Flawiler Kantischülerin bringt das Labor der ETH zum Kochen

FLAWIL ⋅ Die 17-jährige Sulamith Leuenberger tüftelt für ihr Leben gern. In dieser Woche bringt sie das Labor der ETH Zürich zum Kochen. Dabei hatte sie andere Pläne.
08. Februar 2018, 18:21
Angelina Donati

Dass nicht jedes Experiment auf Anhieb klappt, kennt die Flawilerin Sulamith Leuenberger nur zu gut. Das allerdings kann sie nicht davon abhalten, ihre Freizeit im Labor zu verbringen. «Es kann zudem vorkommen, dass sich etwas ganz anders entwickelt, als man zuerst angenommen hat», erzählt die 17-Jährige. Spannend aber bleibe es trotzdem – vor allem auch, weil alles am Schluss einen Sinn ergibt: «In der Chemie lässt sich jeder Prozess begründen», sagt die Schülerin, die im dritten Jahr an der Kantonsschule am Burggraben in St.Gallen Mathematik und Physik studiert.

Da erstaunt es nicht, dass Sulamith Leuenberger sich für die diesjährige Studienwoche der Stiftung «Schweizer Jugend forscht» beworben hat. Bei jedem neuen Mail im Posteingang habe sie schier Luftsprünge gemacht und auf die Zusage gehofft. Bereits im vergangenen Jahr gehörte sie zu den Auserwählten und spricht noch heute begeistert vom Erlebten. Erhielt sie damals einen Einblick in die Universität Neuenburg, bringt sie dieses Mal das Labor der ETH Zürich zum Kochen. Es ist genau die Hochschule, welche die Flawilerin später besuchen möchte. Für sie steht nämlich fest, dass sie ein Chemie-Studium absolvieren wird. «Der Ruf der ETH ist gut, wenn auch streng.» Dabei hatte sie in der Primarschule noch ganz andere Pläne: «Damals war es mein Traum, Schreinerin zu werden», erzählt sie. Und auch als Meeresbiologin hätte sie sich gesehen.
 

Mit Essig löst sie Eierschalen auf

Vom Berufswunsch Chemikerin lässt sich Sulamith Leuenberger nicht mehr abbringen. Begeistert erzählt sie von den Experimenten, an denen sie zusammen mit Jugendlichen aus der ganzen Schweiz an der Studienwoche probt. So werden etwa die Herstellungsweisen von Magnesium analysiert, unter dem Mikroskop begutachtet und miteinander verglichen. Bei einem anderen Projekt geht es um das Herstellen eines kugelsicheren Stoffes. «Die Kunst dabei ist, die Moleküle so anzuordnen, dass ein möglichst leichtes Material entsteht.»

Obwohl Chemie als Männerdomäne gilt, fühlt sich die Schülerin nicht fehl am Platz oder nicht ernst genommen. Im Gegenteil – es werde keinen Unterschied gemacht. Der Austausch mit Gleichgesinnten schätzt Sulamith Leuenberger sehr. «Wir finden ähnliche Dinge cool.» Nicht alle Interessen würden sich aber decken. Die Flawilerin selbst liest gerne und treibt gerne verschiedene Sportarten: Zum Beispiel Einrad fahren, klettern und Snowboard fahren.» Nicht zu vergessen natürlich das Tüfteln, bei dem der Schülerin keine Grenzen gesetzt sind. «Auch Alltagsgegenstände eigenen sich bestens dafür», sagt sie. «Mit Essig habe ich mal versucht, eine Eierschale aufzulösen. Das Ei war danach ganz weich.» Mit zwei jüngeren Brüder hat Sulamith Leuenberger zudem Assistenten, die für ihre Versuche sofort Feuer und Flamme sind, wie sie erzählt.
 

Berufliche Zukunft in der Forschung

Mit dem heutigen Tag neigt sich die Studienwoche an der ETH bereits dem Ende zu. Die Schülerin aus Flawil ist besonders auch auf die Schlussveranstaltung gespannt. Dann nämlich gebe es lehrreiche Referate und die Möglichkeit, sich mit Forschern auszutauschen. In der Forschung sieht auch Sulamith Leuenberger ihre berufliche Zukunft. 

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