Ein Generationenentscheid

UZWIL ⋅ Im März befinden die Stimmberechtigten von Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren über den Kredit respektive den Erweiterungsbau des Seniorenzentrums Sonnmatt. Die Hauptverantwortung trägt Uzwil.
07. Februar 2018, 05:18
Andrea Häusler

Andrea Häusler

 

Die Gemeinderäte der Trägergemeinden des «Zweckverbands Sonnmatt Uzwil» sind sich einig: Die Erweiterung des Seniorenzentrums Sonnmatt ist aufgrund der demografischen Entwicklung und den veränderten Anforderungen an Pflegeinstitutionen notwendig, das Bauprojekt ausgereift und die Kosten - ohne Steuermittel aus den Verbandsgemeinden - finanzierbar. 35 Mio. Franken soll der Neubau kosten, 2,9 Mio. Franken sind für Anpassungen am Altbau und Umbauarbeiten veranschlagt, 8,64 Mio. Franken für den Kauf der 21600 m2 Land aus dem Besitz der Gemeinde Uzwil. Die Ablösung des bestehenden Baurechts zu Gunsten des Zweckverbands, welches auch die Gebäude aus dem Jahr 1987 umfasst, dränge sich angesichts der hohen Investitionen auf, begründete Lucas Keel, Uzwiler Gemeindepräsident und gleichzeitig Zweckverbandspräsident, am gestrigen Informationsanlass die Neuregelung der Eigentumsverhältnisse.

Cafeteria disloziert auf den Parkplatz

Mit den auf drei Pflegestationen verteilten zusätzlichen 78 Betten sei der Pflegeauftrag für eine Generation gesichert, sagte Keel. «Es können demente Menschen professionell betreut, die Spitex-Dienste eingebunden, die nicht mehr zeitgemässen Viererzimmern ausgedünnt und Einerzimmer mit hoher Wohnqualität geschaffen werden.» Sollte sich ein Überangebot ergeben, könnte dieses durch einen Abbruch oder eine Umnutzung unterschiedlich alter Gebäude des Zweckverbands kompensiert werden.

Das Bauprojekt stammt vom Zürcher Architekturbüro A.D.P. Werner Meier, Partner und Teilhaber, visualisierte die Vorzüge des Bauvorhabens: auf Leinwand, aber auch auf der Begehung des in der Scheune 1:1 nachgebauten Einbettzimmers.

Der Umbau soll ohne Auslagerung der Bewohner oder von Arbeitsbereichen vonstatten gehen. Trotz einschneidender Veränderungen im Altbaubereich, wie die Verlegung und Vergrösserung der Küche um 30 Prozent. Oder die Neuplatzierung der Wäscherei, die neu – inklusive «Marienfried» – 11 Tonnen Wäsche monatlich bewältigen wird. In ein Provisorium – einen Pavillon auf dem Parkplatz – zieht einzig die Cafeteria. Der Autoabstellplatz soll, wenn alles glatt läuft, im nächsten Jahr zuerst gebaut werden. 2021 ist dann der Bezug des Neubautrakts geplant, 2022 die Fertigstellung der Anpassungs- und Umgebungsarbeiten.

Kleine Gemeinden – wenig Gewicht

Uzwil und Oberuzwil stimmen am 4. März an der Urne über Projekt und Kredite ab. Sollten beide Gemeinden zustimmen, könnte die «Sonnmatt»-Erweiterung gebaut werden. Unabhängig davon, wie Oberbüren an der Bürgerversammlung vom 24. März entscheidet. Denn für ein Ja zur Vorlage genügt es, wenn zwei Gemeinden zustimmen, welche die Mehrheit der Einwohner des Verbandsgebiets vertreten. Das Abstimmungsergebnis aus Uzwil mit knapp 13000 Einwohnern wird folglich, gegenüber Oberuzwil mit gut 6000 und Oberbüren mit gut 4000 Einwohnern, eine zentrale Rolle spielen.


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