Tagblatt Online
13. Mai 2017, 01:20 Uhr

"Truube und Öpfel" gibt Tröpfel

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Patricia Dähler (links) und Esther Schaefer im Verkaufslokal in Mammern. (Bild Reto Martin)

Anna Dieckmann

Fruchtig, prickelnd mit einer gelungenen Kombination aus süss und sauer: So stellen sich viele das optimale Getränk zum Anstossen bei einem Apéro vor. Schade nur, dass man mit dem Auto hier ist und der Prosecco Alkohol enthält. Das dachten sich wohl schon viele, während sie mit neidischem Blick auf die Kollegen am Orangensaft nippten. Genau in solchen Momenten ärgerten sich die beiden damaligen Gastronomiefrauen Patricia Dähler und Esther Schaefer aus Mammern: «Jeder Apéro sah gleich aus, und stilvoll ohne Alkohol anzustossen, schien unmöglich zu sein», sagt Dähler. Auch Orangensaft finden sie aus ökologischen Gründen nicht die beste Wahl, denn «wenn man die Äpfel und Trauben vor der Tür hat», brauche es doch keine Orangen aus weit entfernten Ländern. Womöglich war einer jener vielen Aperitifs die Geburtsstunde des Tröpfel, «dem erfrischenden Begleiter für jeden Anlass und das ganz ohne Alkohol».

2005 trat die verschärfte Promille-Grenze in der Schweiz in Kraft und passend dazu gründeten Dähler und Schaefer im selben Jahr ihr Unternehmen, das sich ganz dem alkoholfreien Getränk widmet. Die Idee: Alle Produkte sollen möglichst nahe aus der Bodenseeregion stammen und von höchster Qualität sein. Dabei sind Trauben und Äpfel die Hauptkomponenten. «Wir entwickeln alle Rezepte selbst und experimentieren immer und immer wieder, bis die Mischung perfekt», erzählt Dähler. Über 24 verschiedene Hochstamm-Äpfel sind in jeder Tröpfel-Flasche enthalten, selbstverständlich stammen sie alle aus dem Thurgau. «Die Hochstamm-Äpfel enthalten mehr Säure als Tafelobst. Das ist wichtig, denn sie gleichen die Süsse der Trauben aus», erklärt Schaefer. Im Jahr 2007 erhielten die beiden Frauen einen Jungunternehmerpreis im Kanton Thurgau. Im Jahr darauf folgte auf ihre erste Kreation «Tröpfel der Erste» der etwas weniger süsse «Tröpfel der Zweite» sowie weitere nationale Auszeichnungen. Die Nachfrage steigt stetig und mit ihr die Anzahl Flaschen: «Anfänglich waren es 900, mittlerweile produzieren wir über 40 000 Flaschen», sagt Schaefer.

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Prickelnd. (Bild Reto Martin)


Nach weiteren zwei Jahren kam mit «Tröpfel der Dritte», einem Rosé, das erste Schweizer Getränk mit Aroniabeeren auf den Markt. «Zusammen mit einem Nussspezialisten entwickelten wir das Rezept für unser drittes Produkt», erzählt Dähler. «Während der Versuchsphase war die violett-schwarze Beere viel zu dominant und das Getränk bitter. Doch heute gibt sie unserem Rosé nicht nur seine wunderschöne Farbe, sondern auch den fruchtigen Abgang und eine leichte Süsse.»
Die drei Schaumweine werden seit 2014 von der Produktlinie «paes» ergänzt – der Name leitet sich aus den ersten zwei Anfangsbuchstaben der Erfinderinnen ab. In den edlen 27,5-cl-Flaschen steckt ein isotonisches Wellnessgetränk, das ebenfalls nur aus natürlichen Schweizer Zutaten hergestellt wird. Paes ist nicht zu süss, dafür frisch und mit weniger Kohlensäure versetzt als die Schaumweine. Auch als Hugo, serviert in einem Glas samt Eiswürfel, Zuckerrand und Strohhalm, macht das mit Quellwasser und Holunder versetzte Getränk eine gute Figur. «Viele Sportler trinken es gerne als Energiebringer. Auch in der IT-Branche kennen wir einige, die ganze Harasse ins Büro stellen als Erfrischung für ihre Mitarbeiter», erzählt Schaefer. Doch die Tröpfelproduzentinnen ruhen sich nicht auf den Lorbeeren aus. Letztes Jahr erschien ihre dritte Linie namens «JUSpur». Dabei handelt es sich um sortenreine Säfte aus Trauben, Äpfeln oder Aroniabeeren.
 
Regionale Geschäfte unterstützen
Zu kaufen gibt es alle Produkte in Spezialitätengeschäften oder in einzelnen Landi-Verkaufs-
läden. «Anfragen von grösseren Verteilern lehnen wir ab, da wir die regionalen Geschäfte unterstützen möchten und engen Kontakt mit unseren Wiederverkäufern und Bauern pflegen»,
sagen die Thurgauerinnen. Exportieren lässt sich die Marke Tröpfel in naher Zukunft noch nicht, denn «der deutsche Markt kann die Preise nicht tragen». Anfragen aus Russland und Dubai mussten sie ebenfalls zurückweisen, da die Menge im Vergleich mit dem Transportweg unverhältnismässig ist.

Obwohl all ihre Produkte keinen Alkohol enthalten, trinken die Thurgauerinnen selbst sehr gerne «mol es Gläsli Wii» zu einem guten Essen. Denn «die Auswahl im Wein- oder Sektregal ist riesig, im alkoholfreien Bereich jedoch sind nur sehr wenig Getränke vertreten, die meisten zu süss», sagt Schaefer. Mit ihrem Tröpfel haben sie hier genau das Richtige für den stilvollen, erfrischenden Genuss im Null-Promille-Bereich geschaffen.
 
http://www.troepfel.ch


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