Mit Vollgas ins Tief

OPEN AIR ⋅ Ist das OpenAir vorbei, kommt die Melancholie. Um die Rückkehr in den Alltag erträglicher zu machen, könnte man einiges unternehmen. Wir hingegen empfehlen, den After-Festival-Blues voll und ganz zuzulassen: je heftiger, umso besser.
01. Juli 2017, 10:00
Rocco Maglio
Hier einige Ratschläge zum heftigen Knall am Montag.Wer kennt ihn nicht, den After-Festival-Blues? Er ist wohl jedem bekannt, der schon mal ein richtig fetziges Festival erlebt hat: Während den OpenAir-Tagen befindest du dich in einem regelrechten Glücksrausch, danach fällst du in ein tiefes Loch und fühlst dich emotional ausgelaugt. Nichts ist mehr wie in den vorangegangenen Tagen. Auch Psychologen haben sich mit diesem Phänomen beschäftigt; sie nennen es die «Post-Festival-Depression».

Glück ist vergänglich
Aber mal ehrlich: Je heftiger der Blues danach, umso «geiler» war das OpenAir St. Gallen. Oder nicht? Also dann, gib dir die grösste Mühe, dass du am Montag in einem Meer von Melancholie versinkst. Wie du das schaffst? Gib einfach Gas, sauge den Groove des Festivals richtig in dich auf und geniesse ihn mit jeder Faser deines Körpers. Denn Glück ist nur dann schön, wenn es wieder vergeht – so die Fachmeinung der Psychologen.

Besondere Massnahmen
Erstens: Schau zu, dass du das Festivalgelände einzig für die Heimreise verlässt. Zweitens: Zieh dir das Konzert von Knöppel am Samstag um 12.45 Uhr auf der Sternenbühne rein. Denn garantiert: It rocks! Drittens: Tausche deine ultimativen Erlebnisse mit deinen Zeltnachbarn aus. Mit jedem Mal Erzählen werden sie noch besser. Viertens: Atme beim Pinkeln ein. Und fünftens: Küsse Helga. Auf diese Weise kannst du dir der unerträglichen Melancholie am Montag sicher sein, obwohl du dich so sehr auf dein stilles Kämmerchen und dein eigenes Bett gefreut hast.
Und wenn du es nicht mehr aushältst, dann gibt es nur noch ein Rezept: Breite den Schlafsack auf deinem Bett aus, hauche die abgestandenen, vielseitigen Gerüche ein und singe laut: Helgaaaaa!!! Deine Nachbarn werden dir verzeihen. Denn besondere Umstände erfordern besondere Massnahmen.

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