Pizolbahnen sind gerettet - Kanton und Gemeinden steuern Vier-Millionen-Hilfspaket bei

BAD RAGAZ/WARTAU ⋅ Es ist vollbracht – mit dem Ja an der Bürgerversammlung in Pfäfers am Freitagabend ist das Vier-Millionen-Hilfspaket von Kanton und Gemeinden an die Pizolbahnen in trockenen Tüchern. Die Pizolbahnen-Führung ist sich bewusst, dass ihr nun Steuergelder in erheblichem Ausmass anvertraut sind und sie gefordert ist.
07. April 2018, 10:45
Reto Vincenz

Am Dienstag in Wartau, am Donnerstag in Sargans und am Freitag in Pfäfers: Überall wurden zwar die Gemeindebeiträge an die Pilzolbahnen intensiv diskutiert, letztlich aber mit deutlichem Mehr jeweils gesprochen.Entsprechend erleichtert fielen die Reaktionen bei den Involvierten aus. Für die Pizolbahnen geht die Arbeit nun aber erst richtig los.

Letztlich war es auch in Pfäfers eine klare Sache – wie an allen anderen Bürgerversammlungen der involvierten Gemeinden zuvor. Am Schluss sagte die Bürgerschaft im Taminatal aber deutlich ja und steuerte damit das letzte noch fehlende «Puzzleteil» zum Hilfspaket an die Pizolbahnen bei. 
 

Gut vier Millionen von Kanton und Gemeinden

Diese dürfen nun, verteilt über die nächsten sechs Jahre, mit finanziellen Beiträgen der öffentlichen Hand im Gegenwert von etwas mehr als vier Millionen Franken rechnen, 28600 davon fliessen in Bar aus der Gemeinde Wartau.

Entsprechend erleichtert zeigte sich am Tag nach dem endgültigen Verdikt Markus Oppliger. Dem Verwaltungsratspräsidenten der Pizolbahnen AG war es ein grosses Bedürfnis, den «Bürgerinnen und Bürgern von Bad Ragaz, Mels, Pfäfers, Sargans, Vilters-Wangs sowie Wartau auch im Namen der Geschäftsleitung sowie aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz herzlich für die breite Unterstützung und das deutliche Zeichen der tiefen Verbundenheit der Region mit dem Pizol zu danken». 

Mit dem Ja in allen sechs Gemeinden sei «eine wesentliche Bedingung für die Auszahlung der Unterstützungsbeiträge erfüllt», so Oppliger, der auch das «grosse Engagement» der Behörden würdigte. Ohne die Präsidenten und Räte der sechs Gemeinden «wäre dieses regionale und solidarische Unterstützungspaket von Kanton und Gemeinden erst gar nicht zustandegekommen», lobte er.
 

«Unternehmen in geforderte Richtung entwickeln»

Gleichzeitig war sich Oppliger bewusst, dass die Arbeit für die Bahnen nun erst so richtig beginnt. Denn die Auszahlung der Gelder ist an zehn Bedingungen der öffentlichen Hand geknüpft, die für die Pizolbahnen eine grosse Herausforderung darstellen werden. Die Einhaltung der Vorgaben werde in den nächsten Wochen und Monaten ebenfalls geprüft, sagte er. Und auch, dass «der Verwaltungsrat sich sehr wohl bewusst ist», dass ihm nun Steuergelder in erheblichem Ausmass anvertraut würden. Entsprechend sorgsam werde er damit umgehen.

Man habe auch die kritischen Stimmen gehört. Oppliger: «Mit dem Unterstützungspaket erhalten wir nun ein Zeitfenster sowie die finanziellen Mittel, um das Unternehmen in die geforderte Richtung zu entwickeln.» Man werde daran mit grossem persönlichem Engagement arbeiten, wisse aber auch, dass die Herausforderung gross sei. Gemäss Oppliger sei in der Bergbahnen-Branche nicht alles planbar und das Wetter einer der wichtigsten Faktoren. Man brauche deshalb auch etwas «Hilfe von oben».
 

«Die Solidarität hat funktioniert»

Der Bad Ragazer Gemeindepräsident Daniel Bühler sagte auf Anfrage, dass die Solidarität unter den involvierten Gemeinden einmal mehr funktioniert habe. Auch der Beitrag des Kantons sei ein wichtiger Mitfinanzierungsteil. Die Räte der sechs Gemeinden hätten der Bevölkerung ein vertretbares Finanzierungskonzept unterbreitet, welches «die Bürgerschaften mit ihrer Zustimmung akzeptiert haben». Man nehme das mit grosser Genugtuung zur Kenntnis. 

Gleichzeitig nahm Bühler aber auch den Verwaltungrat der Pizolbahnen AG einmal mehr in die Pflicht. Dessen Aufgabe sei es nun, die entsprechenden Forderungen und Bedingungen gemäss der abgeschlossenen Vereinbarung einzuhalten, betonte er.

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