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Tagblatt Online
4. Juli 2016, 10:44 Uhr

Die Kuh kehrt aufs Plakat zurück

Drei Kühe und ein Stall sind das Sujet des diesjährigen Olma-Plakats. Zoom

Drei Kühe und ein Stall sind das Sujet des diesjährigen Olma-Plakats.

Auf den Plakaten für die Olma 2015 waren Rüebli zu sehen. Dieses Jahr kehrt das beliebteste Motiv der Olma-Geschichte auf die Werbewände zurück. Eine Rotmontnerin hat das diesjährige Plakat gestaltet.

RAPHAEL BUCHELI

ST.GALLEN. Drei Kühe für die Olma. Drei Monate dauert es noch, bis die Olma ihre Tore öffnet. Schon heute aber steht fest, wie das Plakat dafür aussieht. Das Motiv besteht aus dem bewährten Olma-Schriftzug vor drei Kühen – eine blickt in die Kamera, eine präsentiert ihren Rücken und eine wendet ihren Kopf unter dem «a» ab. Das Bild liesse sich als Anspielung auf die Haltung der Festbesucher verstehen. Die einen werfen neugierige Blicke auf den Festrummel. Andere sehen davon ab, die Ausstellung zu besuchen. Wieder andere fühlen sich an der Olma wie zu Hause und schlendern von Halle zu Halle und von Viehschau zu Tierrennen.

Ein «Olma-Kind» gewinnt

Die Künstlerin hinter dem Bild heisst Elena Clavadetscher und bald wird die Ostschweiz zum Louvre für ihr Kunstwerk. Clavadetscher kommt aus Rotmonten und besucht die Schule für Gestaltung am gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen. Entstanden ist das Foto im Kuhstall des Quartierbauern in Rotmonten. Die St.Gallerin hat sich zusammen mit ihrer Schulklasse am Wettbewerb für das Werbeplakat teilgenommen. Mit der Grafik-Lehrtochter hat ein richtiges «Olma-Kind» gewonnen. «Seit ich klein war, gehe ich jedes Jahr an die Olma. Schon damals faszinierten mich die Kühe dort», sagt die 20-Jährige.

Elena Clavadetscher, Studentin an der Fachklasse Grafik der GBS St.Gallen. Zoom
Elena Clavadetscher, Studentin an der Fachklasse Grafik der GBS St.Gallen.

Kunst und Kühe

Im Plakat kombiniert die Künstlerin ihre Faszination mit ihrer Leidenschaft – der Kunst. «Im Bild suche ich die Auseinandersetzung zwischen dem reinen Weiss der Buchstaben und dem natürlichen Braun der Kühe.» Auch die Kühe haben sich mit der Schrift auseinandergesetzt. «Die Tiere waren sehr geduldig und reagierten neugierig auf die Buchstaben vor ihnen. Sie schnupperten an den Sagexteilen und begannen mit ihnen zu spielen. Kurz nachdem mir dieses Foto gelungen ist, hat die Kuh auf dem Foto das M zerbissen», sagt Clavadetscher und lacht. Ungefähr 1,5 Stunden habe sie mit dem Fotoapparat im Stall verbracht. «Eigentlich ist Tierfotografie Neuland für mich, ich widme mich eher Aufnahmen von Bergen. Fotografie und Film sind mir sehr wichtig.» Clavadetscher hat ihre Kamera auch schon erfolgreich bei Kurzfilmwettbewerben eingesetzt.

Liechtenstein – klein, aber oho

Dieses Jahr hat die Olma nicht einen Kanton, sondern ein ganzes Land zu Gast. Clavadetscher will den Bezug zu Liechtenstein bei ihrem Bild dem Betrachter überlassen. Das will aber nicht heissen, dass sich keine Verbindung zwischen dem diesjährigen Olma-Plakat und dem Fürstentum herstellen liesse. Mit etwas gutem Willen könnte die Kleinräumigkeit des Bildes die Stellung der Landwirtschaft im Nachbarland darstellen. Zwar wird ein Drittel der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt, aber nur gerade 0,8 Prozent der Bevölkerung arbeiten in diesem Sektor. Der Bankensektor und die Industrie sind wichtiger. Auch wenn das für die Grafikerin nicht im Vordergrund steht: Für all das steht das Olma-Plakat.



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peterbrod (08. Juli 2016, 00:05)
OLMA Plakat - Kunst und Kühe

Das Plakat mit einer Kuh für die OLMA in Ehren, aber bitte eine Kuh mit Hörnern!
Vielen Dank!

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