Der Gastgeber für den Gastkanton

Viktor STYGER ⋅ Seit der Jahrtausendwende ist der heute 66-jährige St.Galler als Koordinator des Olma-Umzugs tätig. Dank seiner Planung geht für die jeweils gut 1500 Teilnehmenden der Anlass reibungslos über die Bühne.

26. Juli 2017, 05:00
Jedes Jahr steht Viktor Styger vor neuen Herausforderungen. «Unsere Aufgabe ist es, dem Gastkanton Zugang zu allem zu verschaffen, was er bei seinem Aufenthalt in St.Gallen braucht.» Den Aufwand für ihn und sein Team bestimmt dabei jeweils der Gastkanton. "Das ist in einem Jahr etwas mehr, in einem anderen Jahr etwas weniger", sagt Styger. Vor dem grössten Projekt standen die Umzugsorganisatoren 2008. Für den Gastkanton Waadt mussten vom Freitag auf den Samstag 50 Pferde und 60 Schafe untergebracht werden. So verwandelten Styger und sein Team den Werkhof kurzerhand in ein Pferdehotel. Auch für das Wohl der Schafe wurde gesorgt.  Diese konnten sich auf einer Weide in der Nähe des Waffenplatzes Neuchlen vor ihrem Olma-Einsatz ausruhen.
 

Gastkanton bestimmt den Aufwand

Auch der Aufwand für die Vorbereitung ist von Gastkanton zu Gastkanton verschieden. Mit den Thurgauern, die im Jubiläumsjahr nach St.Gallen kommen werden, ist Styger seit vorletztem Jahr in Kontakt. Eine Delegation des Nachbarkantons besuchte damals den Olma-Umzug, um zu sehen was auf sie zukommen wird. "Vergangenes Jahr wurde alles etwas konkreter", sagt Styger, "richtig los geht es dann nach den Sommerferien." Dann erfahren die Organisatoren zum Beispiel, wann und wie die Gäste anreisen werden oder wie viele Wagen für den Umzug in St.Gallen aufgebaut werden müssen. Im Zentrum stehen jeweils die Absprachen mit der Polizei. Abgeklärt werden müssen unter anderem Parkmöglichkeiten, die Signalisation und die Begleitung der Umzugswagen vom Werkhof zum Start des Umzugs und wieder zurück. 

 

Olma in drei Worten:
Elf schönste Tage


Als Sohn eines Landwirts kam Viktor Styger schon als Kind mit der Olma in Kontakt. Er schlug allerdings beruflich einen Weg ausserhalb der Landwirtschaft ein. "Ich habe noch zwei Brüder und eine Schwester, und alle konnten ja nicht 'buure' ", sagt er mit einem Lachen. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung arbeitete Styger in Bern beim Bund. Auf Umwegen kam er nach St.Gallen, wo er die zentralen Dienste des Strasseninspektorats leitete. Seinen ersten Einsatz für den Olma-Umzug hatte er im Jahr 2000. Der Sektorchef im Zivilschutz wurde beauftragt zusammen mit einem Zivilschutzkollegen einen Olma-Umzug zu organisieren. Einen Gastkanton gab es nicht. "Die Kantone hatten in diesem Jahr wegen der Expo kein Geld für eine Teilnahme", sagt Styger. Seit 2007 ist er alleinverantwortlicher Umzugs-Koordinator. Langsam denke er aber nun über eine Ablösung nach. "Wir sind am Planen."
So wird er vielleicht bald auch wieder am ersten Olma-Samstag frei haben. Gute Erinnerungen an die Olma hat er viele. Etwa an die Zeit als er als junger Erwachsener die Abende in der legendären OH7 verbrachte. "Es brauchte die Olma auch, damit es zwischen meiner Frau und mir endlich gefunkt hat", sagt Viktor Styger. "Dies nachdem wir zuvor schon ein halbes Jahr lang wöchentlich im Zug von St.Gallen nach Bern und zurück zusammen gereist sind". (tw)
 

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