Tagblatt Online
3. Oktober 2017, 17:22 Uhr

Wozu dient das Rechenzentrum?

Mitte August durfte die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) die Aufrichte ihres Rechenzentrums Ostschweiz in der Gewerbezone Gais feiern. Ende Jahr soll das hochmoderne Gebäude zur Heimat für Server von verschiedensten Unternehmen der Region werden. Was aber bringt einem Unternehmen der Umzug in ein Rechenzentrum? «Diese Frage lässt sich nicht generell ­beantworten», sagt RZO-Projektleiter Christoph Baumgärtner. «Es gibt viele Faktoren, die es auf die jeweiligen Bedürfnisse abzustimmen, Fragen, die es individuell zu beantworten, Schwerpunkte, die es spezifisch zu setzen gilt.» Gemäss SAK können einem Unternehmen jedoch folgende Punkte helfen, sich dafür oder dagegen zu entscheiden:

Fall A: Neu in ein Rechenzentrum einziehen
Muss ein Unternehmen neue Hardware beschaffen oder Server ersetzen, die ­bislang in eigenen Räumlichkeiten betrieben wurden? Oder stehen grössere Veränderungen bei den unternehmensintern genutzten Anwendungen vor der Tür? Oder überlegt sich das Unternehmen, welches IT-Know-how es intern braucht und welches es künftig zukaufen möchte? In all diesen Fällen macht es durchaus Sinn, dass es sich vertieft mit der eigenen IT-Landschaft auseinandersetzt und die aktuellen Möglichkeiten überprüft. Nicht selten lässt sich ein passendes In-/Outsourcing-Modell finden, das sowohl die Kosten als auch die eingesetzte Zeit und das Management der IT-Landschaft optimiert. Und dabei kann das Rechenzentrum als Ort für die hoch verfügbare und zuverlässige Unterbringung von Servern oder als zentraler Ausgangsort von Cloud-Diensten und -Services eine grosse Rolle spielen.

Fall B: Umzug in ein anderes Rechenzentrum
Betrachtet man spezifisch das Rechenzentrum Ostschweiz in Gais, so kann es durchaus sein, dass hiesige Unternehmen einen grossen Vorteil aus der räumlichen Nähe ziehen. Nicht nur, dass der Wechsel von Hardware dann sozusagen vor der Haustür stattfinden kann. Nebst der Nähe besticht das Rechenzentrum Ostschweiz auch durch seinen Vorsprung in Sachen Energieeffizienz, Verfügbarkeit und Sicherheit.

Fall C: Bestehendes internes Rechenzentrum verlagern
Wer bisher ein eigenes Rechenzentrum intern betrieben hat, sollte nun eine ­aktuelle Kosten-/Nutzen-Betrachtung durchführen. Dabei werden Kosten für Unterhalt und Betrieb sowie die Energieeffizienz, die erreichbare Verfügbarkeit und der Brandschutz miteinander verglichen und bewertet. Ein professionell betriebenes Rechenzentrum auf dem aktuellsten Stand der Technik ist energieeffizienter, verfügbarer und sicherer und damit durchaus einen Umzug wert.

Fall D: Spiegelung von Daten in ein weiteres Rechenzentrum
Ein weiterer Grund für die Nutzung eines regionalen Rechenzentrums ist die Risikominimierung durch Datenspiegelung. Um die Sicherheit und Verfügbarkeit maximal zu erhöhen, kann es durchaus Sinn machen, die Daten in ein geografisch entferntes Rechenzentrum zu spiegeln. 

Reduzierter Stromverbrauch dank innovativem Kühlsystem
Einen wesentlichen Vorteil, den ein Umzug in ein Rechenzentrum mit sich bringt, betrifft den Stromverbrauch: Der Bund rechnet es in seiner neuen Kampagne für Energieeffizienz vor. Drei Prozent des Stromverbrauchs in der Schweiz werden für den Betrieb von Serverräumen und Rechenzentren eingesetzt. Ein Grossteil des Stroms, der zusätzlich zum Betrieb der Server anfällt, wird für die Kühlung verbraucht. Am Beispiel des ­Rechenzentrums Ostschweiz zeigt sich, dass alleine durch das ausgeklügelte Kühlsystem, das ganz ohne mechanische Kältemaschinen auskommt, der Stromverbrauch für die Kühlung im Vergleich zu herkömmlichen Serverräumen um den Faktor 5 reduziert werden kann. Die Verlagerung der eigenen Server in ein professionell betriebenes, modernes Rechenzentrum bringt den Unternehmen also massive Vorteile in Bezug auf die Energieeffizienz, die Infrastruktur, die Sicherheit, die Verfügbarkeit, die Überwachung sowie den Brandschutz. Zusätzlich schafft die Auslagerung Kostensicherheit und garantiert die einfache Erweiterbarkeit und Weiterentwicklung der Infrastruktur entlang des Bedarfs.

Wie ist das Angebot eines ­Rechenzentrums aufgebaut? 
Bleibt die Frage, welches Angebot Unternehmen in den jeweiligen Rechenzentren vorfinden. «Für jeden ist etwas dabei», sagt Christoph Baumgärtner. «Die meisten Unternehmen stellen sich einen bedarfsgerechten Mix bestehend aus ­lokalen Rechenzentrumsangeboten, Cloud-Services und individuellen IT-Services zusammen.» Ein Rechenzentrum wie das RZO vermietet im Kern Infrastruktur. Sprich, Flächen und Schränke zur Unterbringung von Servern im klimatisierten Gebäude mit entsprechender Strom- und Datenanbindung, hoher Verfügbarkeit, Sicherheit, Überwachung und Brandschutz. Es bietet auch Fläche für grosse Infrastruktur­lösungen, die der Kunde selbst bewirtschaften und betreiben kann. Für mittlere Lösungen gibt es Lounges, also mehrere eingezäunte Racks (Gestelle) sowie einzelne Racks oder Teile von Racks für kleine Lösungen. Unternehmen können so ihre Hardware in optimalen Räumlichkeiten der passenden Grössenordnung unterbringen und die benötigten Einheiten einfach und bedarfsorientiert erweitern und reduzieren.

Cloud- und IT-Services aus der Region
Viele Cloud- und IT-Service-Anbieter betreiben ihre Lösungen in einem Rechenzentrum ihres Vertrauens. So weiss auch der Endkunde, wo seine Daten untergebracht sind, und gewinnt Sicherheit. Im RZO betreiben IT-Unternehmen wie beispielsweise die ctf System GmbH aus Appenzell/Wil, die Lexo GmbH aus St. Gallen/Speicherschwendi, die OBT AG aus St. Gallen oder auch die Orbitron ProServ GmbH aus Rebstein ihre Lösungen für Endkunden. 

«Was passt zu mir?» – Ein Beratungsgespräch hilft weiter
Wer heute die passende Form für die eigene IT-Landschaft finden möchte, wer das Optimum in der Zusammenstellung von In- und Outsourcing-Möglichkeiten sucht, der lässt sich am besten von einem ausgewiesenen Partner seines Vertrauens beraten. Rund um das Rechenzentrum Ostschweiz steht Christoph Baumgärtner gerne beratend zur Seite. Welche Aspekte müssen denn aus seiner Sicht in einem solchen Beratungsgespräch zwingend thematisiert sein? «Beachtet werden müssen folgende Punkte: Wie lange überlebt mein Unternehmen ohne Zugriff auf Daten und ­Informationssysteme? Welche Anwendungen sind für mich wichtig? Wer muss darauf zugreifen können? Wie speicherintensiv sind die Daten, mit denen wir arbeiten? Wie viel IT-Know-how besitzen wir? Wie viel Zeit investieren wir in IT-Belange? Wie gestaltet sich die Kosten-Nutzen-Rechnung bei der Auslagerung von Hardware oder bei der Auslagerung des Betriebs durch den Einsatz von cloudbasierten Anwendungen?» Ziel dabei sei zu erarbeiten, was für das jeweilige Unternehmen wichtig sei. «Beispielsweise erhöhte Sicherheit, Zeitersparnis, Konzentration auf Kernkompetenzen, Budgetsicherheit und basierend auf diesen Erkenntnissen die passende IT-Infra- und Anwendungsstruktur zu planen und um­zusetzen», sagt Baumgärtner. (pd)

Detaillierte Auskunft ist bei der SAK, Christoph Baumgärtner, unter Telefon
071 229 50 00, christoph.baumgaertner @sak.ch, erhältlich.

www.rechenzentrum-ostschweiz.ch

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