Sennwalder sagen Ja zu 1,55 Millionen für «Alp Rohr»

SENNWALD ⋅ Die Ortsbürger von Sennwald stimmten dem Baukredit für den dringend nötigen Um- und Anbau beim Berggasthaus Alp Rohr zu. Läuft alles nach Plan, sollte im Frühling 2020 die Neueröffnung gefeiert werden können.
14. April 2018, 06:00
Corinne Hanselmann

Rund ein Viertel der 302 stimmberechtigten Ortsbürger kam am Donnerstagabend zur Bürgerversammlung im Restaurant Schäfli. Der Ortsverwaltungsratspräsident Daniel Göldi führte nach der Begrüssung zügig durch die Traktanden. Das Gutachten und die Anträge betreffend An- und Umbau des Berggasthauses Alp Rohr waren wohl unbestritten das wichtigste Traktandum. 

Das Berggasthaus sei äusserst beliebt und ziehe jedes Jahr zahlreiche Gäste von nah und fern an, führte Göldi ins Thema ein. «Der einfache, rustikale Charme zeichnet das seit 1931 als Sommerwirtschaft betriebene Berggasthaus aus.» Eine zweck- und zeitgemässe Modernisierung der Infrastruktur sowie der Bausubstanz sei aber unumgänglich, damit der Gebrauch als Gast- und Beherbergungsbetrieb auch in Zukunft vertretbar ist. Die Hütte muss umfassend renoviert werden, um die heutigen Anforderungen an Umweltverträglichkeit, Sicherheit, Hygiene und Funktionalität zu erfüllen. 
 

Berggasthaus für künftige Generationen erhalten

An der Bürgerversammlung 2017 wurde mit der Investitionsrechnung ein Planungskredit zu Gunsten der Instandsetzung genehmigt. In den Monaten danach hat der Ortsverwaltungsrat über zehn Varianten geprüft. Im Oktober 2017 fand zudem eine Begehung für interessierte Ortsbürger statt. Der Architekt Peter Büchel präsentierte dort drei Varianten. Am Infoabend  vom 19. März 2018 stellte der Verwaltungsrat das zur Abstimmung vorliegende Bauprojekt vor (der W&O berichtete). 

Vorgesehen ist ein Anbau auf der Westseite des bestehenden Hauses, damit die notwendigen Anpassungen der Infrastruktur integriert werden können. Dies sind unter anderem technische Einrichtungen für die Wasseraufbereitung sowie Toiletten und Duschen für Pächter und Gäste. Auch ein Fluchtwegtreppenhaus kann in diesem Bereich eingebaut werden. Das bestehende Gebäude wird nachgedämmt und umfassend saniert. Im Obergeschoss werden statt des bisherigen grossen Schlaflagers neu vier kleinere Zimmer integriert. Energetisch wird neu auf Solarenergie gesetzt. Nach der Sanierung sei das Gasthaus wieder fit für die kommenden 30 bis 40 Jahre, steht im Baubeschrieb.
 

67 sagten Ja, 4 sagten Nein, 7 enthielten sich der Stimme

Der Ortsverwaltungsrat stellte zwei Anträge: Die Genehmigung des Baukredits in der Höhe von 1,55 Mio. Fr. und dass dieser der Investitionsrechnung zu belasten und innert 25 Jahren, von 2020 bis 2044, zu amortisieren ist. 67 Stimmberechtigte hiessen das Projekt bei der Abstimmung gut, 4 lehnten es ab und 7 enthielten sich. Damit sagte die Bürgerschaft klar Ja zur «Alp Rohr».
Daniel Göldi zeigte sich erleichtert, dass sein «Herzblut-Projekt» Zustimmung fand und sprach von einem Meilenstein. Als nächsten Schritt nehme man nun Kontakt mit den Umweltverbänden auf, um danach das Baugesuch einzugeben. Bis Ende Jahr wird mit der Baubewilligung gerechnet, so dass 2019 mit dem Bau gestartet werden kann. Läuft alles nach Plan, sollte im Frühling 2020 die Neueröffnung erfolgen können.
 

Rechnung und Budget einstimmig angenommen

Der Jahresrechnung 2017 stimmten die Bürger einstimmig zu. Sie schloss mit einem Gewinn von rund 53200 Fr. ab. Im Voranschlag war ein Ertragsüberschuss von 20600 Fr. budgetiert. Der Gewinn wird für zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen in der Höhe von  rund 48000 Fr. verwendet. Die verbleibenden 5200 Fr. werden dem Eigenkapital zugewiesen, welches sich neu auf 3,68 Mio. Fr. beläuft.
Auch das Budget 2018 hiessen die Stimmberechtigten einstimmig gut. Es sieht einen Ertragsüberschuss von 7500 Fr. vor. Es sind keine ausserordentlichen Ausgaben geplant. Nach 35 Minuten schloss Daniel Göldi die Versammlung. 

Anzeige: