen Geborgenheit. Dazu kommt, dass alles, was man vor dunkle Wände stellt, doppelt so gut aussieht. Möbel und Wohnaccessoires bekommen nämlich vor 
einer dunklen Kulisse ganz automatisch Eleganz und Dramatik. So dürfen diese nämlich auch schlicht und leicht bleiben. Die Üppigkeit zeigt sich vor allem in den Wohnfarben und in den Accessoires. 

Die neuen Farben und Materialien
Weinrot, Waldgrün, Nachtblau, Blei, Aubergine oder dunkle Holz- und Erdfarben sind die Lieblinge. Natürlich nicht nur für Wandfarben, sondern auch für Textilien und Wohnaccessoires. Im Möbelbereich setzt sich auch Schwarz wieder durch und verdrängt das helle Holz des Scandichics. Damit diese dunklen Töne so richtig zur Geltung kommen, sind die Materialien entsprechend. Samt ist sehr wichtig, er leuchtet und schillert, spielt mit dem Licht und erweckt alle Farben zum Leben. Sofas, Sessel und gepolsterte Stühle zeigen sich gerne im Samtkleid. Aber auch Wollstoffe haben eine grosse Bedeutung. Sie sind edel, eher grob als fein gewoben, spielen mit unterschiedlichen Farben und zeigen sich wieder vermehrt in Tweedoptik. Echte Materialien, das bedeutet Naturstoffe, spielen die Hauptrolle. Dazu gehören Keramik, Holz und im Wäschebereich Leinen. Für Glanz sorgen Metalle mit Messing in der ersten Position. Weil Gegensätze sich anziehen, sind natürlich auch die hellen Farben mit von der Partie. Möbel und Accessoires in sanften Ros - und Salbeitönen, in Creme- und Flachsfarben machen sich besonders schön vor dunklen Hintergründen.

Atmosphäre zum Wohlfühlen
Jetzt, in der dunkleren kühleren Jahreszeit lieben wir das Daheim noch mehr und öffnen es auch gerne für andere. Einladungen sind wieder angesagt und gemütliches Beisammensitzen. Dabei will man nicht zeigen, was man hat, sondern eine Atmosphäre schaffen, bei der sich Freunde und Familie wohl, geborgen, verwöhnt und zu Hause fühlen. Einladungen sind auch ein guter Grund, das Zuhause noch schöner zu gestalten und Stimmung zu schaffen. 
Die Tische werden mit Vorliebe mit grossen, langen Leinentischtüchern gedeckt. Nicht die steifen weissen, sondern die weichfallenden farbigen. Natürlich mit den passenden Servietten, die auch mal andere Farbtöne zeigen dürfen. Das Geschirr ist aus dunkler Keramik, die Gläser auch mal farbig. Auch rustikale Holzbretter schaffen es auf den Tisch und das Besteck kokettiert mit Gold-, Kupfer- und Bleitönen. Vasen und Schalen, üppig gefüllt mit Früchten und Gemüse, Kerzen in edlen, zu Gruppen gestellten Windlichtern und natürlich Blumen, Beeren und Blätter schaffen Stimmung. 

Reizvolles Spiel von Licht und Schatten
Da wir unser Zuhause wegen der immer kürzer werdenden Tage vor allem nur noch bei Dunkelheit geniessen können, spielt das Licht im Raum eine grosse Rolle. Am stimmungsvollsten wirkt Licht, wenn die Leuchten im Raum verteilt werden. So werden gemütliche Ecken ausgeleuchtet, der Raum beginnt zu leben und das Spiel mit Licht und Schatten schafft ein Willkommensgefühl. Neu sind kleine, unprätentiöse Tischleuchten, schlichte, elegante, tief hängende Hängeleuchten und hochbeinige, filigrane Stehleuchten. Die grossen Statementleuchten sind nicht mehr angesagt. Die neue Üppigkeit zeigt sich eben modern und elegant. Sie hat sehr viel mit Sinnlichkeit und Wohlbefinden und wenig mit Prunk zu tun.

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