EC Wil bleibt die Nummer eins

WIL ⋅ Der EC Wil gewinnt in der Eishockey-1.-Liga-Meisterschaft auch das zweite Spiel innert Wochenfrist gegen den EHC Uzwil. Diesmal mit 5:1. Damit gebührt den Wilern die definitive Vorherrschaft in der Region.
27. Dezember 2017, 06:48
David Metzger

David Metzger

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Es war kein Vergleich zu den 416 Zuschauern vor Wochenfrist. 675 Eishockeybegeisterte und dazu Einlaufkids für jeden Spieler verliehen dem Derby am Samstag vor Heiligabend einen würdigen Rahmen. Der Uzwiler Headcoach Raphael Zahner war vom Auflauf der doch etwas überfordert wirkenden, ganz jungen Einlaufkids derart entzückt, dass er – natürlich scherzhaft gemeint – den Kindern bei deren Abgang über die Spielerbank des EHC Uzwil mit einem Lächeln das Angebot offerierte, dass wer gut genug sei, auch gleich bleiben dürfe.

Allerdings wähnte die Freude bei Raphael Zahner nur kurze Zeit. Denn nur gerade 27 Sekunden waren in der Affiche zwischen Wil und Uzwil seit dem Start vergangen, ehe Matteo Schärer das Heimteam mit der ersten Offensivaktion gleich in Führung zu bringen vermochte.

Die Wiler bringen das Spiel auf ihre Seite

An diesem frühen Rückstand hatte der EHC Uzwil zu nagen und es sollte vorerst nicht besser kommen, weil Aron Lipp für vier Minuten auf die Strafbank musste. Zwar überstanden die Uzwiler das Unterzahlspiel schadlos, dennoch gehörte auch der zweite Treffer den Wilern. Just zu einem Zeitpunkt (17.), als es den Anschein machte, der EHC Uzwil habe den Tritt in dieses Derby nun doch auch noch gefunden, reüssierte Wil durch Ramón Diem, der sein sehenswertes Solo mit einem wuchtigen Abschluss unter die Querlatte abschloss, erneut. Immerhin, dem EHC Uzwil gelang postwendend der Anschlusstreffer. Wie schon in den Spielen zuvor, reihte sich der junge Alec Jäppinen in die Torschützenliste ein, obschon der Puck noch entscheidend von einem Wiler Spieler über die Torlinie abgelenkt wurde.

Trotz des knappen Spielstandes flaute das spielerische Niveau im Mitteldrittel stark ab. Keiner Mannschaft gelang es mehr, spielerische Glanzpunkte zu setzen. Insbesondere im Wiler Spiel reihten sich immer wieder Unachtsamkeiten und Fehlpässe. Man gewährte dem Gegner im eigenen Drittel erstaunlich viel Platz zur freien Entfaltung. Der EHC Uzwil hätte genügend Chancen vorgefunden, um das Spiel im Mitteldrittel zu wenden. Kevin Liechti im Wiler Tor wusste jedoch, alle Gelegenheiten erfolgreich zu verhindern.

So waren es am Ende eben doch wieder die Wiler, welche mit einer minimalen Kadenzsteigerung im Schlussdrittel das Spiel definitiv auf ihre Seite zu bringen vermochten. Insbesondere dann, wenn die erste Sturmlinie mit Matteo Schärer, Luca Zanzi und Remo Heitzmann über das Eis fegte, erarbeitete sich der EC Wil die notwendige spielerische Differenz gegenüber dem EHC Uzwil. So war es zunächst Schärer, der das 3:1 herbeiführte. Danach war es Zanzi, welcher mit dem 4:1 nach 54 Spielminuten die Siegsicherung fixierte. Den Schlusspunkt setzte dann noch Dario Eigenmann mit dem 5:1 kurz vor Schluss.

So gewann der EC Wil auch den dritten Vergleich der beiden Teams in diesem Jahr. Darüber hinaus gewann an diesem Abend aber nicht nur der EC Wil, sondern das gesamte regionale Hockey an Sympathien: Die 675 Zuschauer und die von beiden Vereinen gemeinsam geplanten Massnahmen im Vorfeld der Spiele zeugen davon, dass sich das Eishockey in der Region keineswegs im Winterschlaf befindet. Im Gegenteil: Es wird an allen Ecken und Enden viel unternommen, um die aus früheren Jahren bekannte Attraktivität zurückzugewinnen.

EC Wil – EHC Uzwil 5:1 (2:1, 0:0, 3:0)

Bergholz – 675 Zuschauer (Saisonrekord!) – Sr. Baumann (Torti, Eichenberger).

Tore: 1. (00:27) Schärer (Heitzmann) 1:0, 17. Diem (Schir) 2:0, 19. Jäppinen 2:1, 50. Schärer (Heitzmann, Zanzi) 3:1, 54. Zanzi (Schärer) 4:1, 59. Eigenmann 5:1.

EC Wil: Kevin Liechti; Hohl, Vonbun, Stevan, Wuffli, Herberger, Blatter, Hungerbühler; Heitzmann, Diem, Maraffio; Schärer, Moser, Meier, Ungemach, Zanzi, Schir, Eigenmann, Herzog.

EHC Uzwil: Stalder; Kilian Liechti, Grigioni, Bischof, Rüfenacht, Meyer, S. Steiner, Noser; Lemm, Lipp, Locher, Bleichenbacher; Muspach, Seiler, M. Steiner, Broder, Jäppinen, Hohlbaum, Niggli, Seiler.

Strafen: 5-mal 2 Min. gegen Wil. 9-mal ­ 2 Min. gegen Uzwil


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