Knallige Farben, enge Schnitte

In wenigen Wochen laden die Wintersportgebiete wieder zu Kurvenspass und Après-Ski. Mit welchen Outfits macht man diese Wintersaison eine besonders gute Figur auf der Piste? Sportfachverkäufer aus der Region geben Auskunft.
01. September 2017, 10:00
ALESSIA PAGANI
Die ideale Skimode ist wetterfest und atmungsaktiv. Zoom

Die ideale Skimode ist wetterfest und atmungsaktiv.

Grell und knallig: Bei den Farben setzt sich der Trend vom Vorjahr fort. «Gefragt sind bei Männern nach wie vor Farben wie Gelb, Grün oder Rot», weiss Christina Da Silva von der Sportkeller AG in Wil. Dies habe nebst dem modischen Aspekt den Vorteil, dass man auf der Piste gut gesehen werde, was die Gefahr von Un­fällen verkleinere. Das weibliche Geschlecht hingegen würde diese Saison nebst in Gelb und in Rot auch in Orange, Türkis oder Pe­trol eine gute Figur machen. Im Athleticum St. Gallen sind zudem Blautöne ein grosses Thema. «Mit klassischem Blau kann man diese Saison ganz bestimmt nichts falsch machen», sagt der Medienverantwortliche Antonio Govetosa. Für die Herren seien weiter Erdtöne im Trend.
Wurden die farbigen Teile im vergangenen Jahr meist nur mit schwarzen kombiniert, so werde gemäss Da Silva nun auch bunt gemischt. Das Design jedoch wird gradliniger und ruhiger, und die einzelnen Kleidungsstücke sind meist unifarben. Frauen, die eher gedeckte Töne bevorzugen, greifen diese Saison auf Dunkelgrün zurück, ist von Robi Wehrli, Filialleiter der Transa Backpacking AG in St. Gallen, zu erfahren. «Allerdings sollte ja nicht nur das Design eine Rolle bei der Auswahl der Kleidung spielen, sondern auch die Funktionalität und die Bewegungsfreiheit.»

Taillierte Skijacken für die Frauen

Waren die Kleidungsstücke von Snowboardern und Skifahrern vor einigen Jahren noch unterschiedlich geschnitten, hat sich das mittlerweile angeglichen, weiss Christina Da Silva. Die ­Hosen und Jacken zeichnen sich durch sportliche und funktionelle Schnitte aus und bleiben diese Saison schmal. «Es dominiert ganz klar Slim Fit», so Antonio Govetosa. Der Baggy-Style sei out. «Für Frauen dürfen die Jacken auch gerne tailliert sein», präzisiert Da Silva. Bleiben die Jacken für die Skifahrer in der Länge in normalen Bereich, werden jene für Snowboarder wieder ein wenig länger, sagt Susanne Krähemann von der «Sport Schüür» im thurgauischen Mauren. In Sachen Skihosen für Frauen geht der Trend zurück in die Vergangenheit. In der «Sport Schüür» werden vermehrt wieder Jethosen, ganz schmale gefütterte Skihosen, die ihren Ursprung in den 70er-Jahren haben, angeboten. «Diese sind sehr funktionell und modisch.» Gemäss Karin Baumann von Sport Baumann in Appenzell orientiert sich die Sporthose in dieser Saison allgemein stark an den Trends der modischen Freizeitbekleidung und wird knackiger. Im Trend liegt gemäss Susanne Krähemann aber auch der ökologische Gedanke – die Nachfrage nach Ware, die in der Schweiz oder zumindest in Europa produziert wurde, wachse. «Made in China» ist out.
In Bezug auf die Materialien der Ski- und Snowboardmode ist nach wie vor Gore-Tex ein Renner. Bei Transa in St. Gallen stellt man aber noch einen weiteren Trend fest: Recycling. So nimmt der Outdoor-Spezialist beispielsweise ausgediente Kleider zurück und lässt aus dem retournierten Material Brillenetuis, Leicht­gewichts-Necessaires oder Einkaufstaschen herstellen.
Leicht tailliert zeigen sich trendy Skijacken für Damen. Zoom

Leicht tailliert zeigen sich trendy Skijacken für Damen.


Im Schichtenlook ab ins Schneevergnügen

Nach wie vor bewähre sich für Wintersportler das Schichten-prinzip, sagt Robi Wehrli. «Bei sonnigem Winterwetter bleibt die eine Isolationsschicht ganz einfach im Rucksack, und bei Bedarf zieht man sie schnell wieder über.» Wichtig sei es, sich für leichte Kleidung mit möglichst hohem Tragekomfort zu entscheiden, so Karin Baumann. Und natürlich müssen die Materialien gut vor Wind und Wasser schützen. Aber was zieht man am besten unter die Skijacke an, um bei Kälte passend gekleidet zu sein? Christina Da Silva von der Sportkeller AG empfiehlt als temperaturausgleichende Zwischenschicht ein Shirt aus Merinowolle. «Dieses muss gar nicht dick sein, wenn man darüber eine gute Jacke zieht.» Als absolutes No-Go bezeichnet sie den klassischen Wollpullover: «Sollte dieser einmal nass werden, bleibt er den ganzen Tag hinweg nass.» Es sei daher auch immer wichtig, dass die Jacke mit einem guten Schneefang ausgerüstet sei. Entspannt einen kalten Wintertag geniessen kann nur, wer auch warme Hände hat. Und auch bei Handschuhen fährt gut, wer auf das Schichtenprinzip setzt: «So kann der Handschuh individuell auf die Witterung und die jeweilige Sportart angepasst werden», erklärt Robi Wehrli.

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