Panda Lux auf der Erfolgswelle

Der Erfolg der jungen Rorschacher Band Panda Lux kommt nicht von ungefähr. Zehn Jahre spielen sie schon zusammen. Kürzlich haben die vier Jungs ihr Début-Album herausgebracht – und an der GV der St. Galler Kantonalbank die Aktionäre begeistert.
05. Mai 2017, 06:00
Res Lerch/Hanspeter Künzler
Regelmässige SRF-3-Hörer wissen es bereits. Fast täglich bringt der populäre Schweizer Musiksender Songs der jungen Rorschacher Band Panda Lux, die mit ihrem Début-Album «Versailles» drauf und dran ist, ganz nach oben durchzustarten. Von ungefähr kommt das nicht. Panda Lux durften am letzten Open Air St. Gallen den Event eröffnen – schon fast ein Ritterschlag in der Musikszene. Einen derartigen Auftritt erhält man nicht einfach so. Und eine Eintagsfliege war das auch nicht. In diesem Sommer spielen Panda Lux am Gurtenfestival in Bern und am Open Air Gampel im Wallis. Doch schön der Reihe nach.
Zehn Jahre gibt es Panda Lux schon. So lang auch haben sie ihr Début-Album heranreifen lassen. Es heisst «Versailles», weil, so die Band, «das Schloss Versailles der Inbegriff von Prunk ist und gleichzeitig auch für den Fall dieses Prunkes steht». Mit ihren Liedern verhalte es sich ähnlich: «Wir versuchen einen Spagat zu schlagen zwischen einem fein geschliffenen Popsong und dessen Verneinung.»

Frühreife Früchtchen aus Rorschach
Silvan Kuntz spielte Gitarre. Er war zwölf Jahre alt. Sein um zwei Jahre älterer Bruder Samuel war Trompeter. Aber die Gitarre gefiel ihm besser, darum liess er sich von Silvan die ersten Akkorde beibringen. Auf dem Pausenplatz ging Silvan auf Moritz Widrig zu. Dreizehn Jahre hatte dieser auf dem schmächtigen Buckel. Man habe gehört, er spiele Drums. Schon, ja. Ob er auch tatsächlich im Besitz eines Schlagzeuges sei? Aber sicher! Und so war sie geboren, die erste Formation von Panda Lux, die damals allerdings weit davon entfernt war, Panda Lux zu heissen.
Die meisten dauerhaften Bands finden zusammen, wenn die diversen Mitglieder nach den Irrungen und Wirrungen der Teen­agerjahre endlich genug andere Musiker kennen, um zu wissen, an wessen Seite sie ihre künstlerischen Gelüste am kreativsten ausleben können. Nicht so Panda Lux. Zwei Jahre nach der Konversation auf dem Pausenplatz und nach rund zwanzig Konzerten, die sie ohne Sänger bestritten, jagten die drei frühreifen Früchtchen aus Rorschach am Bodensee einer befreundeten Band den singenden Gitarristen Janos Mijnnsen ab. Sie funktionierten ihn zum Bassisten um, nannten sich fortan Lakeside Runners, und damit war die heutige Formation fix. Nur noch die Rolle von Silvan Kuntz änderte sich. Von dem Moment an, wo er den Stimmbruch hatte, sang er seine Texte selber. Und zwar auf Hochdeutsch: «Das kam automatisch so. Deutsch ist die Sprache, in der ich mich am besten ausdrücken kann.»

Bei jedem Ton ist Herzblut zu spüren
So wie die Bandmitglieder von Panda Lux Tag für Tag älter werden, so entwickelt sich auch ihre Musik seit zehn Jahren ständig weiter. Es werden Alben aufgezählt, von denen man sich inspirieren liess: «1983» der Schweizer Sängerin Sophie Hunger etwa oder «In Rainbows» und «The King of Limbs» von Radiohead, «Holy Fire» von Foals, dazu die belgische Band Balthazar. Aber der eigene Stil ist nicht in Stein gemeisselt: «Wir können machen, was wir wollen.» Die intensive Beschäftigung mit dem musikalischen Handwerk hat das Leben der vier Teenagerkumpel nachhaltiger beeinflusst, als sie es je hätten voraussehen können: alle studieren sie heute in irgendeiner Form Musik.
Bis Berlin und Österreich schaffte man es, es entstanden kleine Alben, sogenannte EPs, und Singles. Dann legten sich Lakeside Runners einen neuen Namen zu: «Einfach, weil uns der alte nicht mehr gefiel.» Panda Lux veröffentlichten eine erste EP, dann war die Zeit endlich reif fürs erste grosse Album. Aufgenommen wurde es im Alterna-Studio in Basel mit Produzent Philippe Laffer (Ex-Supernova). Sorgfalt bei jedem Detail war das oberste Gebot. Der Sound ist feist und chromglänzend, aber bei jedem Ton ist Herzblut zu spüren. Dabei wird der komplexe Bandsound noch mit Celli und Bläsern angereichert. «Man merkt dem Album an, dass einige von uns inzwischen Filmkomposition studieren», erklärt Moritz. «Wir können anders denken. Wir spannen Bögen über die Form des Popsongs hinaus. ‹Jung› ist so ein Lied. Geht ewig. Am Anfang ist es ein schöner Popsong, dann plötzlich passieren ganz andere Dinge. Sehr visuell. Kopfkino...»

Auf dem Weg nach oben
Kopfkino – das Wort wirkt für das ganze Album stimmig. Kopfkino, mit wunderbaren Melodien, Texten, die über ferne Weiten singen und eigentlich etwas ganz anderes meinen – und Beats, die bei aller Subtilität immer auch den Tanzmuskel in Bewegung bringen. Einer der bekannteren Songs auf dem Début-Album heisst «Oben». Vielleicht auch ein versteckter Wink auf den Weg, den Panda Lux gemeinsam beschreiten. Und wenn sie dann ganz oben ankommen sollten, dann heisst es auf SRF 3 immer noch - «Panda Lux us Rorschach».

 

Tourdaten

Panda Lux spielen diesen Sommer zahlreiche Live-Gigs. In der Ostschweiz sind sie an folgenden Daten zu hören:

  • 27. Mai: Grillentanz, Arbon
  • 10. Juni: Postplatz-Festival, Appenzell
  • 16. Juni: Musikfestival Egnach, Egnach
  • 21. Juli: Klingen-Open-Air, Stein am Rhein
  • 22. Juli: Kulturfestival, St. Gallen
  • 12. August: Jazztage Lichtensteig, Lichtensteig

  • Alle Daten finden sich unter www.pandalux.ch.

 


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