Tagblatt Online
7. April 2017, 12:30 Uhr

Bier wird nachhaltiger

Bier wird nachhaltiger Zoom

Bier wird nachhaltiger

Die Brauerei Locher weihte die Gäste der Generalversammlung in die Geheimnisse der nachhaltigen Bierproduktion ein.

SIMON ROTH

Die Brauerei Locher informierte interessierte Aktionäre unter anderem über Nachhaltigkeit bei der Bierproduktion. 1996 holte das Familienunternehmen als erste Schweizer Brauerei den kommerziellen Anbau von Braugerste in die Schweiz zurück. Seit 2003 bezieht die Herstellerin des Appenzeller Biers ihre Zutaten bei Bündner Bergbauern. Diese Zusammenarbeit ermöglicht den Zugang zu hochwertiger Braugerste. Der Ackerbau diversifiziert dort die Landwirtschaft und erhöht somit den Selbstversorgungsgrad der Bergfamilien.

Kreisläufe schliessen
Zur optimalen Verwertung der Braunebenprodukte Biertreber, Bierhefe und Biervorlauf arbeitet die Brauerei Locher eng mit Sepp Dähler aus Stein AR zusammen. Der Bauer pflanzt seit 1996 Biergetreide an. Die Nebenprodukte, die beim Brauprozess entstehen, verfüttert Dähler an seine Tiere. Sie erhalten täglich mehrere Massagen, wodurch ihr Fell gepflegt wird. Das spezielle Fleisch hat der innovative Bauer als Kabierfleisch patentiert. Es besticht durch hohe Qualität und guten Geschmack. Sepp Dähler legt Wert auf die konsequente Verwertung der Schlachtprodukte. So entstehen aus der Haut seiner Tiere edle Lederwaren wie etwa Uhrbänder und Gürtel.

Innovation durch Forschung
Bis anhin galt Gerste in Backmehlen als unbrauchbar. Dank neuen Erkenntnissen der Brauerei Locher wird für «tschipps», die kalorienärmer als übliche Kartoffelchips sind, erstmals Gerstenmalz-Treber als Nebenprodukt der Bierherstellung verwendet. Durch die zweimalige Verwendung wird jedes Korn voll ausgeschöpft. So kann Anbaufläche eingespart und Kulturland nachhaltig geschont werden. Unnötige Transporte werden vermieden und Energien effizient eingesetzt. Mit Hilfe einer Biogasanlage produziert die Brauerei Locher rund einen Fünftel des eigenen Energiebedarfs.


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