Ohne die grossen Emotionen

ZÜBERWANGEN ⋅ Am 4. März stimmen die Zuzwiler an der Urne über eine Umzonung im Gebiet Neufeld ab. Am Infoanlass von Montagabend blieben hitzige Diskussionen aus. Dafür wurden Forderungen und Fragen gestellt.
07. Februar 2018, 05:18
Simon Dudle

Simon Dudle

 

Seit dem Jahr 1969 ist das Gebiet Neufeld mitten in Züberwangen eingezont. Seit mittlerweile mehr als fünf Jahren laufen für das rund 10700 Quadratmeter grosse Stück Land die Planungen für eine Überbauung mit einem Gewerbebau und sieben Mehrfamilienhäusern samt rund 50 Wohnungen. Doch es gibt Widerstand. 361 Personen wehren sich mittels Unterschrift dagegen und haben damit eine Urnenabstimmung erzwungen.

Alterswohnen und ein Laden gefordert

Am Montagabend war in der Aula der Primarschule Züberwangen an einem Infoanlass die Möglichkeit einer direkten Konfrontation von Befürwortern und Gegnern gegeben. Doch dazu kam es nur im Ansatz. Am vom Gemeinderat – er unterstützt die Umzonung und somit die Überbauung – organisierten Anlass blieben die grossen Emotionen aus. Und trotzdem war Skepsis spürbar. Gefragt wurde zum Beispiel, ob es einen Laden in der neuen Überbauung gebe. «Wir haben in der Gemeinde genügend Einkaufsmöglichkeiten, wenn auch hauptsächlich an der Herbergstrasse in Zuzwil. Ich hätte lieber eine Frischmetzgerei als einen weiteren Laden», sagte Gemeindepräsident Roland Hardegger. Gefordert wurde betreutes Wohnen. Darauf entgegnete Hardegger: «Wir haben im Wohn- und Pflegeheim Lindenbaum in Weieren sechs solcher Plätze. Bei einer Befragung ist deutlich geworden, dass Alterswohnen in Zuzwil oder Weieren gewünscht wird.» Auch der zusätzliche Verkehr wurde angetönt. Nach einigen Minuten hatte sich die Diskussion aber bereits erschöpft.

Hohe Stimmbeteiligung erwartet

Eine Prognose zu stellen, wie die Abstimmung ausgeht, ist schwierig. Da sich die Gegner am Montag kaum in die Diskussion einbrachten, dürften sie keine zusätzlichen Stimmen gewonnen haben. 361 Unterschriften sprechen aber eine deutliche Sprache. Sie werden jedoch nicht reichen, um das Projekt zu versenken. Da gleichentags auch über «No Billag» abgestimmt wird, dürfte auch das Neufeld-Referendum eine hohe Stimmbeteiligung aufweisen.

Bereits jetzt steht fest, dass am 4. März noch nicht das letzte Wort gesprochen wird. Im Falle eines «Ja» besteht die Möglichkeit, auf dem Rechtsweg weiter dagegen zu kämpfen. Im Falle eines «Nein» kann auch ohne Umzonung ein neues Bauprojekt ausgearbeitet werden.


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