Eine engagierte Bäuerin aus dem Sernftal

Ursi FREITAG ⋅ Die Glarnerin ist vor fast fünfzig Jahren mit der Olma in Kontakt gekommen. Für die ehemalige Präsidentin der Glarner Bäuerinnen gehört bis jetzt ein Olmabesuch zum Jahresprogramm.

21. Juni 2017, 05:00
Aufgewachsen ist Ursi Freitag im Kleintal, wie das glarnerische Sernftal auch genannt wird. Noch bis Ende dieses Jahres bewirtschaftet sie in diesem Bergtal zusammen mit ihrem Mann einen Pachtbetrieb im Dorf Matt, das zur Gemeinde Glarus Süd gehört. Die Olma entdeckte sie während ihrer Lehre zur Gärtnerin, für die sie die Berufsschule in St.Gallen besuchen musste. "Die Herbstferien wurden damals wegen der Olma verlängert, so lernte ich die Messe kennen", sagt Ursi Freitag. Mit ihrer Heirat wurde die heute 65-Jährige zur engagierten Bäuerin. Während Jahren präsidierte sie die Glarner Bäuerinnen. Besonders am Herzen lag ihr dabei die Ausbildung. "Mir ist wichtig, dass Bäuerinnen und Bauern eine fundierte Ausbildung geniessen können und wie alle anderen Lernenden einen Abschluss machen", sagt Ursi Freitag. Dazu war es ihr auch immer ein Anliegen, der Öffentlichkeit zu zeigen, was die Landwirtschaft ist und was die Landwirtschaft für die Allgemeinheit leistet.


Musikalische Familie

Ihr gesellschaftliches Engagement gilt aber auch noch einem weiteren Bereich. Ursi Freitag ist Präsidentin des Verbands Schweizerischer Volksmusik Glarus. Das Musikmachen überlässt sie allerdings ihrem Mann und ihrem Sohn, der Musik studiert hat und sich nun der Kirchenmusik widmet. "Die beiden machen so viel Musik, da braucht es mich nicht auch noch. Ich höre zu und gebe ab und zu eine Kritik ab", sagt Ursi Freitag mit einem Lachen. Als Präsidentin sind für sie die gesellschaftlichen und kulturellen Aspekte des Verbandslebens sehr wichtig, und "ich tanze sehr gerne".
 

Olma in drei Worten:
traditionell, interessant, informativ


Der Olma-Besuchtstag steht für Ursi Freitag jeweils fest. Es ist der Bäuerinnentag, der ihr sehr viel bedeutet. Ein Anlass, der sich wie die gesamte Olma im Lauf der Jahre verändert und immer entwickelt hat - auch optisch. Die Zahl der Bäuerinnen, die mit dem Tragen der Tracht das Bild dieses Tages beleben, ist kleiner geworden. "Als Olma-Botschafterin ist es aber natürlich Ehrensache, in Tracht nach St.Gallen zu kommen", sagt Ursi Freitag. (tw)

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