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Tagblatt Online
4. Oktober 2016, 11:23 Uhr

Magenbrotkonfi für die Olma

Seraina Breu arbeitet seit August bei der Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina). Als angehende Lebensmitteltechnologin im ersten Lehrjahr ist sie in der Konfitüren-Abteilung des Produktionsbetriebes tätig.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

BISCHOFSZELL. «Momentan wird bei uns Konfitüre mit Magenbrot für die Olma produziert», verrät Seraina Breu mit einem Schmunzeln. Die Arbeit in der Konfitüren-Abteilung gefällt der 15-Jährigen ausgezeichnet. Die Aufgaben seien sehr vielfältig und der Umgang mit Lebensmitteln interessant.

Die St.Gallerin hat anfangs August ihre Ausbildung als Lebensmitteltechnologin bei der Bina, der Bischofszell Nahrungsmittel AG, begonnen. Anfangs zweiter Oberstufe stand für Breu fest, dass sie Lebensmitteltechnologin werden möchte. Im Rahmen eines Berufswahlparcours, der von der Schule angeboten wurde, lernten die Jugendlichen verschiedene Berufe kennen. «Zuerst wollte ich Laborantin werden. Nach zwei Schnupperlehren als Lebensmitteltechnologin wusste ich aber, dass dies der Beruf ist, den ich erlernen möchte», erinnert sie sich. Obwohl es nur wenige Lehrstellenangebote gibt – es seien etwa zehn in der Umgebung gewesen – hat Seraina Breu schnell einen Ausbildungsplatz gefunden. «Ende August 2015 hatte ich bereits meine Lehrstelle», sagt sie nicht ohne Stolz.

100 000 Gläser Konfitüre täglich

Lebensmitteltechnologen arbeiten in einem Betrieb der Lebensmittelindustrie und sind für die Herstellung und Verpackung von Nahrungsmitteln oder Getränken verantwortlich. Sie begleiten die Produktion von der Annahme der Rohstoffe bis zum Abfüllen und Verpacken des fertigen Produktes. Zudem prüfen sie die Qualität von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertigprodukten, teils auch im Labor. Die Bina bildet aktuell elf Lebensmitteltechnologen in den Fachrichtungen Convenience und Getränke aus.

Seraina Breu arbeitet seit Ausbildungsbeginn in der Konfitüren-Abteilung. Diese ist eine der ältesten Abteilungen im Betrieb, denn seit 1909 werden dort Konfitüren hergestellt.

«Rund 100 000 Gläser mit Konfi werden bei uns jeden Tag produziert», weiss Seraina Breu. Nebst herkömmlichen Konfitüren mit Aprikosen, Erdbeeren und Waldbeeren werden auch saisonbedingte Neufabrikationen erzeugt, unter anderem mit Magenbrot. Früchte und Zucker darf die Lernende bereits selbständig abwägen. Nach der Produktion werden die Konfitüren getestet. Es komme keine ungetestet ins Glas, erklärt sie und ergänzt, dass insgesamt 40 Personen in der Kocherei und Abfüllerei arbeiten. «Konfitüren-Proben nehmen gefällt mir am besten», schwärmt die Auszubildende. Dabei werden der pH-Wert und der Zuckergehalt geprüft.

«Die in Kartonschachteln abgepackten Konfitüren-Gläser kommen anschliessend in die Verteilzentren, von wo sie in die Migros-Filialen der ganzen Schweiz gelangen», führt die junge Frau aus. Technisches Verständnis, gutes Hygienebewusstsein, Teamfähigkeit und Bereitschaft für unregelmässige Arbeitszeiten seien einige Voraussetzungen, um den Beruf erlernen zu können.

Studium als Lebens- mittelingenieurin geplant

Der Besuch der Berufsschule am Strickhof in Wädenswil sei als Blockunterricht organisiert – mit der Möglichkeit, während dieser Zeit im Internat zu wohnen, erzählt Seraina Breu. Für die angehende Lebensmitteltechnologin steht fest, dass sie sich nach der dreijährigen Ausbildung weiterentwickelt. Voraussichtlich wird sie die Berufsmaturitätsschule besuchen. Sie zieht ein Studium als Lebensmittelingenieurin in Betracht.

Nun aber freut sich Seraina Breu auf das bevorstehende Lager in Schwanden GL. Während einer Woche leisten die 44 Bina-Lernenden unter anderem gemeinnützige Arbeit. Im jährlichen Lehrlingslager fördert das Bischofszeller Unternehmen das gegenseitige Kennenlernen der Auszubildenden, das Sozial- und Teamverhalten sowie den Zusammenhalt untereinander.

Daniele Santi, Ausbildungsverantwortlicher bei der Bina, zeigt sich erfreut: «Ich bin überrascht, wie viel Seraina schon über unseren Betrieb weiss und sich bereits sehr gut auskennt.»



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