Das grosse Baggern im Tobel

SCHÖNHOLZERSWILEN ⋅ Ein Hangrutsch hat im Juli 2017 den Damm und die Strasse übers Hagenwilertobel beschädigt. Nun werden der Damm und die darin verlegte Wasserleitung saniert. Ende April soll die Strasse wieder offen sein.
07. April 2018, 05:18
Mario Testa

Mario Testa

mario.testa@thurgauerzeitung.ch

Berge von Erdmaterial türmen sich auf der Wiese neben dem Hagenwilertobel. Es stammt vom Damm nebenan, der während der Frühlingsferien erneuert wird. Die Sanierung wurde nötig, weil im vergangenen Sommer ein Erdrutsch den Damm instabil gemacht hat. Auslöser für den Rutsch war die lecke Wasserleitung der Gemeinde Schönholzerswilen, die im Damm verläuft. «Wir haben nun als Erstes diese Wasserleitung ersetzt», sagt Gemeindepräsident Fredy Oettli. «Das war dringlich, um jederzeit genug Löschwasser für die Feuerwehr bereitstellen zu können. Das Risiko war uns zu gross, hier wochenlang mit einem Provisorium zu arbeiten, dass dann erst noch teurer gekommen wäre als die Horizontalbohrung und Verlegung der neuen Leitung.»

Die Strasse über den Damm war seit dem Hangrutsch nur noch einspurig befahrbar. «Wir wollten mit dieser Sofortmassnahme die Schadenseite schützen, was auch gelungen ist», sagt Fredy Oettli. «In Absprache mit dem kantonalen Bauamt haben wir dann einen guten Termin für die Dammsanierung gesucht und diesen in den jetzigen Frühlingsferien auch gefunden.»

Schulweg ist nach den Ferien wieder passierbar

Der Verkehr wird umgeleitet. Für die Schüler, die den Weg in die Sekundarschule Schönholzerwilen übers Hagenwilertobel nehmen, wäre eine alternative Strecke jedoch zu weit gewesen oder Übergangslösungen mit Schulbussen zu kompliziert und zu teuer, deshalb der Termin in den Ferien. Seit Ostern ist die Strasse geschlossen und drei grosse Bagger stehen im Dauereinsatz, den Damm abzutragen und später wieder aufzubauen. «Die Tiefbauer haben die klare Vorgabe, bis zum Wiederbeginn der Schule, den Damm zumindest für die Velofahrer wieder passierbar zu machen», sagt Oettli.

Der Damm wird wieder mit demselben Material erstellt, das nun abgetragen wird. «Das Material wurde beim Dammbau um 1900 mit Pferdekarren da hingebracht und kaum verdichtet. Deshalb war es auch so instabil, das haben Untersuchungsbohrungen gezeigt», erklärt Oettli. Deshalb wird die Erde nun mit Kalk durchsetzt und dann schichtweise auf den Damm geschüttet, verdichtet und verfestigt.

Mehr Platz für Velofahrer und Fussgänger

«Die Strasse wird nach Bauabschluss Ende April rund einen halben Meter tiefer liegen. Damit gewinnen wir etwas an Spurbreite, sodass für Velofahrer und Fussgänger künftig etwas mehr Platz eingeräumt werden kann», sagt der Gemeindepräsident. Für die Kosten der Dammsanierung von knapp einer halben Million Franken kommt der Kanton und zu einem Teil auch die Versicherung der Gemeinde auf, Schönholzerswilen verbleiben die Kosten für die Wasserleitung.


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