EC Wil siegt überraschend in Frauenfeld

EISHOCKEY ⋅ Das diesjährige Playoff-Abenteuer startet für den EC Wil verheissungsvoll: Auswärts beim EHC Frauenfeld landen die Wiler einen ersten Coup und gewinnen hoch mit 5:1.
15. Februar 2018, 05:20
David Metzger

 

Es gibt sie, die alte Weisheit im Eishockey, die besagt, dass die Playoffs ihre eigenen Gesetze hervorbringen – unabhängig der zuvor in der Qualifikation erzielten Resultate. So durfte auch in der am Dienstagabend lancierten 1. Liga-Playoff-Viertelfinalserie zwischen dem EHC Frauenfeld (3. der Qualifikation) und dem EC Wil (6.) wieder einmal auf die besagte Regel zurückgegriffen werden. Dank einer überaus eifrigen, disziplinierten und geschlossenen Kampf- und Willensleistung wusste der EC Wil auswärts beim EHC Frauenfeld sämtliche Prognosen und Spekulationen in einem einzigen Spiel über den Haufen zu werfen und als mutmasslicher Underdog bereits beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften den Heimvorteil zu erzwingen.

Ein Ruck muss durch das Team gegangen sein

Es war augenfällig, dass im Vergleich zu den zuletzt schwachen Auftritten in der Qualifikation ein Weckruf und Ruck durch das Team gegangen sein musste. Wie von Sportchef Daniel Zeber bereits vor dem Spiel prognostiziert, war auswärts beim EHC Frauenfeld ab der ersten Spielminute ein kämpferisches, lauffreudiges und erfolgshungriges Wil am Werk, welches sich mit geschickten und gradlinigen Zuspielen in die Spitze auch offensiv immer wieder in gefährliche Abschlussgelegenheiten brachte.

Obschon der EHC Frauenfeld insbesondere im ersten Drittel ein Chancenplus zu verzeichnen hatte, wussten die Gäste über weite Strecken das Tempo mit dem Heimteam mitzugehen. Grundstück dieses mutigen Auftrittes bildete ein selbstsicherer Auftritt vom Wiler Schlussmann Kevin Liechti. Dessen Paraden verliehen dem Wiler Spiel die gewünschte Ballung an Sicherheit, welche letztlich die Basis für den Wiler Auswärtserfolg bildete. Völlig zurecht wurde Liechti letztlich auch zum besten Spieler seiner Mannschaft gekürt.

Gegentreffer beeindruckte die Wiler wenig

«Wichtig für uns war zusätzlich aber auch, dass wir uns nach dem zwischenzeitlichen Gegentreffer nicht gehen liessen», resümierte Sportchef Zeber nach Spielschluss. Damit sprach Zeber eine Szene in der 43. Spielminute an: Nachdem der EC Wil zuvor im Mitteldrittel die erstmalige Führung zu markieren wusste, nahm der Frauenfelder Druck stetig zu, bis Eric Geiser in besagter Minute den Spielstand tatsächlich zum 1:1 auszugleichen vermochte. Sollte sich der auf dem Papier zu favorisierende EHC Frauenfeld nun doch noch erwartungsgemäss durchsetzen?

Die Antwort lautet: Nein. Die Wiler Akteure wussten sich dem drohenden Durchmarsch des EHC Frauenfeld zu wiedersetzen. Obschon der Wiler Staff um Sportchef Daniel Zeber auf der Trainerbank in der Folge noch einige bange Sekunden zu überstehen hatte, wusste Frauenfeld aus dem Ausgleichstreffer keinen weiteren Profit zu ziehen. Im Gegenteil.

Es waren weiter die Spieler des EC Wil, welche positiv überraschten: Mit einer Doublette in nicht weniger als 77 Sekunden düpierten sie das Heimteam und realisierten mit dem 3:1 die Vorentscheidung. Der Doppelschlag nach 45 Spielminuten bildete den vierten wesentlichen Eckpfeiler ab, warum die Wiler in der ersten Playoffpartie letztlich als Sieger reüssierten. Im Sog der letzten Minuten, als der EHC Frauenfeld unter anderem ohne Torhüter nochmals alles versuchte, wusste der EC Wil das Resultat mit zwei weiteren Treffern gar noch auf 5:1 auszubauen.

Somit liegt der EC Wil in der Best-of-5-Serie mit 1:0 in Front. Dennoch bleibt die Ausgangslage weiterhin gleich. Sportchef Daniel Zeber betonte: «Frauenfeld ist noch immer Favorit und es wird unsererseits auch in den nächsten Partien einen grossen Leistungsabruf benötigen, um gegen die Thurgauer erneut bestehen zu können.» Zu hoffen bleibt, dass das Wiler Ausrufezeichen zum Auftakt auch vom eigenen Anhang goutiert wird. So hätten es die Wiler Akteure mehr als verdient, heute Abend im zweiten Spiel der Playoff-Viertelfinalserie vor einer grossen Kulisse aufzulaufen. Angepfiffen wird dieses um 20.15 Uhr im Wiler Bergholz.

EHC Frauenfeld – EC Wil 1:5 (0:0, 0:1, 1:4)

KEB Frauenfeld – 241 Zuschauer – Sr. Häusler (Remund, Eiholzer).

Tore: 22. Schir (Diem) 0:1, 43. Geiser (Bucher, Fehr) 1:1, 45. Bischofberger (Schärer) 1:2, 46. Stevan (Schärer, Heitzmann, Ausschluss Rieser) 1:3, 51. Schärer (Stiefel) 1:4, 57. Schir 1:5.

EHC Frauenfeld: Styger; Suter, Grolimund, Moser, Jörg, Käser, Haldenstein; Bucher, Celio, Geiser, Fehr, Pieroni, Cy. Kuhn, Lattner, Rohner, Cé. Kuhn, Horvath, Rieser, Zumbühl, Kurzbein, Brauchli.

EC Wil: Liechti; Hohl, Stevan, Herberger, Hungerbühler, Wuffli, Bulgheroni; Heitzmann, Diem, Maraffio, Eigenmann; Schärer, Schir, Torino, Meier, Bischofberger, Stiefel, Zähner, Blatter.

Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Frauenfeld. 2-mal 2 Minuten gegen Wil.

Bemerkungen: 26. Lattenschuss Zumbühl (Frauenfeld). 51. Time-out Frauenfeld. Frauenfeld zwischen 56:00 und 56:40 ohne Torhüter dafür mit sechstem Feldspieler.


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