Ein erfolgreicher Politiker der alten Schule

Hans-Rudolf MERZ ⋅ Zweimal durfte er als Bundesrat die Eröffnungsrede an der Olma halten. Für den regelmässigen Messe-Besucher Hans-Rudolf Merz waren dies zwei seiner schönsten Olma-Erlebnisse.

26. Juli 2017, 05:00
Hans-Rudolf Merz studierte Wirtschaftswissenschaft an der Universität St.Gallen und war von 2003 bis 2010 Bundesrat und Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartementes. Im Jahr 2009 amtierte er als Bundespräsident. Während seiner Amtszeit konnten die Bundesfinanzen stabilisiert und 20 Milliarden Schulden abgebaut werden. Aber nicht nur positive Ereignisse prägten seine Zeit in Bern. Da sind die Libyen-Geschichte, bei der Merz heftig unter Kritik stand und natürlich sein Herzstillstand im Jahre 2008, wo er nur knapp dem Tod entronnen war.

Im Herbst 2010 sorgte der Finanzminister in der nationalrätlichen Fragestunde für viel Heiterkeit: Als er die von der Verwaltung vorbereitete Antwort zum Import von Bündnerfleisch vorlas, lachte Hans-Rudolf Merz Tränen. Sein unfreiwilliger Lachanfall wurde zum "Hype" im Internet.
 

Olma-Eröffnungen in den Jahren 2005 und 2009

Hans-Rudolf Merz hat es beide Male mit Stolz erfüllt, wenn er als Vertreter der Landesregierung die Olma eröffnen durfte. 2005 hielt er an der Eröffnungsfeier im Theater St.Gallen eine viel beachtete Rede. Am gleichen Tag verlieh er den 7. Prix d’innovation agricole suisse, eine Auszeichnung der innovativsten neuen Schweizer Agrarprodukte. Im Jahr 2009 war der Politiker wieder an der Eröffnungsfeier dabei, dieses Mal in seiner Funktion als Bundespräsident. Traditionell mit dem "Olma-Säuli" in den Armen, stellte er sich strahlend den Medien. Privat ist Hans-Rudolf Merz seit Jahrzehnten ein regelmässiger Olma-Besucher.


 

Olma in drei Worten:
Markenzeichen der Ostschweiz


Seit seinem Rücktritt ist es still um Hans-Rudolf Merz geworden. Dafür gibt er zwei Gründe an: "Ich habe mir bei meinem Rücktritt vorgenommen, in die Fraktion jener Altbundesräte einzutreten, die nach dem Motto 'Servir et disparaître' leben, die sich also zurückziehen und sich nicht mehr zu aktuellen Themen äussern. Zudem ist meine Frau an Alzheimer erkrankt. In den letzten Jahren war es mein Lebensinhalt, sie zu betreuen, später zu pflegen und am Schluss dann im Heim zu begleiten. Sie hatte oberste Priorität." 
 

Lesen ist seine Passion

Der 1942 in Herisau geborene Hans-Rudolf Merz war mit der 2016 verstorbenen Künstlerin Roswitha Merz verheiratet. Aus dieser Verbindung entstammen auch die drei Söhne. Heute lebt der Altbundesrat allein. Er verbringt seine Zeit gerne mit Lesen. Vor allem Biografien über Personen, die er persönlich getroffen hat, interessieren ihn. Ausserdem präsidiert er noch die Schweizer Patenschaften für Berggebiete. Das nehme viel Zeit in Anspruch, sei ihm aber eine Herzensangelegenheit. (cs)
 

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