In die Lüfte mit lebenden Legenden

Fliegermuseum Viele der Oldtimerflugzeuge im Fliegermuseum Altenrhein können nicht nur betrachtet, sondern auch geflogen werden. An der GV der SGKB hat das Museum zwei Cockpitsektionen ausgestellt.
05. Mai 2017, 06:00
Tobias Söldi
Sie haben einige Jahre auf dem Buckel, die Ausstellungsstücke des Fliegermuseums Altenrhein. Viele stammen aus den 50er- und 60er-Jahren. Zu bestaunen gibt es schnittige Militärkampfjets der Schweizer Armee, ein ehemaliges Übungsflugzeug der Swissair, kleine, zweisitzige Propellerflugzeuge, Doppeldecker, Exoten aus Russland und viele mehr. Trotz ihres Alters erheben sich die Oldtimer regelmässig in die Lüfte. Mitglieder des Fliegermuseums können die flugtüchtigen Maschinen für Rundflüge buchen, Piloten gönnen sich an einem schönen Wochenende einen Ausflug. «Das Fliegermuseum Altenrhein ist ein ‹fliegendes Museum›. Das gibt es sonst nirgends in Europa», sagt Nik Blatter. Er ist seit 17 Jahren Mitglied des Museums und hat in dieser Zeit wie alle freiwilligen Helfer das Museum unterstützt. Zurzeit betreut er die Öffnungen und erledigt zahlreiche Arbeiten im Gebäudeunterhalt.
Den Grundstein für das Museum legte ein 1994 von der Schweizer Luftwaffe ausser Dienst gestellter Militärjet, ein Hawker Hunter. In Altenrhein wurde alles Militärische ausgebaut und die Maschine wieder flugtüchtig gemacht. Im gleichen Jahr öffnete das Museum seine Türen. Seither hat sich die Sammlung ständig erweitert. Der Schwerpunkt liegt auf der Schweizer Militäraviatik, aber auch die Geschichte des Flughafens Altenrhein wird beleuchtet. Ein Exponat hervorheben will Nik Blatter nicht: «Wir sind stolz auf jedes Flugzeug, das wir in die Luft bringen.» Eine Schwäche hat er allerdings: «Ich mag den Sound von Kolbenmotoren. Er hat einfach einen ganz anderen Charakter als der eines Triebwerkes.»

Die Mischung macht’s
In Altenrhein werden die Flugzeuge nicht nur ausgestellt und geflogen, sondern auch gewartet. Das Museum hat für den Unterhalt ihrer Flugzeuge einen zertifizierten Betrieb gegründet. Drei Leute kümmern sich um die Wartung der museumseigenen Flugzeuge sowie derjenigen privater Besitzer. Die Vorschriften für den Unterhalt sind streng: Damit der Mechaniker Hand anlegen darf, braucht er Lizenzen für einzelne Komponenten. Dazu kommt die Krux mit den Maschinenteilen: «Die Beschaffung von Ersatzteilen gestaltet sich immer schwieriger, weil sie teilweise gar nicht mehr hergestellt werden», erklärt Nik Blatter. Die Mischung aus Anschauen und Benutzen ist das Erfolgsrezept des Museums: Bis zu 2000 Besucherinnen und Besucher zählt man pro Jahr. Sie kommen aus der ganzen Welt. «Ein Museum, das einen Hunter und eine Vampire unterhält, das ist selten», erklärt sich Blatter die Anziehungskraft. Geführt wird das Haus dabei von einem Team eingefleischter Flugzeugfans, die sich in ihrer Freizeit ihrem Hobby widmen – alles ehrenamtlich. Es finanziert sich durch die Beiträge der circa 400 Mitglieder, Spenden, Führungen und die Einnahmen der Flüge.
Das Museum blickt zuversichtlich in die Zukunft. Man will einen neuen Gebäudeteil anbauen, um mehr Platz für die Ausstellung zu haben. «Wir sind voll dran und hoffen, in nächster Zeit mit dem Bau starten zu können», sagt Blatter.

Sich fühlen wie ein Pilot
An die GV der St. Galler Kantonalbank brachte das Museum zwei Exponate mit: das Cockpit des Kampfjets Hawker Hunter, einem Veteran der Schweizer Luftwaffe, und das des Bravos, einem kleinen Schulungsflugzeug. Abheben war zwar in der Olma-Halle nicht möglich, aber hinter dem Steuerknüppel durfte man sich wie ein Pilot fühlen.

Weitere Infos finden sich unter www.fliegermuseum.ch.

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