Jufa-Hotel in Wildhaus: «Ein Nein bedeutet das definitive Aus»

WILDHAUS/BALZERS ⋅
09. April 2018, 14:10
Thomas Schwizer

Die Kritiker führen unter anderem ins Feld, dass ein allfälliger Gemeindebeitrag deutlich tiefer ausfallen müsste und das Hotelprojekt redimensiert werden soll. Eine Redimensionierung kommt «vor dem Hintergrund der angestrebten Hotelpositionierung im internationalen Wettbewerb sowohl für die Jufa als auch für die ITW nicht in Frage.» Das hält Martin Meyer, CEO und Verwaltungsrat der ITW in Balzers, auf Anfrage des W&O unmissverständlich fest. 

Weiter sagt er: «Sollte unser Angebot für einen wirtschaftlichen Impuls für das Toggenburg vom Stimmvolk nicht angenommen werden, so wäre das sehr schade, zumal wir in den letzten 24 Monaten sehr intensiv an diesem Projekt gearbeitet haben.»  
 

Anfragen anderer Standorte liegen bereits vor

Martin Meyer unterstreicht: «Ein Nein bedeutet das definitive Aus für das Jufa-Hotel in Wildhaus. Wir würden uns in diesem Fall um einen anderen Standort in der Ostschweiz bemühen.» Anfragen dafür würden bereits vorliegen.

Jufa-Mediensprecher Martin Omann stellt klar: «Wir würden nicht auf eine neue Investorensuche gehen.» Ohne ITW wäre also auch für die Betreiberin des Hotels, die einen langfristigen Mietvertrag abschliessen würde, das Projekt in Wildhaus hinfällig. «Für uns ist wichtig, dass die 
Bevölkerung unser Projekt mitträgt», so Omann. «Wir wollen mit der Region zusammenarbeiten, die Bergbahnen, die Skischule usw. einbetten. Die Gäste sollen bei uns die Region, regionale Produkte und Angebote erfahren», schildert er das Credo von Jufa, das an jedem der heute 
58 Hotel-Standorte gelte. Bei vielen der Projekte sei die Jufa «nur» Betreiberin, bei anderen auch Eigentümerin, so Omann.

"Öffentlichkeit finanziert öffentliches Angebot mit"

Eine Realisierung des Grossprojektes ohne finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand ist für die ITW keine Alternative. Martin Meyer: «Das geplante Konzept für Wildhaus sieht eine Mischnutzung vor – ein privates Hotel mit einer öffentlich zugänglichen Erlebniswelt.» Bei der Erlebnisinfrastuktur handle es sich «um ein öffentliches Angebot, das es bis dato in Wildhaus noch nicht gibt. es soll deshalb auch von der Öffentlichkeit mitfinanziert werden, da der direkte Nutzen für die Gemeinde geben ist.»

Als anderes Beispiel für eine Mischnutzung nennt Meyer das Parkhaus in Malbun. Die Gemeinde Triesenberg habe den öffentlich zugänglichen Teil mitfinanziert und leiste zudem einen jährlichen Beitrag an den Unterhalt des Parkhauses. In Wildhaus würde die Gemeinde nur einen Finanzierungsbetrag leisten, aber keine Unterhaltskosten.

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