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Tagblatt Online
2. September 2016, 17:07 Uhr

Frostige Colorits in der Skimode

Für passionierte Schneesportlerinnen und -sportler ist der Sommer nicht mehr als die langweilige Zeit zwischen zwei Wintern. Wer mit Spannung die Saison 2016/2017 erwartet, kann sich in puncto Bekleidung auf beste Funktion und neue Optiken freuen.

CLAUDIA LAMBRICH/TEXTIL-REVUE

Weltweit buhlen rund 2000 Skigebiete in 80 Ländern um die Gunst der jährlich 100 Millionen Schneesportlerinnen und -sportler. Vor allem die vier Dutzend grössten Skigebiete mit einer qualitativ hochstehenden Infrastruktur verzeichnen dabei wachsende Besucherzahlen. Um all diesen Wintersportenthusiasten eine perfekte Ausrüstung präsentieren zu können, haben sich die Sportmodeprofis für die kommende Saison mächtig ins Zeug gelegt.

Hybride Modelle auf Vormarsch
Was man aus der Automobilindustrie seit vielen Jahren kennt, ist nun auch in der Textilbranche im Kommen: Hybride. Die Idee ist eigentlich simpel: ein Teil, das bei unterschiedlichsten Bedingungen funktioniert. Hybrid- Konstruktionen bestehen aus mindestens zwei Materialien mit verschiedenen Charakteristika, wobei die Trägerin oder der Träger von den entsprechenden Vorteilen profitieren soll. Hybride können aus strategisch platzierten, bewährten Materialien bestehen (beispielsweise wasserdichtes Goretex an nässeexponierten Stellen und atmungsaktives Softshell-Material an stark schwitzenden Körperregionen) oder aber auch neuartige Fasern und Garne vereinen.

Neue Materialentwicklungen sollen die positiven Eigenschaften verschiedener Grundstoffe verbinden. Dabei ist eine besonders sinnstiftende Kombination die Mischung von Merinowolle und Kunstfaser in Funktionswäsche. Die Wolle ist geruchshemmend und wärmt auch in nassem Zustand, die Kunstfaser trocknet schneller und ist atmungsaktiver.

Neutral, aber nicht langweilig
Die Styles präsentieren sich insgesamt cleaner. Die klaren Silhouetten sind oft figurumschmeichelnd und sportlich. Je nach Label kurvt die modebewusste Schneesportlerin in engen 70er-Jahre-Skihosen und Biker- Jacke die Piste hinunter, der Mann im maskulinen Military- Cargo-Style. Auch die Farbpalette ist weniger auffällig als im Vorjahr. Bei den Damen treffen die kühlen Farben des Winters wie Eisblau, Nachtblau und ein dunkles Grau auf sanfte Töne wie pastellige Weisstöne und Sand und verleihen so den Styles eine elegante Note. Leuchtende Orange-, Rot- und Violetttöne strahlen positive Energie aus und akzentuieren die sonst eher gedeckten Colorits. Auch bei den Herren herrschen neutrale, von den vier Elementen inspirierte Farben vor. Nur die Mutigsten tragen vertikal geteilte Farbkombinationen. Diese gibt es dann aber selbst bei den Hosen: ein Bein gelb, das andere orange.

Farbe erst auf den zweiten Blick
Angepasst an die doch eher ruhige Farbkarte sind auch die Muster der Kollektionen Winter 2016/2017. Oft sind sie monochrom gehalten, nur in wenigen Kollektionen finden sich lebhafte Grafiken, wilde Leo-Prints und Camouflage-Muster wieder. Ab und an sind Modelle für Frauen gepunktet oder geblümt, Herrenjacken gestreift oder kariert. Colorblock-Dessins sind Klassiker und kommen wie jedes Jahr auch im kommenden Winter auf die Pisten.

Augenfällig auf den zweiten Blick sind farbenfrohe Innenleben, kontrastfarbene Kapuzenfutter, zweifarbige Reissverschlüsse sowie farblich abgesetzte Nähte. Details wie Metall- oder Lederbadges, schicke Aufnäher oder schillernde Zipper werten die einzelnen Teile auf. Auffallend ist, dass nur noch in sehr wenigen Kollektionen Echtfellbesätze verarbeitet werden.

Im Zusammenhang mit Outdoor- Mode ist zu erwähnen, dass die Bekleidungshersteller grösstes Augenmerk auf fair produzierte Ware legen. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind längst zur Doktrin geworden. Neu ist hingegen, dass sich auch bei der Gewinnung von Merinowolle Probleme in Bezug auf Ökologie einstellen. Mit dem stetig wachsenden Bedarf steigt auch die Tendenz zu Massentierhaltung und damit zu unvertretbaren Bedingungen. Betriebe, die Mitglieder im sogenannten ZQ-Programm sind, unterstehen diesbezüglich strengen Kontrollen. Sie verpflichten sich zu einer möglichst artgerechten, aufwendigen Haltung.

 


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