Mehr Junge nutzen Nez Rouge

REGION/SEVELEN ⋅ Über die Festtage fuhren Freiwillige vom Nez-Rouge-Stützpunkt Sevelen 15-mal fahruntüchtige Personen nach Hause. Dieses Jahr haben sie mehr junge Erwachsene nach Hause gefahren als früher.
28. Dezember 2017, 06:38
Alexandra Gächter

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

589 fahruntüchtige Personen und ihre Autos hat Nez Rouge Ostschweiz dieses Jahr sicher nach Hause gebracht. 243 Freiwillige standen dafür an allen Wochenenden im Dezember sowie über die Festtage im Einsatz. Einer von diesen Freiwilligen ist Rossano Spagnuolo. Er ist Stützpunktleiter von Nez Rouge Sevelen und leistet seit sechs Jahren einen Beitrag für sicherere Strassen in der Region. Über die Festtage war er bis in die Morgenstunden für Nez Rouge unterwegs. «Das war natürlich ermüdend, aber ich konnte tags darauf schlafen», sagte Spagnuolo.

Auf dem Stützpunkt Sevelen arbeiten zwölf Fahrerinnen und Fahrer. «Mehr wären besser. Wir suchen stets Freiwillige.» Insgesamt 15 Fahrten absolvierten die Nez-Rouge-Fahrerinnen und Fahrer von Sevelen über die Festtage. «Das sind etwas mehr Fahrten als im vergangenen Jahr», so Spagnuolo. Der Freitag, 22. Dezember, war mit zehn Fahrten der arbeitsintensivste Tag. «Auffallend ist, dass mehr junge Erwachsene den Fahrdienst von Nez Rouge nutzen als in früheren Jahren. Uns freut es, dass wir auch von Jungen wahrgenommen und genutzt werden», so Spagnuolo.

Auch Müde und Kranke sind dabei

Nicht nur angetrunkene Fahrerinnen und Fahrer, sondern auch solche die aus anderen Gründe n nicht mehr fahren können, bringt Nez Rouge nach Hause. «Wir hatten auch schon müde oder kranke Fahrer oder solche, die Medikamente nehmen mussten. Die meisten sind allerdings angetrunken.»

Negative Erfahrungen hat Rossano Spagnuolo in all den Jahren als Nez-Rouge-Fahrer noch nie gemacht. «Alle Fahrten waren durchwegs angenehm. Die meisten Personen wollen reden. Ich habe schon gute Gespräche mit einigen führen dürfen.» Einen Lohn erhält er nicht für seine Arbeit. «Ich bin bei Nez Rouge dabei, weil ich mit meinem Dienst etwas Sinnvolles tun kann.»

Die Autos, mit welchen die Freiwilligen von Nez Rouge andere nach Hause fahren, werden von der Rietgarage in Sevelen gratis zur Verfügung gestellt. «Unter der Woche sind wir in Sevelen mit einem Auto, an den Wochenenden mit zwei Autos unterwegs. An Silvester werden voraussichtlich vier Autos der Rietgarage zum Einsatz kommen», so Spagnuolo. Die Versicherung von Auto und Fahrer werde von Sponsoren bezahlt, das Benzin aus dem Trinkgeld derjenigen Personen, die Nez Rouge nach Hause fährt. «Die Dienstleistung ist kostenlos, wir erhalten jedoch freiwillige Beiträge. Nach Abzug der Benzinkosten werden diese Beiträge jedes Jahr gespendet.» In der Regel handle es sich dabei um ungefähr 2000 bis 3000 Franken. Dieses Jahr wird die Ostschweizer Wohngemeinschaft Chupferhammer berücksichtigt. An Silvester werden auf dem Stützpunkt in Sevelen voraussichtlich acht Freiwillige von 22 bis 5 Uhr im Einsatz sein. «Die meisten Fahrten werden erfahrungsgemäss zwischen fünf Minuten nach Mitternacht bis vier Uhr in der Früh getätigt. «Wenn es keinen Unfall gibt, dann haben wir von Nez Rouge erreicht, was wir wollten.»

Freiwillige melden sich unter: s.niederer@nezrouge-ostschweiz.ch, Fahruntüchtige unter: 079 480 220 08.


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