Fünf Monate, fünfzig Auftritte

UNTERWASSER ⋅ Am 21. April startet Martin Sailer mit seinem Zeltainer in die 15. Saison. Bis Ende September finden rund 50 Veranstaltungen in den Sparten Comedy, Kabarett und Musik statt. Auch Anlässe für Kinder, darunter eine Eigenproduktion, gehören zum Programm.
13. April 2018, 06:04
Anina Rütsche

Ein Auftritt des Mundartsängers Adrian Stern macht am Samstag, 21. April, den Auftakt zur bereits 15. Saison des Zeltainers in Unterwasser. Fast 50 weitere Künstlerinnen und Künstler werden nach ihm und bis Ende September die Bühne in Unterwasser bespielen. Martin Sailer hat einmal mehr alles gegeben für sein Kleintheater.

Martin Sailer, auf welchen Auftritt freuen Sie sich in der aktuellen Zeltainer-Saison am meisten?
Ich kann es allgemein kaum erwarten, bis es endlich losgeht! Ganz besonders freue ich mich auf den Abend mit Clown Pic am 8. Juni, denn dieser tritt heutzutage nicht mehr so oft auf wie früher. Dass er nun in den Zeltainer kommt, ist für mich eine grosse Ehre. Ein Geheimtipp ist aus meiner Sicht der italienische Comedian und Verwandlungskünstler Ennio Marchetto. Er kommt am 22. September ins Toggenburg. Ich finde seine Shows sehr lustig. Alle paar Minuten wechselt er auf ausgeklügelte und gekonnte Weise das Kostüm und die Rolle. Das ist einmalig.

Beim Durchblättern des aktuellen Zeltainer-Programms fällt auf, dass es im Vergleich zu früheren Jahren stark vom Genre Musik geprägt ist. Was hat es damit auf sich?
Ich habe festgestellt, dass Sitzplatzkonzerte beim Publikum sehr gut ankommen. Die Atmosphäre im Zelt ist jedes Mal aussergewöhnlich, auch für die Künstlerinnen und Künstler. In der Schweizer Musikerszene hat sich dies offenbar herumgesprochen.

Auf musikalische Weise, nämlich mit Adrian Stern, beginnt die Saison denn auch am 21. April. Was hat es mit diesem Anlass auf sich?
Das ist eine sehr schöne und persönliche Geschichte. Adrian Stern hat schon einmal im Zeltainer gesungen. An seinem Konzert vor zwei Jahren hat meine Frau mir einen Heiratsantrag gemacht. Das war natürlich ein ganz spezieller Moment für uns! Adrian Sterns Musik begleitet uns durchs Leben, wir sind grosse Fans von ihm. Ich habe vor, ihn auch künftig für Auftritte im Zeltainer anzufragen.

Zur aktuellen Saison gehört auch eine Eigenproduktion. Es handelt sich um ein Musical für Kinder, das den Titel «Das Geheimnis der sieben Perlen» trägt und für das gemäss Ausschreibung noch Darstellerinnen und Darsteller gesucht werden.
Ja, wir suchen Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren, die gerne schauspielern und singen. Wer interessiert ist, kann sich bereits jetzt bei mir melden. Geprobt wird in der letzten Sommerferienwoche. Es wird zwei Aufführungen im Zeltainer geben, dies am 10. und 11. August. Die Geschichte von «Das Geheimnis der sieben Perlen» spielt übrigens unter Wasser, das passt doch wunderbar zum Ort, an dem sich der Zeltainer befindet: Unterwasser.

Aus früheren Jahren kennt man neben den Eigenproduktionen des Zeltainers auch das Public Viewing während grosser Fussballanlässe. Warum gibt es das diesen Sommer während der Weltmeisterschaft in Russland nicht?
Das Public Viewing habe ich dieses Mal schweren Herzens weggelassen. Ich habe festgestellt, dass das Interesse der Bevölkerung an einer solchen Übertragung stetig gesunken ist. Der Aufwand und das Verhältnis der Kosten und Nutzen lohnte sich für mich bei der letzten Durchführung nicht mehr.

Eine Tradition, die es weiterhin gibt, ist die «Open Stage», dieses Mal am 11. August. Was hat es damit auf sich?
Dieser Abend, an dem alle Interessierten mitwirken können, gehört seit längerem fix zum Zeltainer-Programm. Wer sein Talent zeigen möchte, kann bei uns zwei bis zehn Minuten im Rampenlicht stehen. Bereits sind erste Anmeldungen eingegangen. Bei der «Open Stage» gibt es übrigens keine Jury, keine Verlierer, nur Gewinner. Auch ich lasse mich von den verschiedensten Darbietungen gerne überraschen.

Seit der Saison 2017 gibt es den Förderverein Zeltainer, dessen Zweck darin besteht, das Kleintheater ideell und finanziell zu unterstützen. Wie läuft es diesbezüglich?
Ich bin sehr froh um die Unterstützung des Fördervereins. Dessen erste Versammlung hat im vergangenen September stattgefunden. Dort konnte ich einige Gesuche stellen, die allesamt gutgeheissen wurden. Zur Ausrüstung des Zeltainers gehören seither zwei Ventilatoren, die dafür sorgen, dass die Luft im Zelt besser zirkuliert. Hauptsächlich brauche ich den Förderverein aber nicht für Materielles, sondern für die Kinderprogramme. Sie sind aufgrund des tiefen Eintrittspreises für mich nicht immer rentabel. Ein gewisser Grundstock, ermöglicht durch den Förderverein, gibt mir Sicherheit. Es ist mir sehr wichtig, auch Musik und Theaterstücke für Kinder im Angebot zu haben.

Was ist dieses Jahr neu?
Seit kurzem hat der Zeltainer ein neues Partnerkonzept. Die Partner sind Firmen aus der Region, welche dem Kleintheater einen Geldbetrag zur Verfügung stellen. Dafür bekommen sie natürlich Gegenleistungen. Die Firmenlogos werden auf einer Tafel im Eingangsbereich des Zeltainers aufgeführt und die entsprechenden Betriebe können ihr Inserat im Programmheft platzieren. Dazu kommen je nach Stufe diverse Zusatzleistungen meinerseits. Das Konzept kann online angesehen werden.

Der Zeltainer prägt die Kulturszene Toggenburg seit Jahren nachhaltig mit. Wo ist im aktuellen Programm ein Bezug zur Region zu finden?
Bei den «Urstimmen», die am 3. August in den Zeltainer kommen – dort wirkt der Unterwässler Daniel Koller mit, der sich jeweils als Regisseur unserer Eigenproduktionen für Erwachsene engagiert. Und auch bei «Philipp Langenegger & Company» am 30. Juni – dort spielt Peter Looser aus Wildhaus die Bassgeige. Viele weitere Toggenburgerinnen und Toggenburger werden beim Kindermusical und bei der «Open Stage» mitwirken.

Hinweis
Kontakt Martin Sailer:
Telefon 079 337 66 61
www. zeltainer.ch

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